Friedrich Uprimny

(1921 – 1992)

 Kämpfer gegen den Nationalsozialismus. Der letzte Jude  von Steyr

  • Geboren am 11.3.1921
  • Verstorben am 21.3.1992
  • Quelle: Otto Treml, Trauerrede 1992

Geboren in Steyr als Sohn des Malermeisters, ging er in Steyr am Michaelerplatz zur Schule. Sein Vater spürte die Not der Dreißiger Jahre. Nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland durfte er nicht mehr in die Schule gehen, die Familie wurde gemieden und die einstigen Freunde schauten auf die Seite. Es gab damals in Steyr einige wohlhabende, sogar reiche Juden. Ihnen gelang es unter Einsatz fast des ganzen Vermögens auszuwandern. Das war teuer und für die Uprimnys nicht möglich. Friedrich Uprimny versuchte seinen Vater zur Flucht zu überreden, der es jedoch nicht wollte. So flüchtete nur er zu Verwandten nach Prag, wo er 1939 aufgespürt wurde. Er wurde verhört und saß dabei einmal sogar dem Massenmörder Eichmann gegenüber. Er hatte Glück und blieb in Freiheit, allerdings musste er sich wöchentlich bei der Gestapo melden. Friedrich Uprimny floh nach Pressburg, heuerte auf einem Schiff an und kam durch Ungarn, Rumänien bis in die Türkei. Vor dort ging es nach Palästina. Dort wurde er Soldat der Royal Army im Kampf gegen Hitlerdeutschland. Er kämpfte beim Afrikafeldzug unter General Montgomery, bei der Landung in Sizilien und Anzio. In Udine lernte er seine Gattin Nora kennen. 1947 kam er nach Steyr zurück, erfuhr von der Ermordung seiner Eltern und Geschwister und versuchte in Steyr wieder Fuß zu fassen. E war schwer das Elternhaus am Wieserfeldplatz wieder zu erhalten und auch ein Arbeitsplatz war schwer zu finden. Er fand in den USIA-Betrieb in St. Valentin Arbeit durch Vermittlung von KPÖ-Stadtrat August Moser und Otto Treml. Nach 1955 verlor er diesen und arbeitete dann beim Malermeister Frank.

Als Mitglied des „Mauthausen Komitee Steyr“ bemühte er sich, aus dem verwüsteten Judenfriedhof am Tabor eine gepflegte, würdige Gedenkstätte zu machen. Er war bestrebt, die Jugend Österreichs vor dem Wiedererstehen des Rassenwahns und des Nazismus zu warnen und aufzuklären.

Gedenken:

Die Stiege von der Gleinkergasse zum Friedhof wurde nach Friedrich Uprimny benannt.

  • Literaturtipp: Neuhauser-Pfeiffer und Ramsmaier: Vergessene Spuren. Die Geschichte der Juden in Steyr. Linz: 1993, Interview mit F. Uprimny, S. 199ff

1916 Tod Uprimny

Uprimny.ex_Juden Steyr

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Eine Antwort zu Friedrich Uprimny

  1. Mateo Miguel Uprimny schreibt:

    Ist es möglich die Namen von Friedrich Eltern zu wissen?
    Hatte Friedrich Angehörigen in Österreich? Zum beispiel in Wien? Weil meine Grossvater aus Wien kam.

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