Karl Adolf Krepcik

(1907 – 2002)

Professor an der HTL Steyr für Stahlschnitt. Holzschnittkünstler und Obmann des Kunstvereins

  • geboren am 20.7.1907
  • gestorben am 19.6.2002 in Steyr

Quelle: Steyrer Zeitung 17.3.1977

Ausstellung Karl Adolf Krepcik in Linz (1977)

Das druckgraphische Schaffen Krepciks in der Galerie Bejvl

Seit 14. März 1977 läuft in der Galerie Otto Bejvl in Linz, Hofgasse 20, eine Ausstellung, die einen Querschnitt durch das druckgraphische Schaffen des Steyrer Oberstudienrates Karl Adolf Krepcik darstellt.

K. A. Krepcik, in Steyr als Lehrer an der Fachhochschule für Stahl- und Stanzenschnitt an der HTL sowie als langjähriger Obmann des Kunstvereines Steyr bestens bekannt, den zahlreichen Kunstfreunden auch von den bisherigen Ausstellungen als Meister des Holzschnittes vertraut, hat seine künstlerische Ausbildung in den Jahren 1926 bis 1932 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien absolviert. Das ist, im Abstand der Jahre betrachtet, eine lange Zeit her und bedeutet auch einen Weg der Wandlungen in den Schaffensepochen und in den Ausdrucksformen. Trotzdem ist Prof. Krepcik immer derselbe geblieben, unverwechselbar in der Eigenwilligkeit des Ausdrucks, und so ist die Ausstellung in der Galerie Bejvl in Linz ein abgerundetes Ganzes, auch wenn Prof. Krepic diesmal auch Werke aus früheren Epochen seiner künstlerischen Tätigkeit zeigt.

Rückbesinnung oder Nostalgie? Man mag es nennen, wie man es will: Erfreulich ist, dass jetzt der Zeitgeist Retroperspektiven nicht nur zulässt, sondern für diese sogar eine ausgesprochene Vorliebe entwickelt hat.

Die Krepcik-Austellung in Linz ist bis 15. April geöffnet (Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr). In den Gedanken über die „Zerstörung“ der Form in der Kunst des 20. Jahrhunderts schreibt Prof. Krepcik selbst im Ausstellungsprospekt:

„Die meisten Kulturen sind in ihrem Frühstadium sehr streng und nicht gerade zimperlich in ihrer Kunst mit den Naturformen umgegangen, sicherlich eine Art Pendant zur damals üblichen grausamen Behandlung von Menschen und Tier. Ich denke hier etwa an die spannungsgeladenen Reliefs und Plastiken der alten Assyrer und Hethiter, an die oft schreckhafte indianische Frühkultur Amerikas oder an die geschnitzte Ornamentik am Osebergschiff in Oslo, um nur einige Beispiele aus der unendlichen Fülle aller Rassen und Völker zu nennen. Diese harte „Einbindung“ von Pflanze, Tier und Mensch in ein sehr straffes Kompositionsgefüge war stets durch sehr strenge Gesetze und Symbole religiöser oder machtpolitischer Wertschätzungen bedingt. Heute fehlen diese an sich außerkünstlerischen Zwänge. Auf unsere Gegenwartskunst bezogen würde ich sagen: die „Zerstörung“ und „Verfremdung“ oder optisch gegebenen Naturformen und Farben bis zur vollständigen Abstraktion halte ich nur dann für sinnvoll, wenn dies um den Gegenwert einer neu geschaffenen Ordnung in Form, Farbe, Komposition und Aufbau geschieht, andernfalls könnte diese „Zerstörung“ als Nihilismus, somit als negativ, willkürlich und destruktiv bezeichnet werden, in unserem Jahrhundert übrigens ein besonders Phänomen“.

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