Sidonie Adlersburg

(1933 – 1943)

 Opfer des Nationalsozialismus

  • Quelle: Otto Treml, antifaschistischer Widerstand im Bezirk Steyr. 2008

Die 1933 geborene Sidonie Adlersburg war als Findelkind von Familie Josefa und Hans Breirather liebevoll aufgenommen und gemeinsam mit Sohn Manfred aufgezogen worden. Als Roma-Kind stand sie auf der Nazi-Liste minderwertiger Rassen.

Die Familie von Hans Breirather, ein bekannter Arbeiterfunktionär und Februarkämpfer in Sierning-Letten,  bemühte sich sehr in der schwierigen Kriegszeit dem Mädchen eine freundliche Kindheit zu ermöglichen. Die kleine Sidonie wurde der Familie durch eine böse  entrissen. Vom Jugendamt Steyr wurde nämlich der Familie erklärt, dass die Mutter des Mädchens aufgefunden werden konnte und das Kind daher „zur Mutter gehöre“. Hans Breirather glaubte, der Mutter ihr Kind nicht vorenthalten zu können und musste schweren Herzens mit ansehen, wie „Sidi“ von einer Fürsorgerin weggebracht wurde.

Bilder:

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Von einer sogenannten „Familienzusammenführung“ konnte allerdings keine Rede sein. Denn in Hopfgarten in Tirol erwartete Sidonie nicht etwa die ersehnte leibliche Mutter, sondern eine stinkige, überfüllte Baracke. Das Kind wurde ganz einfach einem Transport von Zigeunern zugeteilt, der ins Konzentrationslager Auschwitz ging. Dort wurde Sidonie, weil sie gut genährt und kräftig war, in eine Sonderabteilung gesteckt. Die Verbrecher im Ärztekittel, die SS-Ärzte, probierten an ihr neue Medikamente aus. Der kleine Körper wurde mit Typhusbazillen verseucht, bis das Mädchen immer schwächer wurde. Als Sidonie für weitere Versuche nicht mehr kräftig genug war, wurde sie 1943 von der Nazi-Vernichtungsmaschinerie vergast.

Zieheltern: Hans Breirather (1899 – 1980) und Josefa Breirather (1902 – 1989)

 

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Eine Antwort zu Sidonie Adlersburg

  1. amira khalifa schreibt:

    in meiner klasse habe ich das buch gelesen.( Abschied von Sidonie)
    Ihr schicksal tut mir leidt. 😦

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