Ignaz Schroff

(1774 – 1851)

 Wohltäter Steyrs und Forschungen zur Stadtgeschichte

  • Geboren am 8. November 1774
  • Verstorben am 17. März 1851

Das Leben des Ignaz Schroff

  •  Quelle: Amtsblatt der Stadt Steyr 1960

Schroffs Vorfahren waren in Kleinraming Untertanen der Herrschaft Steyr. Sein Vater Johann Michael Schroff, ein biederer Schermesserschalenmacher und Ratsdiener, kaufte 1772 das Haus Mittere Gasse Nr. 28. Hier erblickte Ignaz Schroff am 8. November 1774 das Licht der Welt. Nach dem Besuch der k.k. Hauptschule Garsten wurde er 1786 Sängerknabe in der Benediktinerabtei Garsten. Nach Aufhebung des Klosters am 1. Mai 1787 begann er in Linz und Wien juristische Studien. Bereits im Jahr 1797 betätigte er sich als Rechtspraktikant in Steyr. Am 1. Jänner 1802 wurde er zum Sekretär ernannt und am 8. August 1803 zum Magistratsrat erhoben. Aber schon 1810 schied er aus dem Magistratsdienst. Schroff übernahm als Justiziär die Verwaltung des Patrimonialgerichtes des Freisitzes Maissenberg (Stein bei Steyr). Auch die Herrschaft Ramingdorf beanspruchte in dieser Hinsicht später seine Dienste. Nebenbei betrieb er in Steyr bis zum Jahre 1837 die Advokatur.

Ignaz Schroff war zweimal verheiratet, in erster Ehe mit der Kürschnerstochter Theresia Föß (1808 – 1823). In zweiter mit der Faßbinderstochter Theresia Neuhold (1826 – 1840). Beide Ehen blieben kinderlos.

Der Justiziär, der das Haus Stadtplatz Nr. 2 besaß, war eine angesehene Persönlichkeit. Zur Verschönerung der Fronleichnamsfeierlichkeiten ließ er 1816 auf seine Kosten für den Leopoldbrunnen am Stadtplatz einen Schmuck anfertigen, der bis in unsere Zeit herein Verwendung fand. 1824 der schreckliche Stadtbrand wütete, vermochte er ein um sich greifendes Feuers dadurch zu verhüten, indem er mit einigen Helfern den von den Flammen bedrohten Dachstuhl seines Hauses abtrug.

An den verdienstvollen Steyrer Bürger, der am 17. März 1851 an Altersschwäche aus dem Leben schied, erinnert eine Gasse im Stadtgebiet, die am Unterlauf des Ramingbaches parallel zur Haratzmüllerstraße verläuft.

 Bedeutende Steyrer

Ignaz Schroff

(Quelle: Amtsblatt der Stadt Steyr)

Im Amtsblatt der Stadt Steyr vom 1. März 1960 findet sich eine kurze Lebensbeschreibung des Historikers Franz Xaver Pritz (1791 – 1872), dem wir bekanntlich eine bis zum Jahre 1837 reichende „Beschreibung und Geschichte der Stadt Steyr“ verdanken. An der Gestaltung dieser Stadtgeschichte war auch der emeritierte Magistratsrat und Justiziär Ignaz Schroff hervorragend beteiligt, den Pritz in der zweiten Fassung seiner Steyrer Geschichte aus dem Jahre 1851, die als Manuskript im hiesigen Stadtarchiv verwahrt wird, als seinen „ältesten und treuesten Freund“, bezeichnet.

Ignaz Schroff ist der Steyrer Chronist der Biedermeierzeit. Vermutlich durch Pritz angeregt, beginnt er mit seinen tagebuchartigen Aufschreibungen nach dem Wiener Kongreß (1815) und schließt sie 1847, knapp vor dem Ausbruch der Märzrevolution des Jahres 1848. Neben täglichen Wetterbeobachtungen vermerkt er lokale und weltgeschichtliche Ereignisse. Er schildert die Besetzung der Stadt durch die Franzosen in der Zeit der Koalitionskriege, er beschreibt eingehend Hochwasser- und Brandkatastrophen, er berichtet über den Hofopernsänger Johann Michael Vogl, über Franz Schubert, Stelzhamer und andere Persönlichkeiten. Gewissenhaft erwähnt er alle bedeutenden kulturellen Veranstaltungen, vornehmlich die Aufführungen im alten Theater in der Berggasse. Für seinen Freund Pritz durchstöbert er das Stadtarchiv. Er fertigt Abschriften umfangreicher Urkunden an und exzerpiert Ratsprotokolle und andere Archivalien. Die Aufzeichnungen Schroffs füllen sechs umfangreiche Bände. Noch heute sind sie eine wahre Fundgrube für den Heimatforscher, da sie auch Auszüge aus derzeit verschollenen Quellen enthalten.

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