Emil Prietzel

(1842 – 1919)

 Gründer des graphischen Institutes und Druckereibesitzer in Steyr

  • Geboren am 1. März 1842 in Kuhna bei Görlitz, preussisch Oberlausitz
  • Gestorben am 25. Dezember 1919 in Steyr
  • Quelle: M.Brandl, Neue Geschichte von Steyr, S.142

1869 eröffnete Emil Karl Fürchtegott Prietzel im Haus Enge Nr. 18 (heute Haubeneder) eine Visitenkartendruckerei mit einer Handpresse. Das Unternehmen übersiedelte mit 23. April 1885 in das Haus Haratzmüllerstraße 29 (ehem. Schulgebäude). Nach 1912 waren sie in den Objekten Pachergasse 3 – Haratzmüllerstraße 6.

Der Buchdrucker Emil Prietzel verschied am 26.12.1919.

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  • Literaturtipp: Locicnik, Steyr – Arbeitswelt im Wandel. 2008, S.31ff

Karl Prietzel, dessen Bruder Emil das Haus mit der Druckerei 1928 um über 42.000 Schilling exekutiv ersteigert hatte, starb am 11.5.1932. Emil Prietzel starb am 12.2.1972 im 88. Lebensjahr.

Familie Prietzel

Der erste bekannte Vorfahre ist Hanns Prietzel , Bauer in (Nuder) Halbendorf b. Schönberg, 1464-1488.

Am 1. März 1842 wird dem Bäckermeister Johann Carl Gottlieb Prietzel, in Kuhna bei Görlitz ein Sohn geboren und auf den Namen Emil Fürchtegott Prietzel getauft. Er musste das Bäckerhandwerk erlernen, erst dann durfte er seinen Neigungen nachgehen und die Lithographie in einem der Betriebe von Görlitz erlernen. Meisterlich beherrschte er die Federführung. Dort lernte er auch die neue Technik der Fotographie kennen.  Nach mehreren Wanderjahren, die ihn unter anderem nach Dresden und Bielitz führten, erreichte er die Druckerei Haas in Wels. Dort dürfte er auch die 1. Frau, namens Amalie Marschner aus Ranshofen geheiratet haben. Der Ehe entsprossen ein Sohn (Karl) und eine Tochter, die 1884 nach New York auswanderte. Der Chef der Haas´schen Druckerei war Emil Fürchtegott Prietzel wohlgesonnen und riet ihm, in Steyr eine eigene Firma zu gründen.

Steyr war zu dieser Zeit eine aufstrebende Industrie- u. Handelsstadt. Der Industrielle Josef Werndl hatte hier eine bedeutende Waffenproduktion aufgebaut. Er hatte auch die Ausstellung  “Licht, durch mit Wasserkraft betätigte Turbinen“  ins Leben gerufen. Nun eilten zahlreiche Fremde aus allen Teilen der Welt nach Steyr um diese Neuerungen zu betrachten.

Bescheiden waren die Anfänge in der Enge 18 (Haubeneder) im 1. Stock dieses Hauses. Auf kleinstem Raum entstand die Druckerei Prietzel.  Vorerst befasste er sich mit der Herstellung der damals so begehrten mit Goldblatt unterlegten Glas-Firmenschilder sowie der Prägung von Geschäfts- und Visitenkarten. In seiner Nähe wohnte auch der bekannte Steyrer Maler und Lithograph Diltsch, der viele wertvolle Steingravuren für Urkunden und Diplome anfertigte. Bald wurden die Räume zu klein für die aufstrebende Firma, so übersiedelte die Druckerei in den 1. Stock der “Zipfer Bierhallen” in der Langen Gasse (Anmerkung: heute Haratzmüllerstraße, Hotel Minichmayr) an der Ennsbrücke. Dort erblickte am 12. April 1884 Emil Joseph Prietzel das Licht der Welt. Seine Mutter war die 2. Frau des Emil Fürchtegott Prietzel, die Braumeisterstochter Marie Schachinger aus Wolfsegg.  Ein Jahr später wurde sein Bruder Fritz Prietzel geboren.

Bald konnte die ehemalige Volksschule des Ennsdorfes in der Langen Gasse erworben werden, stolz nannte der Gründer der Druckerei Prietzel nun seine Firma “Graphisches Institut des Emil Prietzel, Buch-, Steindruckerei- und Prägeanstalt”

Als Höhepunkt seines Schaffens brachte ihm ein Fotoalbum für den Erzherzog Franz Salvator in Wallsee den Titel des k.u.k. Hoflieferanten ein.

1913 wurde das Braumeisterhaus Haratzmüllerstraße 6 mit den Brauhaussälen in der Pachergasse erworben. In den Gebäuden wurde eine der ersten Zentralheizungen der Stadt sowie ein Wasserleitungsanschluss installiert.

Am 25. Dezember 1919 starb Emil Fürchtegott Prietzel nach einem Sturz auf der eisigen Bahnhofstraße.

(Chronik erstellt von Frau Huber)

 

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