Johann Haratzmüller

(1816 – 1902)

Brauereibesitzer, großer Wohltäter von Steyr (Krankenhaus)

Johann Harratzmüller (Haratzmüller)

  • ein großer Wohltäter der Stadt Steyr
  •  geboren 22. 12. 1816, gestorben 28. 12. 1902

Ein einfacher, biederer und bescheidener Bürger, aber ein Mann, der sich ein unvergängliches Denkmal in den Herzen von zahllosen Armen, Notleidenden und seiner Mitbürger insbesondere gesetzt hat, verschied am 28. Dezember in Steyr mit dem Realitätenbesitzer Johann Harratzmüller. Er stand im 87. Lebensjahre. Die Liebe zu seiner Vaterstadt ließ ihn geradezu fürstliche Wohltätigkeitsakte üben, die ihn zu einem der verdientesten Männer von Steyr machten.

Johann Harratzmüller hat testamentarisch der Stadt Steyr zur Erbauung eines Krankenhauses 200 000 Kronen und zur Errichtung von Pfründen für verarmte Bürger 100 000 Kronen hinterlassen. Ferners testierte er nebst den Vermächtnissen an seine Verwandten an Legaten: Zur Errichtung von zwei Stiftungsplätzen im Waisenhause zu St. Anna und im städtischen Armenhause je 12 000 Kronen, dem Verein der Schulfreunde in Steyr 10 000 Kronen, den Kreuzschwestern am Berge 10 000 Kronen, der Anstalt armer Schutzfinder 10 000 Kronen, dem katholischen Gesellenverein 6 000 Kronen, der Kleinkinder-Bewahranstalt 4 000 Kronen, der städtischen Freiwilligen Feuerwehr 4 000 Kronen, den Hausarmen von Steyr 4 000 Kronen, der Stadtpfarrkirche und der Vorstadtpfarrkirche St. Michael je 400 Kronen, dem katholischen Frauenverein in Steyr 2 000 Kronen, dem Verein zum hl. Vinzenz von Paul 2 000 Kronen, dem k. k. privaten Bürgerkorps 2 000 Kronen, den beiden Kirchen in Neustift und Kleinramin je 2 000 Kronen, der k. k. Fachschule für Eisen- und Stahlindustrie 1 000 Kronen, dem Reservistenverein 400 Kronen, der Pfarrkirsche in Christkindl 400 Kronen, den Armen der Pfarre Christkindl 200 Kronen dem Sträflingsfürsorgeverein 200 Kronen, jeder in Steyr bestehenden Bruderschaft je 200 Kronen und jedem städtischen Armen separat 2 Kronen.

Johann Harratzmüller wurde am 22. Dezember 1816 als Sohn des Besitzers der damaligen Klein-, nochmals Teufelsmühle, neben dem jetzigen Badhause in Steyrdorf, geboren. Seine Mutter Magdalena war eine geborene Reder. Er war seit 1844 mit Anna Eder aus Haag, vermählt und übernahm im selben Jahre das Brauhaus in der Langen Gasse nach dem Tode seines Vaters Franz Harratzmüller, welcher dasselbe vom vorigen Besitzer Dorn im Jahre 1818 erworben hatte. Harratzmüller führte das Brauhaus bis zum Inslebentreten der Aktienbrauerei Gesellschaft. In den Sechzigerjahren war er zweimal Mitglied des Gemeinderates und seinerzeit Feldwebel bei der Bürgergarde Artillerie in Steyr. Seit 1881 war er verwitwet und starb kinderlos, nachdem ihm sein einziger Sohn schon 1853 im zartesten Alter durch den Tod entrissen wurde.

Das Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer seltenen imposanten Trauerkundgebung für den Verewigten. Es nahmen daran teil die Stadtgemeinde Vertretung mit Herrn Bürgermeister Stigler (dieselbe widmete dem Verblichenen einen prächtigen Kranz), das k. k. priv. Bürgerkorps samt Musik, die Städt. Freiwillige Feuerwehr, der Veteranenverein, der Gesellenverein, die Vorstände der sonstigen mit Legaten bedachten Vereine, Korporationen und Institute sowie eine unabsehbare Menge Trauergäste aus allen Ständen, worunter viele Honorationen zu bemerken waren.

Quelle: Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1909 Seite 136

13. Dezember 1907

In der Sitzung des Gemeinderates der Stadt Teyr gab Bürgermeister Franz Lang bekannt, dass er zur Vermehrung des Spitalbaufondes eine Kaiser-Jubiläumsspende von 1 000 Kronen widme, in der Erwartung, dass das bereits begonnene Jubiläumsjahr unseres Kaisers verschiedene Personen und Korporatioenen veranlassen werde, nach den Intentionen der Majestät, sein 60jähriges Regierungs-Jubiläum durch Alte der Wohltätigkeit zu feiern, größere Widmungen zu machen. Es gelangte sonach ein Antrag zur Beschlussfassung, einen Aufruf an die Bewölkerung von Steyr und Umgebung ergehen zu lassen, in welchem unter Hinweis auf das Kaiserjubiläum ersucht wird, Widmungen zum Spitalbaufonde in Steyr der Stadkasse zuzuführen.

In derselben Sitzung wurde beschlossen, die bestehende, noch unbenannte Verbindungsstraße von der Redtenbachergasse zur Prevenhubergasse und bis zum Buberlhaus „Gabelsbergerstraße) und die neuangelegte Straße von der Garstenerstraße zur Neuluststraße „Tomitzstraße“ zu benennen und die Lange Gasse in „Johann Haratzmüllerstraße“ umzutaufen.

Quelle: Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender 1909 Seite 134

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