DI. Dr. Kurt Ottizky

(1911 – 1968)

Mitbegründer der GFM, Techniker, Geschäftsführer und Verkaufsdirektor

Quelle:Steyrer Zeitung 12.12.1968 zum Tod von Kurt Ottizky:

Baurat Dipl.Ing. Dr.tech. Kurt Ottizky gestorben:

„Die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Maschinenbau hat einen schweren Verlust erlitten: Baurat Dipl.Ing. Dr.tech. Kurt Ottizky, Geschäftsführender Gesellschafter der GFM, ist am Montag, 9. Dezember 1968 nach kurzem, schwerem Leiden im 58. Lebensjahr verstorben.

Der Aufstieg der GFM zu einem Betrieb mit internationalem Ansehen ist mit dem Namen Ottizky untrennbar verbunden.

  • Geboren: 5.März 1911 in Wien
  • Studien und Promotion an der Technischen Hochschule in Wien
  • Leitende Tätigkeit in zwei Unternehmen
  • Während des 2. Weltkrieges: im technischen Stab der Luftwaffe und Sonderbeauftragter für Entwicklungsaufgaben der Luftwaffe bei Prof. Lösel
  • Gründung des Steyrer Unternehmens zusammen mit Bruno Kralowetz im August 1945

Dipl.Ing. Dr. Kurt Ottizky leitete den Verkauf der Maschinen des Unternehmens, insbesondere in die Staaten des Nahen und Fernen Ostens und des Südens. Er konzipierte die Finanzpläne und stellte die Bankverbindungen her. Fundiertes technisches Wissen, hervorragende Sprachkenntnisse und ein freundliches, tolerantes Wesen waren jene Eigenschaften, die Mitarbeiter wie Geschäftspartner besonders schätzten.

Er setzte sich aber auch tatkräftig für die Förderung von Forschung und Kultur ein, caritative Einrichtungen wurden von ihm großzügig unterstützt. Er war im Forschungs-Förderungs-Fond der gewerblichen Wirtschaft tätig, sowie Obmann des Elternvereines der HTL Steyr und galt als vorbildlicher Sportsmann.“

Diashow der Bilder:

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Werdegang der GFM

  • Quelle: GFM 25 Jahr Jubiläum 1970

Kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde im Herbst 1945 das Unternehmen vorerst als OHG und im Jahre 1952 als GFM Gesellschaft für Fertigungstechnik und Maschinenbau Gesellschaft m. b. H. von den beiden Gesellschaftern Dr. techno h. c. Dipl.-Ing. Bruno Kralowetz und Dipl.-Ing. Dr. techno Kurt Ottitzky mit kleinstem Anfangskapital gegründet. Sie nahmen ihren Betrieb in 3 Holzbaracken auf, die auf Pachtgrund am Stadtrand von Steyr aufgestellt wurden.

Die GFM befasste sich anfangs damit, Maschinen und Geräte für das Gewerbe zu konstruieren und diese bei Unterlieferanten fertigen zu lassen. So konnte die GFM in den Jahren bis 1955 159 Exzenterpressen, 760 Sicken- und Bördelmaschinen, 423 Bandsägen, 13028 Kreissägewellen und viele andere Geräte und Werkzeuge – auch  Krautschneidemaschinen und Ösenpressen für Schuhmacher waren darunter – verkaufen.

Gleichzeitig wurde der Aufbau eines eigenen Betriebes mit der Möglichkeit der Eigenfertigung von Maschinen und Geräten in Angriff genommen. Wohl wissend, dass der große Nachholbedarf nach Beendigung des Krieges nur von kurzer Dauer sein konnte, wurde zugleich mit der Entwicklung neuer Maschinen und Arbeitsverfahren begonnen, um nach dem Übergang in normale Wirtschaftsverhältnisse auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähige Produkte als Programm für die GFM zur Verfügung zu haben.

Die Entwicklung derartiger Maschinen erstreckte sich einerseits auf ein neues Schmiedeverfahren – Feinschmieden genannt -, andererseits auf ein neues Fräsverfahren, das im Besonderen bei der Kurbelwellenfertigung Anwendung findet. Die gute Aufnahme, die diese Sonderverfahren auf dem Weltmarkt fanden, zwang dazu, die eigenen Fertigungsmöglichkeiten laufend zu vergrößern und geeignete Betriebsräume mit entsprechenden Krananlagen und Transporteinrichtungen zu schaffen.

