Gustav Ritzinger

(1856 – 1900)

Direktor der Fachschule (HTL): 1891 – 1900

  • Geboren am 24.3.1856 in Wien
  • Gestorben am 12.11.1900 in Steyr

Der nun nachfolgende Direktor Gustav Ritzinger nahm im Auftrag der Unterrichtsverwaltung, mehrere Reisen in die der Steyrer Industrie verwandten Erzeugungsstätten des In- und Auslandes und besuchte auch überdies einschlägige Ausstellungen. Die Früchte dieser Studienreisen blieben nicht aus. Wir sehen, dass die Fachschule unter Ritzingers Führung das bodenständige Gewerbe – wenn auch nicht in dem Ausmaß, als es den ehrlichen Bemühungen der Schule entsprochen hätte – befruchtete.

 Tod von Direktor Ritzinger:

  • Quelle: Steyrer Kalender 1902, S.124 (Bericht von November 1900)

Am Montag, den 12. November 1900  ist gänzlich unerwartet der Direktor der k.k. vereinigten Fachschule und Versuchsanstalt in  Steyr Gustav Ritzinger verstorben. Er machte durch Vergiftung mit Arsenik seinem Leben ein Ende.

Seine Auszeichnungen:

  • Ritter des Kaiser Franz Joseph Ordens
  • Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone
  • Besitzer der Civil-Jubiläums-Erinnerungsmedaille
  • k.k. Genossenschaftsinstruktor
  • Konservator der k.k. Centralcomission für Kunst- und historische Denkmale
  • Ehrenmitglied der Gemeinde Steinbach
  • Ehrenmitglied der Messerer Genossenschaft in Steinbach
  • Mitglied des k.k. uniformierten Bürgerkorps in Steyr

Direktor Ritzinger stand im 44. Lebensjahr. Er hinterlässt eine Witwe mit 4 Söhnen im Alter von 10 bis 18 Jahren.

Direktor Ritzinger war bereits seit 1878 mit einer kleinen Unterbrechung Fachlehrer an der Versuchsanstalt und seit circa 10 Jahren Direktor. Er hob die Anstalt auf eine hochansehnliche Stufe.

Ritzinger war der Sohn eines Wiener Stahlwarenfabrikanten. Er absolvierte nach mehrjähriger Lehrzeit beim Messerergwerbe einen Lehrcurs am k.k. Museum für Kunst und Industrie in Wien. Durch Reisen und Studien in Deutschland, Frankreich, England, Italien und Spanien bereicherte er sein Wissen. Nach Steyr gekommen vermählte er sich mit der Tochter des damaligen Bürgermeisters Moriz Crammer. Für die Gewerbetreibenden der Messerindustrie oder verwandter Berufszweige des Bezirks war er allezeit mit Rat und Tat gerne hilfsbereit. Er veranlasste die Einführung der neuen Schleif- und Poliermethoden nach Solinger Art. Er erwarb sich große Verdienste um die Erbauung der neuen Schleifen in Steinbach und Neuzeug, wie der neuen maschinellen Schmiede in Kleinraming. Er bewerkstelligte die Errichtung einer maschinellen Klingenschmiede in Steyr und griff erfolgreich den Ahlschmieden und Maultrommelerzeugern in Molln unter die Arme. 1895 war er von der konservativen Partei in den Steyrer Gemeinderat gewählt worden, dem er bis 1897 angehörte. Zur Pariser Weltausstellung 1900 war Direktor Ritzinger als Mitglied der Jury berufen worden. Er war wegen seiner Stellung eine im Steyrer Bezirk und darüber hinaus wohlbekannte Persönlichkeit. Sein tragisches Ende erregte in weiten Kreisen Aufmerksamkeit. Auf dem Gebiete der Eisen- und Stahlindustrie galt er als Autorität.

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