Josef Reder

(1825 – 1893)

Holzhändler in Steyr und Wien. Gründer des Dampfsägewerkes

Der Betrieb des Vaters Matthias Reder bestand aus einer Holzhandlung und der Schiffmeisterei.

  • Quelle: Festschrift 100 Jahre J.&c.Reder Steyr-Wien. 1831-1931

Im Jahre 1839 hatte Matthias Reder seinen erst vierzehnjährigen, aber vielversprechenden Sohn Josef  in die Holzhandlung Ettl nach Floridsdorf gesandt. Dort blieb er drei Jahre. 1843 erscheint er im Protokollbuch der „Schiff- und Floßleute“ in Steyr als Jungknecht eingetragen. Josef hatte eine ausgesprochene Vorliebe für das Wassergeschäft, die Flößerei und Schifffahrt.  Josef war ab 1847 selbstständig Schiffmeister und auch in der Holzhandlung seines Vaters tätig. Die Angliederung des Schifffahrtsbetriebes war für das Unternehmen Reder von größter Bedeutung. Eine große finanzielle Investition war die Anschaffung eines vollständigen Schiffzuges, der aus drei bis vier großen Klobzillen und kleineren Fahrzeugen bestand.  Kosten: 7000 Gulden C.M. , Ankauf des „Schiffmeisterhauses“ in Ennsdorf, Haratzmüllerstraße 3, um 12.000 Gulden C.M.

Heirat 1851: Josef Reder heiratete Elisabeth, die Tochter des Bräuers Josef Jäger von Waldau in Steyr.

Die Reder´sche Schiffmeisterei verfügte bald über zwei vollständige Schiffzüge mit 8 großen Schiffen udn 25 Pferden. Damit wurden regelmäßige Fahrten auf der Enns und der Donau bis Wien und Budapest unternommen. In den Fünfziger Jahren (nach 1850) kaufte Reder ein eisernes Frachtschiff (nach dem Vorbild des Linzer Schiffmeisters Mayer). Später erfolgte der Kauf eines 110-Tonnen Frachtschiffes.

Aus dem Bericht der oö. Handels- und Gewerbekammer: die Schiffmeister Reder und Mayr aus Steyr transportierten 1851: 2000 Tonnen Eisenwaren, 9200 Kälber und 2000 Klafter Scheitholz ennsabwärts.

Unglücksfälle und Rückschläge erlitt der Schiffsmeister durch manche Schiffsunglücke oder das „Einfrieren“ der Donau oder durch das große Hochwasser 1862.

Eisenbahn: Mit der Eröffnung der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn 1858 begann der Todeskampf der Ruderschifffahrt.

1865: Tod von Matthias Reder – Geschäftsübernahme durch Josef Reder

Großer Geschäftsaufschwung war möglich durch den Holzhandel, der durch die Bautätigkeit in Wien und den Eisenbahnbau enorm angewachsen war. Das Anwachsen des Holzgeschäftes in Wien veranlasste Josef Reder im Jahre 1869 in Wien eine Vertretung zu errichten. Geliefert wurde Rundholz aus der Lambergischen Herrschaft Steyr, das vom Ennstal abwärts verflößt wurde.

Josef Reder kaufte 1871 ein Grundstück an der Mündung des Ramingbaches bei Steyr und errichtete dort ein Dampfsägewerk mit vier Vollgattern. Zusätzlich hatte die Firma zwei Sägewerke in Pacht, und zwar, bis 1876 das an der Mündung der Steyr in Zwischenbrücken gelegene (Haindlmühle) und 20 Jahre hindurch das der Herrschaft Lamberg gehörige in Unterhimmel. Überdies kaufte er 1878 noch ein Sägewerk in Unterletten (Neuzeug)

Durch die Weltausstellung 1873 in Wien wurde ein ungeheuer großer Umsatz erwirkt. Der Börsenkrach dieses Jahres beendet jedoch die Periode des glänzenden Aufstieges. Erstmals musste die Firma Geld ausleihen (Sparkasse Steyr)

Mit dem Eintritt seiner zwei Söhne Josef und Karl wurde ein Lagerplatz in Wien an der Brigittenauerlände gepachtet. 1880 machte sich ein fühlbarer Umschwung der Wirtschaft bemerkbar. Am 1. März 1881 übergab Josef Reder seinen Söhnen Josef und Karl das Unternehmen und zog sich ins Privatleben zurück.

Legendär sind die vielen Berichte, wo er Ertrinkenden das Leben gerettet hatte. Unvergessen ist die mutige Tat, wie er zwei italienischen Flößern, die mit ihrem Fahrzeug bei Hochwasser an die Spitze der Heindlmühlwehr in der Steyr angeschwemmt worden waren und stundenlang dem drohenden Sturz in den kochenden Wirbel vor Augen hatten, mit größter Geschicklichkeit und Anstrengung gerettet hatte.

  • Josef Reder war 6 Jahre Obmann der Bausektion im Gemeinderat
  • 30 Jahre hindurch Obmann der Steyrer Schiffergenossenschaft

Nach der Übergabe 1881 wurde die offene Handelsgesellschaft „J.& C. Reder“ eingetragen. Die Arbeit wurde so geteilt, dass Josef den Holzeinkauf und die Sägewerke in Steyr leitete und Karl in Wien den Verkauf übernahm. Josef Reder starb 1885 an einem schweren Lungenleiden. Somit war Carl Reder Alleinbesitzer.

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