Franz Draber

(1913 – 1996)

Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

  • Geboren am 23. März 1913 in Steyr
  • Verstorben am 28. August 1996 in Steyr

Lebenslauf von Franz Draber

  • Quelle: nach der Trauerrede von Otto Treml, Steyr. August 1996

Franz Draber war ein Steyrer Widerstandskämpfer, Vorsitzender des KZ-Verbandes Steyr und langjähriger Funktionär der KPÖ. Er verstarb am 28.8.1996 nach kurzer schwerer Krankheit im 84. Lebensjahr.

Er wurde am 23.3.1913 in Steyr geboren, absolvierte Volks- und Hauptschule und erlernte den Beruf eines Werkzeugschlossers in den Steyr-Werken. Nach längerer Arbeitslosigkeit wurde er im Jahre 1934 als Arbeiter im Steyr-Werk aufgenommen.

Politisch war er seit seinem 14. Lebensjahr in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) und trat 1934 zur KPÖ über.

Schon vor dem Einmarsch der Hitler-Truppen engagierte er sich gegen den Nazi-Wahn.

1939 musste er zur Flak einrücken. Da die Steyr-Werke in der Rüstungsindustrie Hitler-Deutschlands eine große Rolle spielten, wurde er 1940 zur Rüstungsarbeit nach Steyr abkommandiert. Er organisierte gemeinsam mit Karl Punzer und Josef Bloderer die Widerstandsbewegung in Steyr. Es wurden in der Werks-Sportbewegung und im Werk selbst illegale Zellen der KPÖ aufgebaut und Gelder für die Angehörigen von inhaftierten Widerstandskämpfern gesammelt. Sie beeinflussten mündlich oder mit selbst hergestellten Flugblättern die Arbeitskollegen und die Zwangsarbeiter im antifaschistischen Sinne.

Im September 1942 wurde Draber mit einem Teil der Steyrer Widerstandsgruppe von der Gestapo aufgespürt und verhaftet. Nach monatelangen brutalsten Misshandlungen, sie wussten, dass er einer der führenden Funktionäre der illegalen kommunistischen Widerstandsbewegung in Steyr war, deshalb wandte man die grausamsten Foltermethoden der Geständniserpressung an. Franz Draber blieb standhaft und wurde im Februar 1943 mit seinem Kampfgefährten in das Gefangenenhaus Stadelheim in München überstellt. Fünf Monate verbrachte er im Gestapogefängnis in Linz und 15 Monate Einzelhaft.

Am 23. und 24. Mai 1944 fand die Volksgerichtsverhandlung im Justizpalast in München statt. Es wurden sechs Todesurteile wegen Vorbereitung zum Hochverrat erteilt. Die Todesurteile betrafen die Steyrer-Werksarbeiter

  • Franz Draber (31)
  • Karl Punzer (32)
  • Josef Bloderer (30)
  • Johann Palme (25)
  • Johann Riepl (44)
  • Anton Ulram (23)

Zweihundert lange Tage und Nächte verbrachte Franz Draber in der Todeszelle und musste auf die Hinrichtung warten. Am 30. November 1944 gelang es Franz Draber, Karl Punzer und Josef Bloderer aus der Todeszelle im Stadlheimer Gefängnis zu flüchten.

Punzer war durch die lange Haft zu sehr geschwächt, stürzte und wurde von den Gefängniswärtern eingeholt und in die Todeszelle zurückgebracht. Er ist am 5. Dezember 1944 zusammen mit Palme, Riepl und Ulram hingerichtet worden.

Draber und Bloderer liefen in verschiedene Richtungen weiter und entkamen. Zu Fuß schlug sich Franz Draber bis Bad Hall durch. In der Furtmühle (bei Hans Jetzinger) wurde er unter Lebensgefahr des Müllers aufgenommen und hinter einem Bretterverschlag versteckt. Nach Ostern 1945 fuhr er mit einem gefälschten Bergwacht-Ausweis als „Franz Gruber“ mit dem Fahrrad nach Hinterstoder und blieb dort bis Kriegsende im Untergrund im „Lang-Häusl“.

