Alfred Musil

   

(1846 – 1924)

Direktor der HTL Steyr (Eisenfachschule) von 1882 bis 1891. Vater des Dichters Robert Musil

Die Musils gehörten zu loyalen und anständigen Staatsbeamten und Stützen der Monarchie. Musils Mutter Hermine, geb. Bergauer, war Enkelin des Projekt- und Bauleiters der ersten Pferdeeisenbahn zwischen Budweis und Linz. Sie heiratete Alfred Musil 1874. Die Familie des Vaters legte dem künftigen Literaten Zielstrebigkeit, Arbeitswillen und Beharrlichkeit in die Wiege; die Mutter brachte Temperament und Empfindsamkeit mit. Die familiäre Atmosphäre übte einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des werdenden Schriftstellers aus. Sein Vater Alfred arbeitete ursprünglich als Ingenieur in einer Klagenfurter Fabrik, später wurde er Mittelschullehrer und Schuldirektor in Chomutov (Komotau) und Steyr. 1890 wurde er zum Professor der Deutschen Technischen Hochschule Brünn ernannt (zwischen 1897 und 1898 war er sogar Rektor). 1917 kam auch der ersehnte Adelstitel hinzu

Quelle: http://www2.brno.cz/index.php?nav01=2222&nav02=2220&nav03=2447&lan=de&idosobnosti=117 (März 2011)

ALFRED MUSIL AN DER TECHNISCHEN HOCHSCHULE IN BRÜNN

Das Schaffen von Victor Kaplan ist eng mit der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn verbunden. 1903 war der junge Ingenieur von Prof. Alfred Musil, dem Vater von Robert Musil, nach Brünn berufen worden, damals eines der Zentren des österreichischen Maschinenbaus. Fast dreißig Jahre hat Kaplan danach in Brünn geforscht und unterrichtet; erst nach seiner Pensionierung ist er nach Österreich zurückgekehrt, wo er 1934 gestorben ist. An der Brünner Hochschule sind auch die Pläne zu seiner berühmtesten Erfindung, der Kaplan-Turbine, entstanden……

Quelle: http://www.radio.cz/de/rubrik/tagesecho/der-wasser-mann-zum-130-geburtstag-von-viktor-kaplan (März 2011)

Kaiser Franz Joseph 1884 in Steyr:

  • Quelle: Steyrer Ausstellungszeitung vom 20.8.1884

Besuch der k.k. Fachschule und Versuchsanstalt: Se.Majestät fuhr programmgemäß präzise um 9.10 Uhr bei dem Gebäude der k.k. Fachschule und Versuchsanstalt vor und wurde daselbst von dem k.k. Fachschulinspektor Professor von Hauffe und k.k. Direktor Alfred Musil und dem Lehrkörper der Anstalt ehrfurchtsvoll begrüßt und in das Vestibule der Anstalt geleitet. .. Seine Majestät wurde zuerst in das Arbeitszimmer des Direktors geleitet, in welchem er längere Zeit verweilte und geruhte, einer Bitte des Direktors willfahrend, sich in das Fremdenbuch der Anstalt einzuzeichnen. …. Er besichtigte dann die Räume der Schule. Seine Majestät, welcher, wie bekannt die k.k. Fachschule bereits im Jahre 1880, als dieselbe noch in dem alten provisorischen Gebäude (Leopoldsedergut) untergebracht war, war nicht nur von dem stattlichen Gebäude, sondern auch von der ganzen auf Staatskosten erfolgten umfangreichen Ausstattung sichtbar überrascht und angetan.

