Franz und Anna von Lamberg

Franz Emerich Graf Lamberg

(1832  – 1901)

  • Geboren am 30. 4. 1832 in Ottenstein, NÖ.
  • Verstorben am  18.9.1901 in Graz

Tod von Franz Emerich Graf Lamberg

  •  Quelle: Alpenbote vom 19.9.1901

Der unerwartete Tod infolge des Herrn Reichsgrafen Franz Emerich von Lamberg wurde per Telegramm aus Graz nach Steyr gemeldet.  Er litt seit einiger Zeit an Influenza. Tiefe Trauer im Schloss und in der Stadt ist zu bemerken, denn der Verstorbene wurde als edler Mitbürger der Stadt und fürsorglicher Herr gesehen. Er war ein großer Wohltäter für die Armen, besonders wenn Elementarereignisse für Not sorgten.

Seine Ehefrau Reichsgräfin Anna von Lamberg verstarb bereits 31. März 1897, die ebenfalls als große Wohltäterin in der Erinnerung weiterlebt.

Tätigkeit von Lamberg:

  • Fideikommissär zu Steyr seit 1880
  • Von Ottenstein, Gilgenberg und Allhartsberg in NÖ
  • Schchowitz, Raby mit Budietiz und Zihobetz mit Stradal in Böhmen,
  • Czakberenyi bei Moor
  • Herr auf Ikreny und Borbela in Ungarn
  • Erblandstallmeister in Kärnten, Krain und der windischen Mark
  • Sr. Majestät wirklicher geheimer Rat
  • K.k. Kämmerer
  • Lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrates
  • K.k. Major a.D.

Reichsgraf Lamberg heiratete am 29. Jänner 1861 in Wien Anna, geb. Gräfin von Lamberg, Tochter seines Onkels. Nach dessen Tod am 5.4.1880 gelangte der Besitz an ihn. Die Ehe blieb kinderlos.

Er war Protektor des Steyrer Militär-Veteranenvereins und ein großer Jagdfreund.

Mit besonderer Vorliebe weilte er auf seinen Schlössern in Steyr und Ottensheim. Das Jagdgebiet im Bodinggraben umfasst 57.000 Joch, womit es das größte in Oberösterreich war.

Reichsgraf Lamberg besaß reiche Sammlungen an Waffen, Messern, Reh- und Hirschgeweihen und Gemskrickeln.

Er war ein geübter Maler und Zeichner und schmückte mit seinen Werken manche Räume.  Das Schloss hat auch eine reiche, hochinteressante Bibliothek.

Anna von Lamberg

( 1837 – 1897)

Große Wohltäterin von Steyr

  • Geboren am 13. Februar 1837 in Wien
  • Verstorben  am 30. März 1897 in Steyr
  • Quelle: Nachruf in der Steyrer Zeitung vom 1.4.1897

Anna Reichsgräfin von Lamberg +

Einen sehr schmerzlichen Verlust haben unsere Stadt und der Bezirk Steyr erlitten. Gestern, Mittwoch ist folgende Parte aufgegeben worden:

Franz Reichsgraf von Lamberg, Freiherr auf Ortenegg und Ottenstein, auf Stockern und Amerang, k.u.k. wirklicher geheimer Rath, Kämmerer und Major a.D, Besitzer der Kriegsmedaille, Erblandstallmeister in Krain und der windischen Mark, Mitglied des hohen Herrenhauses des österreichischen Reichsrathes, etc, gibt geziemende Nachricht von dem Hinscheiden seiner innigst geliebten Gattin

Anna Reichsgräfin von Lamberg, Freiin von Ortenegg und Ottenstein, Sternkreuzordens- und Palastdame Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, Tochter weiland des hochgeborenen Herrn Rudolf Reichsgrafen von Lamberg, k.u.k. Kämmerers und Oberstlieutnants a.D., und weiland der hochgeborenen Frau Reichsgräfin von Lamberg, geb. Gräfin Hoyos, Sternkreuzordensdame,

welche am 30. März 1897 nachts 11 Uhr nach längerem Leiden und andächtigem Empfange der hl. Sterbesakramente selig im Herrn entschlafen ist.

Die Einsegnung erfolgt Freitag, den 2. April 1897 nachmittags 2 Uhr in der Schlosskapelle zu Steyr und hierauf die Beisetzung auf dem hiesigen städtischen Friedhof. Das feierliche Requiem findet Samstag, den 3. April 1897 früh 9 Uhr in der Stadtpfarrkirche zu Steyr statt. Die heiligen Seelenmessen werden an diesem und den folgenden Tagen in den Patronatskirchen und am Samstag,  den 3. April 1897 um 10 Uhr, 10 ½ , 11 und 11 ½ Uhr in der Kirche unserer lieben Frau bei den Schotten in Wien gelesen.

Kranzspenden werden im Sinne der Verstorbenen dankend abgelehnt. Steyr, 31. März 1897

Die Verstorbene war am 13. Februar 1837 in Wien geboren und seit 29. Jänner 1861 vermählt in glücklicher, leider kinderloser Ehe mit Sr. Exzellenz Franz Emerich Reichsgrafen zu Lamberg. Sie brachte den größten Teil des Jahres im gräflichen Hauptwohnsitz Schloss Steyr zu.

Die Gräfin war eine vom lebendigsten und innigsten Glauben durchdrungene Dame, freundlich und liebevoll gegen Jedermann. Nach dem Glauben hat sie als Förderin Benachteiligter immer gehandelt. Die armen Kinder und die Armen überhaupt verlieren ihre allergrößte und liebreichste Wohltäterin nicht nur in Steyr sondern überall, wohin sie kam. Sie hat Freiplätze in Wien und vielen anderen Orten gestiftet und für die Armen und Kranken mit voller Hand gegeben.

Für die Verschönerung zahlreicher Kirchen und Kapellen hat die kunstsinnige, stets opferwillige Dame Bedeutendes geleistet. Als Fahnenmutter des hiesigen Veteranenvereins ist die Frau Gräfin das letzte Mal im Sommer 1896 öffentlich in unserer Mitte gewesen.

Steyr und der große Herrschaftsbesitz Lamberg verlieren in des Wortes vollster und schönster Bedeutung an der edlen Gräfin die beste und treueste mütterliche Freundin.

Im Volksmunde wurde die Dahingeschiedene, die alljährlich Tausende unterstützen ließ, der „Engel des Ennstales“ genannt.

Der hochwürdigste Bischof von Linz wird am Freitag zu Mittag nach Steyr kommen und persönlich den Conduct der Verstorbenen zu führen.

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