Sofort nach der Befreiung in den ersten Maitagen kam Franz Draber nach Steyr zurück und stellte sich dem Aufbau der Gemeindeverwaltung in Steyr-Ost zur Verfügung.

Er stellte sich als Zeitzeuge und Vortragender zur Verfügung. Er war eine herausragende Persönlichkeit von Steyr.

Auszeichnungen:

  • Ehrenmedaille für die Befreiung Österreichs vom Faschismus
  • Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens für die Verdienste um die Republik Österreich
  • KPÖ Ehrenzeichen in Gold
  • 2010 wurde eine Straße in Steyr-Föhrenschacherl nach ihm benannt.

Franz Drabers Flucht aus der Todeszelle:

  • Quelle: Dokumentation über den antifaschistischen Widerstand der KPÖ im Bezirk Steyr 1938-1945. März 2008

Franz Draber berichtet:

„Ich wurde im September 1942 verhaftet, nachdem ich 1939 eingerückt und 1940 zur Rüstungsarbeit nach Steyr abkommandiert worden war. Wir hatten in der Werk-Sportbewegung und im Werk selbst illegale Zellen der KPÖ aufgebaut und Gelder für die Angehörigen von inhaftierten Genossen gesammelt. Insgesamt sind damals über 30 Verhaftungen vorgenommen worden.

Der Prozess gegen uns war ursprünglich in Berlin vorgesehen. Wegen der Bombenangriffe wurde er nach München verlegt. Die Verhandlung fand dort im Justizpalast am 23.-24.5.1944 vor dem 5. Senat des Volksgerichtshofes statt. Es wurden sechs Todesurteile wegen Vorbereitung zum Hochverrat, begangen durch den Versuch, „die Ostmark vom Reiche loszureißen“, gefällt.

Ich verbrachte einige Wochen in Dunkelhaft, bei hartem Lager und in Ketten gelegt, weil ich durch Absägen des Fenstergitters einen Fluchtversuch gemacht hatte. Aber die Wachtmeister meldeten den Vorfall nicht nach „oben“, sie hatten zu uns ein gutes Verhältnis. Das hing vorwiegend damit zusammen, dass die Arbeitskräfte schon sehr knapp und wir Steyrer gute Handwerker waren. Punzer stellte als Tischler für die Wachtmeister Einrichtungen her. Ich reparierte Nähmaschinen und bastelte für die Aufseher diverse Gegenstände. Wir wurden sogar zur Reparatur der Schlösser in den Aufseherhäusern eingesetzt. Dadurch konnten wir uns einen Überblick verschaffen und dies kam uns sehr zustatten, weil wir uns in den Gebäuden einigermaßen auskannten.

Im Sommer und Herbst 1944 wurden schwere Bombenangriffe auf München geflogen, von denen auch das Zuchthaus Stadelheim schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Bei einem dieser Angriffe waren wir schon zur Flucht bereit, zwei Wachtmeister waren durch Mauertrümmer erschlagen worden. Aber wir wurden wieder in die Zellen zurückgebracht.

Durch die Bombardierung wurde auch mehrere Male die Wasserleitung zerstört. Da aber die Hinrichtungen in einem der Höfe weitergingen, wurden wir zum Wassertragen eingesetzt. Wir mussten zehn schwere Behälter schleppen, damit die Hinrichtungsstelle vom Blut gesäubert werden konnte.

Inzwischen waren schon zwei Begnadigungsgesuche abgelehnt worden und wir wussten, dass wir keine Chance mehr hatten. Ein Wachtmeister sagte zu uns: „Burschen, ich bin hier seit 25 Jahren. Es ist noch keiner herausgekommen.“ Obwohl im Allgemeinen die zum Tode Verurteilten in Einzelzellen untergebracht waren, wurden infolge des drückenden Raummangels und der Überfüllung des Zuchthauses wir drei Steyrer in einer Zelle untergebracht.

Da erfuhren wir nach einem dieser Bombenangriffe, dass am nächsten Tag die Wasserleitung wieder in Betrieb genommen würde. Für den Vormittag dieses Tages waren wir aber noch zum Wassertragen eingesetzt, offenbar für den Fall, dass die Leitung doch noch nicht richtig funktionieren würde. Wir wussten, dass dies die letzte Möglichkeit ist. Es war Donnerstag, der 30. November 1944.

