Dr. Adolf Zottl

(1882 – 1940)

Arzt. Opfer des Widerstands gegen den Nationalsozialismus

  • Geboren am 28.5. 1882
  • Ermordet im KZ am 22.7.1940
  • Wohnung in der Neuschönau, Bahndammgasse 24
  • Arztordination im Dunklhof, Kirchengasse 16
  • Quelle: Leserbrief in der Steyrer Rundschau vom 11.1.2007, verfasst von Josef Hack, Garsten.

„Mutiger Arzt trotzte Hitler“

Dr. Adolf Zottl, vielleicht alten Steyrern noch in Erinnerung, war vor 1914 praktischer Arzt und ausersehen, das Primariat im eben neu erbauten Krankenhaus zu übernehmen. Doch der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhinderte dies. Dr. Zottl rückte an die Front (Feldspital) ein, wurde gefangen genommen und betreute in Sibirien aufopfernd unsere Gefangenen medizinisch. In die Heimat zurückgekehrt, führte Dr. Zottl seine  Privatordination in Steyr weiter und baute sich ein kleines Haus in der Neuschönau.

Dann kam das Jahr 1938. Dr. Zottl weigerte sich, die Hakenkreuzfahne an seinem Haus zu hissen. Das war damals so viel, wie ein Todesurteil. Die Folge waren Verhaftung und Einlieferung ins Konzentrationslager, wo Dr. Zottl vergast wurde. Die Urne kam nach Steyr. Der Beisetzung wohnte ein entfernter Verwandter und Schreiber dieses Leserbriefes bei. Ehre dem Angedenken an Dr. Adolf Zottl.

Josef Hack, Garsten“

 offene Fragen:

  • In welchem KZ war Dr. Zottl inhaftiert?
  • Wurde seine Urne tatsächlich nach Steyr gebracht?
  • Wie kam er ums Leben? Den Angaben im Leserbrief „vergast“ kann nicht recht gegeben werden, da Einsatz von Zyklon B – Gas erst ab 1942 üblich war.

 Steyrer Kalender 7.1.1915

Abschrift des handschriftlichen Protokolls: (aufgeschrieben für Wolfgang Hack; 2011)

„Schwester Frieda Maria Meichenitsch

Geboren in Marburg an der Drau, Alt-Österreich, besuchte die Krankenschwesterschule  in Wien und arbeitete auch im Frontlazarett bis Ende des Krieges. Dann kam sie nach Steyr, wurde Angestellte des Österreichischen Roten Kreuzes. Die Dienststelle war das Herrenhaus in der Sierningerstraße. Die TBC-Fürsorgestelle war unter der Leitung von Präsident Nothaft – Chef war Dr. Zottl, fallweise Dr. von Buchleitner. Ordination war 2 x wöchentlich für schwache in TBC kranke Kinder. (Ordinationszimmer, Bestrahlungszimmer mit Quak-Strahlern, Diensträume)

Dr. Zottl und Präsident Nothaft bemühten sich um Unterstützung vom Magistrat Steyr, für Kinder mit TBC, um Verschickung und Erholungsräume. Auch für mittellose Patientinnen wollte er Hilfe. Alles klappte bis zum Einmarsch der Nationalsozialisten, SS-Hitler-Truppen in Steyr.

Dr. Zottl war verwitwet und alleinstehend. Seine Wohnung war in der Gleinkergasse, 1. Stock, auch die Ordination. Im Parterre befand sich die ehemalige Apotheke.

Nun passierte etwas Furchtbares; das Datum ist mir unbekannt. Dr Zottl wurde in einer Nacht fast unbekleidet, ohne Schuhe, von SS-Männern abgeholt und verschleppt.  (Tot – sicherlich)

Aus Erzählung:

Sein Bruder wollte Dr. Zottl retten, er kam 1 Tag zu spät. Die Fürsorgestelle wurde aufgelöst. Auf der Promenade Steyr wurde das Gesundheitsamt errichtet, Leitung Dr. Haim; Mitarbeiterin – keine Rot-Kreuz-Uniform, war Schwester Frieda Maria Meichenitsch, Frau Peiker und Fr. Hieselmayr. Das Ende bzw. Weiterleitung ist mir unbekannt. 1969 hatte Dr. Haim eine wunderbare Rede beim Begräbnis von FM Sr. Frieda Meichenitsch gehalten.“

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