Baron Robert von Buddenbrock

(1845 – 1918)

Vizepräsident der österreichischen Waffenfabrik

  • Geboren am 6. März 1845
  • Verstorben am 24.Februar 1918

Tod von Robert Freiherr von Buddenbrock

  •  Quelle: Steyrer Kalender 1919

Am 24. Februar 1918 verstarb Robert Freiherr von Buddenbrock, Vizepräsident der österreichischen Waffenfabrik, königlich preußischer Oberleutnant, in seinem 73. Lebensjahr. Der Name des Verblichenen ist mit der Verwaltung der österreichischen Waffenfabrik seit Jahrzehnten eng verbunden. Er genoss in Steyr, das ihm zur zweiten Heimat wurde, hohes Ansehen.

Nachruf für Baron Buddenbrock

  • 24.2.1918 verstorben

Robert Freiherr von Buddenbrock, Vizepräsident der Österreichischen Waffenfabriksgesellschaft, ist nach kurzem Krankenlager im 73. Lebensjahr verstorben.

Der Verblichene kam im Jahre 1872 mit der deutschen Übernahmskommission für Werndlgewehre in der Eigenschaft als Premierleutnant nach Steyr. Er war in erster Ehe mit der verwitweten Frau Josefine Fischer, Schwester des Generaldirektors J. Werndl, verehelicht. Baron Buddenbrock wirkte seit 1886, somit volle drei Jahrzehnte, in der Verwaltung dieses großen Unternehmens und hat mit seinem reichen Schatz an Erfahrungen und den großen Kenntnissen in der Waffenbranche hervorragenden Anteil an der schönen Entwicklung sowie dem Gedeihen der Waffenfabrik genommen. Baron Buddenbrock erfreute sich seiner rechtlichen Denkungsweise sowie seiner stets und gegen jedermann zum Ausdrucke gebrachten gütigen Gesinnung wegen sowohl bei dem großen Beamtenkörper des Fabrikunternehmens als bei den Arbeitern voller Wertschätzung. Wer ihm im Leben nahe getreten ist, wird ihn ebenso schätzen gelernt haben, wie ihn nähere Bekannte lieb gewonnen haben. Sein Leben und sein Schaffen waren aber nicht allein in seinen Berufspflichten festgelegt, sondern er fand auch für alle Fragen lokaler Natur stets lebhaftes Interesse. Er wirkte an vielen wohltätigen und gemeinnützigen Vereinigungen von Steyr beratend, fördernd und unterstützend mit.

Ein glückliches Familienleben war dem Heimgegangenen beschieden und sein Hinscheiden beklagen seine Gattin und drei erwachsene Söhne und eine Tochter, die sich vor kurzem mit Herrn Josef Reder in Steyr vermählte.

Informationen zur Familie:

Er war in 1. Ehe (1875) mit der Witwe, Fr. Josefine Fischer (geb. Werndl; *19.2.1836  +18.3.1885) verheiratet. Sie war eine Schwester von Josef Werndl, Generaldirektor der Österreichischen Waffenfabrik (ÖWG). Sie wohnten in der „Werndl-Villa“, Steyr, Garstner Straße 5 (ab 1918 umbenannt auf Leopold-Werndl-Straße 5).

In 2. Ehe war er ab 1891 mit Therese (geb. Templ; *21.12.1870 – 13.4.1945) verheiratet. Ab 1891 bauten die Eheleute ihre neue Villa („Buddenbrock-Villa“) in der Steyrer Marie-Valerie-Straße 5 (heute Stelzhamerstraße 5). Aus dieser Ehe gingen vier Söhne und eine Tochter hervor:

Johann (1892 – 1972), Friedrich (1893 – 1915), Emma (verehel. Reder; 1894 – 1962),  Kurt (1897 – 1926)  und Waldemar (1899 – 1934).

Die Buddenbrocks im Garstnertal

  • Quelle: Windischgarstner Kurier 9/2007; Autor: Jörg Strohmann

Beim Kaufhaus Kurtz findet sich auf der Häusertafel der Name „Buddenbrock“. Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann (1875-1955) erhielt 1929 für den Roman „Die Buddenbroocks“ den Nobelpreis für Literatur. Seit dieser Zeit ist die Familie Buddenbroock in 30 Sprachen übersetzt  und hat eine Auflage von mehr als 6 Millionen.

Aber die „Buddenbroocks“ von Thomas Mann haben mit den Buddenbrocks, die im Garstnertal einige Besitzungen hatten, nicht verwandt. Die Nachkommen leben heute in Schweden und in der Schweiz.

Wie kamen die Buddenbrocks ins Garstnertal?

Eine Tochter des Holzhändlers, Sägewerks- und Realitätenbesitzers Johann Dorrer namens Franziska hatte im Jahr 1921 in Windischgarsten den Waldemar Freiherr von Buddenbrock aus Steyr geheiratet. Er war ein Sohn von Robert Freiherr von Buddenbrock, der 1876 nach Steyr kam und dort Vizepräsident der Österreichischen Waffenfabriksgesellschaft wurde. Johann Dorrer war seit 1894 Besitzer des Seebach-Hofes und der Seebach-Säge. Im Laufe der Zeit kaufte Dorrer das Bauernhaus „Geiger“, die „Dorrer-Säge“ in Windischgarsten, eine weitere Säge in Spital sowie 1919 das „Eheschmiedhaus“ in Windischgarsten (heute Kaufhaus Kurtz). Die Seebachsäge ließ er vor dem 1. Weltkrieg modernisieren, die „Dorrer-Säge“ brannte 1916 ab. Daraufhin ließ er die Säge nach den neuesten Anforderungen neu aufbauen. Das Wehr wurde neu errichtet, der Wasserkanal in Beton hergestellt und eine Francis-Turbine samt Generator mit 60 PS, zwei Vollgatter, eine Doppelkreissäge und eine Hobelmaschine eingebaut. Die „Dorrer-Säge“ war damals das leistungsfähigste Säge- und Hobelwerk des Tales. Die Holzlieferungen gingen schon vor dem 1. Weltkrieg zu 95 % nach Deutschland, in die Schweiz und nach Frankreich. Nach dem 1. Weltkrieg lieferte Dorrer hauptsächlich Eisenbahn-Schwellen nach England und Holland. Josef Dorrer übergab das „Eheschmiedhaus“ im Jahre 1921 dem Ehepaar Buddenbrock.

Dann folgten schwere Schicksalsschläge mit dem Brand des Stalles, einer nicht bezahlten Holzlieferung nach Südamerika und dem Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929. Buddenbrock konnte die Prämien bei der Arbeiterunfallversicherungsanstalt nicht bezahlen.

Um die Schulden nach dem Tod von Johann Dorrer bezahlen zu können, verkaufte Buddenbrock das „Eheschmiedhaus“ an Familie Kurtz. Die Familie übersiedelt in den Seebachhof. Am 2. 9. 1934 verstarb Waldemar von Buddenbrock. Schließlich musste die Witwe alle Besitzungen verkaufen und übersiedelte nach Gleink, wo sie 1956 verstarb.

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