Wir hatten unsere Pullover unter dem Gefängnisdrillich angezogen. Bis zur endgültigen Bestätigung des Urteils waren wir nämlich formell immer noch Untersuchungsgefangene und konnten daher Anstaltskleidung ohne besondere Zeichen tragen. Auch hatten wir noch normale lange Haare.

Die Flucht gelingt

Es war vereinbart, dass ich den beiden, während wir die Wasserbehälter aufnahmen, einen Stoß geben würde, worauf wir zu laufen beginnen würden, auf die Beamtenhäuser zu, die im Hof des Zuchthauses standen. Hinter den Häusern führte eine kleine eiserne Tür in der hohen Mauer ins Freie. Es war dies eine Tür, durch welche die Frauen der Aufseher einkaufen gingen.

Es ging alles genau nach Verabredung. Es war 9 Uhr Vormittag. Als wir zu laufen begannen, herrschte zunächst Verwirrung und der Post schrie: „Macht´s keinen Blödsinn!“ Wir liefen auf die Mauer hinter den Aufseherhäusern zu, die kleine eiserne Tür war offen. Dann heulten die Sirenen. Ich war ein guter Läufer gewesen, vor allem in der 3.000 und 10.000 Meter Disziplin. Daher hatte ich bald einen bestimmten Vorsprung vor den anderen. Es herrschte Nebel und ich sah Bloderer und Punzer hinter mir. Im Freien ernteten Gefangene Kraut und Rüben, sie wurden von den Aufsehern aufgefordert, uns den Weg abzuschneiden, was aber nicht gelang. Punzer jedoch bekam einen Schwächeanfall, stürzte und wurde von den Aufsehern eingeholt und zurückgebracht. Er ist am 5. Dezember 1944 zusammen mit Palme, Riepl und Ulram hingerichtet worden.

Sepp Bloderer konnte in den Perlacher Friedhof gelangen, der etwa 200 Meter vom Zuchthaus Stadelheim entfernt lag. Dort konnte er sich bei einem frischen Grab mit Kränzen zudecken und er ist dann über Rosenheim nach Österreich gelangt.

Ich selbst bin auf einem Feldweg neben der Friedhofsmauer weitergelaufen. Ich wusste, dass ich in kurzer Zeit soweit als möglich von Stadelheim wegkommen muss, weil alles zu unserer Verfolgung eingesetzt sein würde. Vor Erschöpfung bin ich hinter einen lebenden Zaun gefallen und konnte mich dort wieder etwas erholen.

Zunächst habe ich nach längerem Marsch lediglich ein Tafel gesehen, auf der zu lesen stand: 11 Kilometer bis München. In einer nahe gelegenen Kaserne sah ich die Soldaten antreten. In der Nähe eines Bahnhofes kam mir ein SS-Mann mit einem Hund entgegen, der mich auch beschnuppert hat. Ich bin auf eine Schottergrube zugegangen, als hätte ich dort zu arbeiten und der SS-Mann schöpfte keinen Verdacht.

Tag und Nacht marschiert

Hinter einem Strauch habe ich mir die Blasen an den Füßen aufgestochen und bin dann durch kleine Siedlungen marschiert. An einem Waldrand habe ich meine Erkennungsmarke und einen Abschiedsbrief vergraben. Ich bin weitermarschiert und bin schließlich an die Isar gekommen. Da wusste ich, dass ich mich viel zu weit nach Norden gehalten hatte. Ich hatte 20 Mark bei mir, die einem ehemaligen Zellenkameraden in Brot eingebacken ins Gefängnis geschmuggelt worden waren und der sie mir gegeben hat.

Ich ging schnell in ein Gasthaus und trank einen Sprudel, wobei ich an der Wand eine Luftschutzkarte sah. Ich prägte mir die Karte ein und begann wieder zurück in Richtung Südosten zu marschieren. Dann wurde Fliegeralarm gegeben. Ein Gendarm auf einem Rad kam mir entgegen und fuhr vorbei. In einem Reisighaufen vergraben habe ich dann vor Müdigkeit fast einen ganzen Tag lang geschlafen. Im Allgemeinen bin ich aber bei Tag und Nacht marschiert.

