Anton Schosser

(1801 – 1849)

Heimat- und Volkslieddichter, bekanntes Lied „Hoamweh: Wo i geh und steh.“

  • Geboren am 7. Juni 1801 in Losenstein
  • Gestorben in Steyr am 26. Juli 1849

Der Volksdichter

  • Quelle: Amtsblatt 1961

Vor 160 Jahren, am 7. Juni 1801, wurde in der Ortschaft Stiedelsbach bei Losenstein Anton Schosser, einer der bedeutendsten Volksdichter Oberösterreichs geboren. Sein Vater Bernhard Schosser war Nagelschmiedgeselle. Bereits als Kind war Anton Schosser schwach und kränklich und hatte keine Neigung für das Handwerk seines Vaters. Auf Anraten seines Firmpaten, des Pfarrers von Losenstein Franz Xaver Damböck, besuchte er in Melk das Stiftsgymnasium. In Melk studierte er 4 Jahre und zeigte dort besonders Vorliebe für das Zeichnen. Hierauf wechselte er das Gymnasium, indem er nach Klagenfurt übersiedelte. Doch schon nach 2 Monaten kehrte er nach Losenstein mit der Begründung heim, dass er in Klagenfurt keinen Kostort habe finden können. Durch den Pfarrer Fürlinger von Ternberg wurde er später in Geometrie und Situationszeichnen unterrichtet. Da Schosser aber keine Gelegenheit fand, seine Kenntnisse auszuwerten, wurde er zunächst Schulgehilfe in Leonstein, später Lehrer in Kleinreifling. Aber Schosser, unstet ähnlich wie Stelzhamer, war eines Tages aus Kleinreifling verschwunden. Er war nun wieder in Losenstein, zu Hause „im Holz ober der Kirche“. Bald jedoch griff er wieder zum Wanderstab. Er zog ins Innviertel, wo er 6 Jahre bei Grundvermessungen tätig war. Darauf war er im Traunkreis als Privatingenieur beschäftigt. Am Traunsee fand Schosser einen Kreis von Menschen, der volles Verständnis für seine Lieder hatte. Herzog Max von Bayern, der damals in Gmunden weilte, lernte die Lieder Schossers kennen. Über Aufforderung des Herzogs gab Schosser seine Gedichte heraus und widmete sie ihm. Dafür erhielt er von diesem eine goldene Medaille zugesandt.

Doch mit Schosser ging es zu Ende. Krank und zu keiner Arbeit fähig, kehrte er nach Losenstein zurück und fand Unterkunft im Hause seiner Schwester. In dieser Notzeit nahmen sich seiner einige Gönner, wie der Herrschaftsbesitzer von Losenstein, Graf Auersperg, Abt Benno Kreil von Admont und Graf Hardegg an. Als sich Schosser besser fühlte, ging er im Sommer 1849 nach Steyr um einen Verdienst zu suchen. Hier starb er bald nach seiner Ankunft am 26. Juli 1849 und wurde im 1. Teil des Steyrer Friedhofes begraben. An seinem Sterbehaus, heute Leopold-Werndl-Straße 9, ist eine Gedenktafel angebracht. Auf der Ennsleite wurde eine Straße nach ihm benannt.

1850 gab Julius von der Traun (Alexander Julius Schindler) den dichterischen Nachlass Schossers im Steyrer Verlag Franz Sandbök unter folgendem Titel heraus: „Anton Schosser’s nachgelassene Gedichte in der Volksmundart des Traunkreises. Sammt einer Lebensgeschichte des Dichters und den oberösterreichischen Nationalmelodien zu allen Liedern desselben herausgegeben von Alexander Julius Schindler“. Ein Teil der Gedichte Schossers ging verloren. Ein Freund Schossers, der als Soldat nach Ungarn einrückte, hatte die Gedichte mitgenommen, aber diese nicht mehr zurückgebracht. Schosser geriet später fast ganz in Vergessenheit, bis sich Norbert Hanrieder, der von 1867 bis 1869 Kooperator in Losenstein war, seiner Werke annahm. Neu aufgelegt wurden Schossers Lieder 1889 vom Stelzhammerbund in der Sammlung „Aus da Hoamat“.

In seinen Dichtungen zeigt Schosser feines Empfinden für die Landschaft der Heimat. Charakteristisch für seine Dichtung ist auch das Heimweh. Seine tiefempfundenen Lieder gelten Losenstein, den Bergen und dem Volk seiner Heimat. Zu den bedeutendsten Liedern zählen neben anderen „Die Klaus’n beim Bach“, „Da Losstoana in da Fremd“ und „s’Hoamweh“.

Im Heimathaus Steyr befinden sich einige Handschriften von Schosser und eine Steuerbezirkskarte von Sierning, die auf Veranlassung des Steuerbezirks-Oberbeamten Augustin Edlbacher von Anton Schosser entworfen wurde.

Anton Schosser (* 7. Juni 1801 in Stiedelsbach, Gemeinde Losenstein; † 26. Juli 1849 in Steyr) war ein oberösterreichischer Heimat- und Volkslieddichter.