Im Jahre 1951 wurde am Stadtrand der Stadt Steyr ein größeres Grundstück erworben, um auf diesem eine erste eigene Fertigungshalle und die unbedingt notwendigen Verwaltungsräume erstehen zu lassen. Durch spätere Zukäufe an Grundflächen konnte dieses Grundstück wesentlich vergrößert und abgerundet werden; es umfasst heute 56 366 m²  

Die Betriebsstätten wurden in den Folgejahren laufend ausgebaut, so dass zur Zeit der GFM an Fertigungshallen und Büroräumen ein verbauter Raum von 36 311 m2 zur Verfügung steht. Diesem Wachsen der Fertigungsmöglichkeiten entsprach ein Ansteigen der Belegschaft von anfangs ca. 30 Personen auf heute ca. 700 Betriebsangehörige.

Dieser Aus- und Aufbau, der von der Geschäftsleitung bis heute zielbewusst fortgesetzt wird, wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht seitens aller zuständigen Stellen die entsprechende Hilfe gegeben worden wäre. Dies betrifft sowohl die Stadtverwaltung Steyr, bei der die GFM stets für ihre Sorgen und Anliegen offene Türen und Unterstützung fand, als auch die staatlichen Stellen und Banken, die weitgehende Hilfe in Form von ERP- und sonstigen Krediten gewährten. Die Zuwendung solcher erforderlichen Mittel war deshalb besonders schwierig, weil die Eigenmittel der GFM anfangs sehr gering waren, und Banksicherheiten mangels Vorliegens von Eigenkapital üblicherweise nicht gegeben werden konnten. Es muss an dieser Stelle daher betont werden, dass die Hausbanken der GFM Personalkredite, fußend auf das Vertrauen zur Geschäftsleitung des Unternehmens, eingeräumt haben, und die GFM ist ihnen daher für die dadurch gegebene Starthilfe zu besonderem Dank verpflichtet.

Das schnelle Wachsen der Firma wird ersichtlich, wenn man die Entwicklung der Maschinen auf dem Gebiete des Schmiedens und Fräsens näher betrachtet. Die erste Feinschmiedemaschine, die noch in den Barackenräumen entwickelt und gefertigt wurde, hatte ein Gewicht von 4 t und war für die Fertigung kleiner gestufter Wellen bestimmt. Veranlasst durch Wünsche, die im Laufe der Jahre seitens ausländischer Kunden an die GFM herangetragen wurden, ist in den folgenden Jahren bei gleicher Grundkonzeption die Schmiedemaschine in verschiedene Sonderbauarten abgewandelt worden, welche zum Abschmieden von Stangen, gestuften Achsen, Rohren, Stahlflaschen, Gewehrläufen usw. geeignet sind. Gleichzeitig war es auch erforderlich, der Größenordnung der verschiedenen Werkstücke entsprechend, immer schwerere Typen der Schmiedemaschinen zu entwickeln und zu bauen. Die größte derzeit in Auftrag gegebene Schmiedemaschine für ein österreichisches Edelstahlwerk weist ein Gesamtgewicht von 800 t auf. Eine ähnliche Entwicklung gab es auch auf dem Gebiet des Kurbelwellenfräsens. Auch hier musste entsprechend den Anforderungen kleiner Kurbelwellen – für den Personenwagenbau – bis zu den größten Schiffskurbelwellen eine Typenreihe von Maschinen entwickelt werden, welche das gesamte Programm umfasst. Die größte zurzeit in Bau befindliche Kurbelwellenfräse wird ein Gewicht von ca. 220 t aufweisen.

Mit dieser Entwicklung ist die GFM in den Kreis der Großwerkzeugmaschinenhersteller eingetreten. Die Ausrüstung der Fertigungsstätten musste dieser Entwicklung angepasst werden. Auch organisatorisch erschien es zweckmäßig, die GFM in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Die Firmeninhaber haben sich daher entschlossen, die Firma ab 1. Jänner 1970 als AG. zu führen, und so wird die GFM mit ihrem 25. Lebensjahr als GFM – Gesellschaft für Fertigungstechnik und Maschinenbau Aktiengesellschaft im Sinne ihrer Gründer weiterwirken.

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