Se. Majestät verabschiedete sich mit den Worten: „Ich danke und spreche Ihnen Meine Anerkennung aus. Ich bin mit dem Gesehenen sehr zufrieden.“

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Der berühmte Sohn: Robert Musil

Robert Musil wird am 6. November 1880 in Klagenfurt als einziger Sohn des Ingenieurs Alfred Musil und seiner Frau Hermine, geborene Bergauer, geboren. Der Vater stammt aus einer altösterreichischen Familie, die Vorfahren der Mutter sind Deutschböhmen. In den ersten beiden Jahren seines Lebens wohnt er mit seiner Familie in Komotau (Böhmen). 1882 ziehen sie nach Steyr und dort besucht er bis 1891 die Volksschule und das Realgymnasium. Seine Ausbildung setzt er ab 1892 in der Militär-Realschule und danach (1897) an der Technischen Militärakademie in Wien fort. Nach dem Abbruch der Offiziersausbildung beginnt er mit einem Maschinenbaustudium. In dieser Zeit betätigt er sich auch das erste Mal dichterisch. Musil absolviert 1901 dann die Ingenieurstaatsprüfung und wird Volontärassistent an der Technischen Hochschule Stuttgart (1902-1903), wo er auch mit der Arbeit an dem Roman “Die Verwirrungen des Zögling Törleß” beginnt. Das Werk vervollständigt er allerdings erst 1906, mitten in seinem Philosophiestudium, das er 1908 mit einer Dissertation über “Beiträge zur Beurteilung der Lehren Machs” abschließt. Musil verzichtet auf die Möglichkeit einer Habilitation (=Nachweis der wissenschaftl. Reife für eine Lehrstelle an der Hochschule) zugunsten des freien Schriftstellerberufes. Daraufhin arbeitet er bis 1910 bei einer Berliner Zeitschrift (“Pan”) und als Praktikant und Bibliothekar an der Technischen Hochschule Wien (1911-1914). 1911 heiratet er Martha Marcovaldi. Im 1. Weltkrieg (1914-1918) muss er als Hauptmann an die italienische Front; aus dieser Zeit stammen verschiedene militärische Aufzeichnungen. Am 22. Oktober 1917 wird Musils Vater geadelt. Da dieser Adel erblich ist steht er auch den Nachkommen zu (Robert Edler von Musil). Bis 1931 betätigt sich Musil als Theaterkritiker, Essayist und freier Schriftsteller in Wien. In diesem Zeitraum wird er Vizepräsident des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller in Österreich und lernt Hugo von Hofmannsthal kennen. 1924 wird im der Kunstpreis der Stadt Wien für die Erzählungen “Drei Frauen” verliehen. Im Jahre 1931 erscheint der erste Band, 1933 dann der erste Teil des zweiten Bandes des Romans “Der Mann ohne Eigenschaften”. Nach Errichtung des Dritten Reichs verläßt Musil ohne äußeren Zwang Deutschland und kehrt nach Wien zurück. 1936 erleidet er einen Schlaganfall. Nachdem Musils Bücher in Deutschland und Österreich verboten werden, emigriert er von Wien nach Zürich und danach nach Genf, wo er am 15. April 1942 isoliert und verarmt stirbt. Ein Grab Musils existiert nicht. Seine Frau verstreute seine Asche nach Familiensitte in einem Wald bei Genf. Ein Jahr nach seinem Tod gibt Martha Musil den unvollendeten Nachlassteil des Romans “Der Mann ohne Eigenschaften” im Selbstverlag heraus.

Quelle: http://www.robertmusil.de/

Robert Musil:

1880: Robert Musil wird am 6. November in Klagenfurt geboren.
1882-1891: Steyr (Oberösterreich). Besuch der Volksschule und der ersten Klasse des Realgymnasiums. Robert Musil gilt als guter Schüler mit vorzüglichen Noten, muss den Unterricht aber mehrmals wegen einer „Nerven- und Gehirnkrankheit“ unterbrechen und bekommt in dieser Zeit Privatunterricht.

1891-1892: Ing. Alfred Musil wird an die Technische Hochschule nach Brünn berufen. Robert Musil besucht dort vorerst die Realschule.

1894 – 1897: Besuch der Militär-Oberrealschule in Mährisch-Weißkirchen (Hranice). Diese Jahre werden zur biographischen Basis von Musils erstem Roman Die Verwirrungen des Zöglings Törleß. Durch die Beschäftigung mit dem Artilleriewesen entdeckt Musil technische Fähigkeiten und Interessen.

Quelle: http://www.bs-wien.at/projekte/oesterreicher/literatur/musil.html

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