Anna Zelenka

(1891 – 1969)

Steyrer Heimatdichterin: Buch „Feierabend Gedanka“ (1957)

Anna Zelenka verstorben

  • Quelle: Steyrer Kalender 1971

Frau Anna Zelenka, die als Heimatdichterin weit über die Grenzen Steyrs bekannt war und bei Heimatabenden gern gesehener Gast war, ist im 79. Lebensjahr verstorben. Trotz eines harten Lebens und schwerer Schicksalsschläge hat sie ihren goldenen Humor, die Lebenskraft und auch die Güte des Herzens – eine ihrer bewunderswertesten Eigenschaften – nie verloren. Mit 21 Jahren nach kurzer Ehe verwitwet, nach 12 Jahren wieder verheiratet, und nach einem Autounfall des Gatten wieder verwitwet, musste sie noch den Tod der Schwiegertochter erleben. Es trauert besonders die Familie und der Stelzhamerbund.

„Am scheansten is d´Hoamat“: Zum 70. Geburtstag der Heimatdichterin  Anna Zelenka

  • Quelle: Steyrer Zeitung 22. Juni 1961  (Verfasst von Leo Wirth)

Biographische Daten: geboren am 24. Juni 1891 in Steyr-Aichet als Tochter des Betriebsverwalters Johann und Franziska Ernst, verlebte sie eine sonnige Kindheit. 1912 verehelichte sie sich mit dem Essemeister Karl Pöllhuber, einem Bauerssohn aus dem Riedgraben am Wienerberg, Micheldorf. Ein Jahr später wurde sie Mutter, aber auch Witwe. Im Jahr 1919 errichtete sie eine Privatküche mit Kochschule. Sie hat in einem Zeitraum von 40 Jahren mehr als ein halbes Tausend Mädchen in der Kunst des Kochens und Backens unterwiesen. 1927 heiratete sie zum zweiten Mal, den Schneidermeister, Naturfreund und Jäger Karl Zelenka. Er verunglückte 1949 bei einem Autounfall tödlich. In ihrem unsagbaren Schmerz brachte ihr das Schaffen vorwiegend besinnlicher Werke und eine sehr rege Vortragstätigkeit Tröstung und Linderung.

1957 veröffentlichte sie eine Reihe von Gedichten im Büchlein „Feierabend Gedanka“.  Der überaus rege Zuspruch machte innerhalb kurzer Zeit eine zweite Auflage notwendig. Wilhelm Schaumberger, Obmann-Stellvertreter des Stelzhamerbundes versah diesen Zweitdruck, dem einige Gedichte hinzugefügt wurden,  mit einem warmherzigen Geleitwort.

Diashow:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

In vielen ihrer mundartlichen Gedichte offenbart die Volksschriftstellerin Heimatliebe in seiner schönsten Form.

Ihrer Geburtsstadt Steyr gedenkt sie mit ergreifender Innigkeit. Einige ihrer gefühlvollen Schöpfungen hat der Musikdirektor Emil Münzberg in Töne gefasst, wie „Abschied von Steyr“ oder „Der alte Nussbam“.

Der Stelzhamerbund wird  im Rahmen des Steyrer Heimatabends am 24.Juni 1961 im Saal der Arbeiterkammer anlässlich ihres 70. Geburtstages die Heimatdichterin besonders ehren.

Gedicht: „Steyrer Friedhof“ von Anna Zelenka:

Gehst aufi am Schnallenberg, dort glei rechter Hand – siachst eini am Freithof, do schlafans beinand!

D´Kapelln und da Hergott, dö grüaßn dich glei – es ist dort so ruahamm und friedlich dabei.

Rechta Hand is a Platzerl meine Leut liagan dort. I suachs recht of hoam und bin gern an dem Ort

A Stückerl nu füri bleib i a wieda steh liegt in Schubert sei Linerl, kannst net vorbei gehn. (Karoline Eberstaller, Schuberts Freundin)

Zwoa Graberl triafst wieda recht oanfach und schlicht – da Schosser hat ganga, da Moser hat dicht.

Ja a „Gamsjagern“ a „Almfahrn“ dös singan d`Leut gern, ma kann alli di Liada nur z`Losenstoa drin hern.

Und nu weita füri is a Grabstatt recht schen – da liegt unsa Werndl bleibst a a weng stehn!

Na so vül Bekannt triafst net bald wo amol, wirst  net ferti mitn Grüaßn, so groß is die Zahl.

Und bei dö kloan Kreuzeln kehrst nu amol zua, da liegan dö Helden in ewiger Ruah.

Wann i amol dortan mei Hoamatl hab, dann bin i net fremd, denn i kenn a niads Grab.

Hymne an Österreich

von Anna Zelenka Steyr 1946

Sei gegrüßt zu jeder Stunde, Heimat, trautes Österreich! Ja man schlug dir manche Wunde, bist an Sorgen wirklich reich. Doch erstanden bist du wieder hoffnungsvoll aus dunkler Nacht. Neu erblüh´n – im Handeln bieder, wirst dich freun´n der alten Frucht.

Möge blühn in unserem Lande, alles einem Garten gleich; Gottes Sonne soll erstrahlen über unser Österreich. In den Bergen ruhen Erze, an der Donau grünt der Wein, goldig leuchten unsere Ähren reif im Sommersonnenschein.

Seid gegrüßt ihr dunklen Wälder und ihr Burgen sagenreich; Dom und Kirchen in den Städten, Orgelklang – so ernst und weich. Wenn dann noch Sang erklinget jedes Herz der Wunsch beseelt: Österreich berbüh in Freiden und mit dir die ganze Welt.

Advertisements

Über redtenbacher

Redtenbacher Fan
Dieser Beitrag wurde unter Dichter, Künstler veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s