Einen Bauern habe ich nach dem Weg nach Mattighofen gefragt, denn dort müsste ich hin, nachdem ich bei einem Fliegerangriff verwundet worden sei. In der Nähe eines Dorfes wurde ich in einem Kleeschober entdeckt. Ich bin wieder eilig in einen Wald ausgewichen. Es begann zu schneien, die Flocken sind waagrecht dahergekommen, und es war bitter kalt.

Eine kleine Hilfe

Die Kälte hat mich zum Marschieren gezwungen. Dann haben mich Schulkinder entdeckt und sind vor mir davongelaufen, weil mein Anblick sie in Angst und Schrecken versetzt haben muss. In einem kleinen Haus habe ich eine Frau um einen Schöpflöffel Suppe gebeten. Dabei habe ich abermals von meinem Ziel Mattighofen gesprochen. Die Frau hat mir Suppe und einen Semmelknödel gegeben und auch Nadel und Zwirn, damit ich mir meine zerfetzten Kleider etwas richten kann.

Ich habe vermieden, eine Zug zu benützen, sondern habe mir gesagt: „Du musst gehen, gehen, gehen. Weil ich es vor Schmerzen kaum noch ausgehalten habe, stopfte ich mir Moos aus dem Wald in die Schuhe. Ernährt habe ich mich auf meinem Marsch von Rüben, heruntergefallenen Birnen und hie und da einem Schluck Milch aus abgestellten Kannen.

Erst in Mühldorf habe ich mich getraut, einen Zug zu besteigen. Ich habe mir eine Fahrkarte bis Ried gekauft, und bin in den Arbeiterzug  gestiegen. In Simbach aber hielt der Zug an und alle mussten aussteigen. Ich musste drei Stunden auf den nächsten Zug warten, und diese drei Stunden sind mir wie eine ganze Woche vorgekommen. Ich bin dann ganz zuletzt in den Zug eingestiegen, der voll von Soldaten war.

Bei der Ankunft in Ried hat es geschneit, auf dem Hauptplatz ist mir ein Gendarm begegnet. Ich habe mich gleich zu einer Gruppe von Leuten gestellt, als ob ich dazu gehören würde. Dann habe ich meine Firmgödin, eine Schneidermeisterfamilie am Hauptplatz aufgesucht. Ich konnte die alten Leute beruhigen, dass niemand hinter mir her ist. Mit einer Schere musste ich mir meine Lumpen von den Füßen schneiden. Dann, im warmen Wasser, schwollen die Füße zu unförmigen Klumpen und ich konnte nicht mehr gehen. Eine Schwester meiner Firmpatin hat mich schließlich über Nacht behalten. Mit dem Arbeiterzug bin ich dann am nächsten Tag bis Wels gefahren, bin durch die Stadt marschiert, wieder aufs Land hinaus. Ich bin bis Kremsmünster gegangen, und infolge meiner wunden Füße ist mir das Gehen sehr schwer geworden. In Kremsmünster habe ich mich oberhalb des Stiftes auf eine Steinbank hingelegt. Dann wurde wieder Fliegeralarm gegeben, und die Leute liefen an mir vorbei. Auf dem Marktplatz in Kremsmünster herrschte eiliges Hin und Her und jemand rief mir zu, ich solle doch in einen Luftschutzkeller gehen. Ich aber durchquerte den Markt mitten im Bombenangriff und bin weiter nach Bad Hall gegangen, wo ich um etwa 8 Uhr früh angekommen bin. Ich bin zur Furtmühle gegangen, deren Besitzer mit uns weitschichtig verwandt war und dem mein Vater oft arbeiten geholfen hatte.