  •  Quelle: Wikipedia

Schosser, Sohn eines Nagelschmieds, besuchte vier Jahre das Gymnasium in Melk, anschließend wurde er vom Pfarrer Pislinger mit Geometrie und Situationszeichen beschäftigt. In weiterer Folge wurde er Schulgehilfe in Leonstein und später Schullehrer in Kleinreifling; später verdiente er seinen Unterhalt als Geometer, dabei hielt er sich längere Zeit in Gmunden auf.

Seine mundartliche Lieder wurden in einem Buch mit dem Titel Naturbilder aus dem Leben der Gebirgsbewohner in den Grenzalpen zwischen Steyermark und dem Traunkreise (Steyr 1849, 2. Ausgabe 1850) veröffentlicht.

Ihm zu Ehren ist in Steyr eine Straße (Schosserstraße) und eine Alpenvereinshütte (Anton-Schosser-Hütte) nach ihm benannt.

Werke

  • Erzherzog-Johann-Jodler
  • ’s Schwoag’ngehn
  • ’s Hoamweh („Wo ich geh’ und steh’, thuat mir’s Herz so weh“)
  • Mein Seufzer („Da steh’ ich auf’m Kogel“)
  • ’s Hoamtreib’n
  • Der Hahnersalz
  • ’s Gamsjagern
  • Die krank’ Schwoag’rin

Quellen:

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Aus dem Heimatbuch von Losenstein:

  • Losenstein, du teure Gegend
  • Dich noch einmal möchte ich seh’n;
  • Nur noch einmal auf den Bergen
  • Meiner Heimat möchte ich geh’n;
  • Wo die schweren Hämmer klingen
  • Und die frohen Schmiede singen.
  • Alles voll von Blütenbäumen,
  • Wie ein Garten ist das Tal,
  • Und die goldenen Ährenfelder
  • Zeigen Segen überall –
  • Und der Menschen Herzensgüte
  • In dem Haus und in der Hütter
  • An der Enns, wo sich die alter-
  • Graue Ritterburg erhebt,
  • Steht das kleine, arme Häuschen,
  • Wo ich freudenreich gelebt;
  • Wo die unvergeß’nen Stunden
  • Meiner Jugend mir entschwunden.
  • Unverlöschlich brennt mein Sehnen –
  • Schicksal, zeig die Heimat mir,
  • Einmal noch in diesem Leben
  • Führe gültig mich zu dir!
  • Denn mir nagen schon am Herzen
  • Anderen Heimweh’s bange Schmerzen

In Linz und Steyr wurden Straßen nach Anton Schosser benannt. Schossers Freund Alexander Julius Schindler sammelte seine Gedichte, der Österr. Alpenverein und der Stelzhammerbund veröffentlichten sie.

Das Buch von Schindler, der sich auch „Julius von der Traun“ nannte, erschien 1850. Im Vorwort erzählte er sehr ausführlich und originell die Lebensgeschichte Schossers. Dieses „gepfefferte“ Vorwort ist bis heute die wichtigste Informationsquelle über den Losensteiner. Das Vorwort fiel aber nach der ersten Ausgabe sogar der Zensur zum Opfer, weil Schindler hier allzu deutlich seine Meinung ausdrückte.

Die Gedichte aus dem Nachlaß Anton Schossers reihte Schindler folgendermaßen:

Nicht alle Gedichte von Schosser sind überhaupt bekannt geworden. Darüber berichtet Schindler: Wie ich erfahren habe, soll Schosser außer den hier mitgetheilten noch mehrere Gedichte hinterlassen haben, doch befinden sie sich im Besitze eines Nagelschmiedgesellen, Namen P., eines recht guten Sängers, für den unser Dichter große Vorliebe bewies, und dem er daher gerne seine Manuscripte übergab, da er selbst seine Produkte alle auswendig wußte. P. mußte inzwischen Soldat werden und steht bei der Armee im südlichen Ungarn – … von dem Entfernten fehlen schon seit Monaten alle Nachrichten und es entsteht die gegründete Vermuthung, daß er unter den Wällen von Peterwardein verblutet ist.“

Von Anton Schosser sollen zahlreiche Gemälde in der Umgebung von Losenstein stammen. Die Darstellung des Bandes von Losenstein wird ihm zugeschrieben. Das Bild befindet sich im Pfarramt. Auch viele kleine Marterln soll er bemalt haben. An Schossers Geburtshaus wurde 1882 vom Deutsch-österr. Alpenverein eine Marmortafel errichtet. 1889 gab der Alpenverein in seine Reihe „Aus da hoamat“ ein Buch mit den Liedtexten von Schosser und Josef Moser heraus. Es trug den Titel „Bilder aus dem Natur- und Volksleben der oberösterreichischen Alpen“.

Josef Weinberger meißelte aus einer Säule, die er nach dem Zweiten Weltkrieg in der zerbombten Albrechtsrampe (heute Albertina) in Wien fand, das Schosserdenkmal, das zum 100. Todestag von der Kirche, am Schlossplatz, in Losenstein aufgestellt wurde.

Lois Weinberger schrieb sogar einen Einakter, der ebenfalls bei der Feier im August 1949 zur Aufführung kam. Die Hütte auf der Hohen Dirn wurde nach Anton Schosser benannt.

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