Hermann Rützler

(1883 – 1960)

Leiter des Fahrzeugversuchs und Rennfahrer der Steyr-Werke 1920 bis 1927

Hermann Rützler (* 20. Juni 1883 in Mellau; † 6. Juni 1960 in Wien) war ein österreichischer Fotograf und Automobilrennfahrer.

Hermann Rützler war in jungen Jahren Fotograf in Dornbirn, begeisterte sich aber schon früh für Fahr- und Motorräder. Nachdem sein Atelier durch einen Brand zerstört worden und er einige Male mit den Behörden in Konflikt gekommen war, ging er 1910 nach Russland.

Dort entwickelte er sich zum Autofachmann, der enge Beziehungen zum Adel und zur kaiserlich-russischen Kraftfahrtruppe pflegte. Seinem Aufenthalt im Zarenreich setzte die Oktoberrevolution ein Ende und Rützler musste nach Österreich zurückkehren.

Ab 1920 war er erst als Fahrmeister, später als Leiter des Fahrversuchs und als Rennfahrer für die Österreichische Waffenfabriks AG, aus der 1923 die Steyr-Werke AG wurde, tätig. Zwischen 1921 und 1925 feierte er eine Vielzahl an Siegen bei nationalen und internationalen Bergrennen. Populär wurde er durch seinen Sieg am Klausenpass 1923 am Steuer eines Steyr VI. 1923 führte er auch mehrere Runden bei der Targa Florio, ehe ein Unfall seine Fahrt beendete.

Nach dem Ende der Rennaktivitäten von Steyr verließ Rützler 1927 das Unternehmen und machte sich in Wien mit einer Reparaturwerkstätte für Kraftfahrzeuge selbstständig. Rützler führte sein Unternehmen bis ins hohe Alter und starb 1960 in Wien.

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_R%C3%BCtzler  (Mai 2011)

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Steyr Pkw 1921 – 29: Steyr II, V, VII und XVI, Steyr IV

Quelle: http://www.zuckerfabrik24.de/steyrpuch/steyrVII_1.htm

Ab 1920 wurden international erfolgreiche Renn- und Sportwagen auf der Basis der Steyr II und IV gebaut. Ein Aufsehen erregendes Ereignis war das hervorragende Ergebnis der Steyr-Wagen bei der Targa Florio 1922. Hieronimus und Silvani fuhren 3-ltr Wagen, Conte Brilli-Peri einen 4 ltr und Rützler einen auf 2 ltr verkleinerten 6-Zylinder. – Zwei Klassensiege und ein 7.Platz in der Gesamtwertung. – Beim gleichen Rennen debutierte auch der kleine von Porsche konstruierte Austro-Daimler „Sascha“ mit 1,1 ltr Motor. 4 Fahrzeuge starteten unter Graf Kolowrat, Alfred Neubauer u.a.

Die Steyr-Werke AG hieß bis Januar 1926 noch „Österreichische Waffenfabriks-Gesellschaft“, was Ihre Entstehung deutlich macht.

Die Autoproduktion war bereits 1916 geplant worden, aber als nach dem ersten Weltkrieg die Waffenproduktion für Österreich verboten wurde, musste dieser Plan schnellstmöglich realisiert werden, um das Werk und seine Arbeiter zu retten.

Das erste Steyr-Fahrzeug war der Steyr Typ II. (Der Typ I war der Prototyp, der nie in Serie gebaut wurde). Das Fahrzeug war eine Konstruktion des legendären Hans Ledwinka, der 1917 von den Nesselsdorfer Werken (ab 1920 Tatra-Werke) zu Steyr kam. (1921 wieder zu Tatra)

Der Steyr Typ II, das sog. „Waffenauto“ mußte ein Erfolg werden. Um die Popularität schnellstmöglich zu steigern, wurden bereits ab 1920 Sport- und Rennwagen mit verkürztem und tiefergelgten Chassis gebaut und engesetzt. Hermann Rützler, Otto Hieronimus, Walter Delmar, Graf Kinsky, Gastone Brilli-Peri, Fernando Minoia und andere bekannte Rennfahrer zeigten sehr erfolgreich was diese Fahrzeuge und deren Nachfolger leisten konnten.

Steyr Typ II – das „Waffenauto“ – 1920-24

Das „Waffenauto“ war ein repräsentatives Fahrzeug, technisch mehr als konkurrenzfähig. Besonders der Motor war hochmodern. Der 3,3 ltr 6-Zylindermotor leistete 40 PS, er hatte eine obenliegende Nockenwelle und strömungsgünstig schräg angeordnete Ventile. Die Zylinder und der Zylinderkopf waren ein Teil, das auf das steife, weit über die vier Lager heruntergezogene Kurbelgehäuse aufgeschraubt war. Die Ventile wurden als komplett montierte Einheit samt Ventilsitz von oben eingeschraubt. Die gebaute Kurbelwelle war vorne und hinten gleitgelagert, das Mittelteil lief in zwei großen Wälzlagern.

1924 wurde mit geringen technischen Änderungen (Röhrenkühler, Reservetank u.a) der Nachfolger Steyr Typ V vorgestellt, der dann noch ein Jahr lang gebaut wurde.
Steyr Typ V -Karosserie ÖFAG (Österr.Fiaker-Automobil-Fabrik)

vom Steyr II wurden 2150 Stück, vom Steyr V nochmals 1850 Stück gebaut.

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1925
kam der vollständig überarbeitete Nachfolger Steyr Typ VII

1921 – 24 :  Steyr IV (Steyr 6/20 und Steyr 7/23)

Um die Basis der Produktion zu verbreitern, konstruierte Hans Ledwinka auch einen kleineren Wagen, den Typ Steyr IV mit einem 2-ltr 4-Zylinder-Motor, der ab 1921 zuerst mit 20 PS, dann mit 23 PS gebaut wurde.
Aus dem leichteren Fahrgestell des Steyr Typ IV und dem 6-Zylinder Motor des Typ II entstanden (neben den Sport- und Rennwagen) der legendäre Steyr VI Sport, bzw. Steyr Klausen (Sport).

Der kleinere Steyr IV hatte mit 950 Stück in vier Jahren nicht ganz den erwarteten Erfolg. Kleinere Fahrzeuge mußten auch billiger sein, und das schaffte erst die Fließbandfertigung des Steyr XII (ab 1926).

1925 – 1928

Steyr Typ VII (Steyr 12/50)

1925ca - Hermann Rützler.Schnallentor.Waffenauto

Beim Nachfolger des Steyr Typ II bzw. V wurden ( unter Ledwinkas Nachfolger Anton Honsig) neben technischen Änderungen die Motorleistung des 3,3 ltr Motors auf 50 PS angehoben. Die ersten Exemplare hatten noch keine Vorderradbremsen, zuletzt gab es den Steyr VII auch mit Flachkühler. 1927 wurde der Preis des Double-Phaetons von 20.000 öS auf 17.000 öS gesenkt.

Der gute Ruf und die Erfolge der Steyr Sport- und Rennwagen verhalfen dieser Weiterentwicklung des Waffenautos zu weiteren vier Jahren Bauzeit (2 Stück noch in 1929) und 2148 gebauten Exemplaren (inkl. einiger Nfz-Aufbauten).

Parallel zur Fertigung des Steyr Typ VII begann in Steyr 1926 die erste Fließband-Fertigung mit dem neuen kleineren Steyr, dem sehr erfolgreichen 1,6 ltr 6-Zylinder Steyr Typ XII, eine Konstruktion von Anton Honsig.
Der kleinere „12er-Steyr“ kostete 1927 als double Phaeton 9.965 öS.

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