„Haben sie dich ausgelassen?“, fragte der Müller. „Nein, ich bin durchgegangen. Aber es ist niemand hinter mir her.“ Der Müller hat mich aufgenommen und hat mir einen Bretterverschlag gebaut. Ich konnte zwar kaum gehen, aber im Sitzen konnte ich immerhin Bohrer feilen und Pferdegeschirr flicken. Ich konnte mit Steyr Verbindung aufnehmen, von wo ich durch einen Genossen einen Ausweis der Bergwacht bekam. Der Ausweis lautete auf den Namen Gruber und war von einer Bergwacht-Dienststelle bestätigt. „Ausgerüstet“ mit diesem Ausweis bin ich nach Ostern 1945 mit dem Fahrrad nach Hinterstoder gefahren und konnte mich dort bis Kriegsende, als Schafhirt getarnt, verbergen.

Acht Tage und acht Nächte

Der Weg von München nach Bad Hall beträgt etwa 200 Kilometer Luftlinie. Ich habe acht Tage und acht Nächte zur Bewältigung dieser Strecke gebraucht. Was ich erst später erfahren habe, ist dies: Während ich auf der Flucht aus der Todeszelle in Stadelheim war, wurde gleich am Tag nach dem Ausbruch ein Steckbrief herausgegeben, der in allen Gemeinden auflag.“ (Franz Draber)

Franz Draber, der aus Todeszelle der Nazis floh, „erhält“ eine Straße

OÖN 04. März 2011 · Hannes Fehringer · Steyr

STEYR. Eine neue Straße vor Schrebergärten erinnert an einen Häftling, der aus der Todeszelle der Nazis entflohen ist. Mit der Namensgebung für Franz Draber bewahrt die Stadt einen weiteren Widerstandskämpfer gegen Hitler und das Hakenkreuz im Gedächtnis.

Das „Verbrechen“ des Arbeiters war, für die Angehörigen von KZ-Häftlingen Geld zu sammeln und in der Fabrik Gegner der Braunhemden zu vereinigen. Franz Draber, Jahrgang 1913, wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ im Mai 1944 verhaftet und zum Tod verurteilt. „Hier ist noch keiner rausgekommen“, raunte ihm ein Scherge im Zuchthaus Stadelheim bei München zu, wo der Steyrer hingerichtet werden sollte. Als er zum Wasserholen eingeteilt war, sprintete der gute Langstreckenläufer im Gefängnishof los und entwischte durch ein kleines Eisentor. Draber schüttelte die Wachen ab. Auf seiner Flucht gab eine Hausfrau in Bayern dem ausgehungerten Flüchtling, der die Winternacht unter einem Reisighaufen geschlafen hatte, eine warme Suppe und einen Semmelknödel zu essen. Draber irrte weiter in der Fremde herum, lernte in einem Gasthof eine Landkarte auswendig. Nach Tagen riskierte er mit wunden Füßen sein Leben, schlich zu einem Bahnhof und stieg in einen Zug. Obwohl die Nazis an jedes Gemeindeamt seinen Steckbrief verteilten, schaffte es Draber bis nach Kriegsende auf einer Alm in Hinterstoder unerkannt als Schafhirte zu überleben. Seinen Einsatz für andere setzte der Kommunist bis an sein Lebensende im Jahr 1996 fort.

Mit Straßenbenennungen nach Draber, Anton Ulram und Franz Zehetner setzt die Stadt die Gedenkarbeit an mutige Männer und Frauen, die dem Verbrecherregime der Nazis trotzten, fort. „Es ist wichtig, dass das Beispiel dieser Menschen in Erinnerung bleibt und als Vorbild gewürdigt wird“, sagt Stadtrat Walter Oppl (SP). Während Ulram seinen Widerstand mit dem Leben bezahlte und kurz nach seinem 23. Geburtstag hingerichtet wurde, war Zehetner 1934 als Arbeiterbetriebsrat in den Steyr-Werken nach den Februarkämpfen vor dem Dollfuß-Regime nach Tschechien geflohen. Nach seiner Heimkehr nach Steyr war Zehetner von 1949 bis 1952 Stadtrat. Im Stadtteil Münichholz hat die Stadt bereits NS-Opfern wie Herta Schweiger, Bertl Konrad, Karl Punzer oder Erwin Puschmann, die für Anstand und menschliche Gesinnung den Kopf hingehalten haben, Straßenzüge gewidmet.

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