Valentin Preuenhueber

(gestorben 1642)

Österreichischer Geschichtsschreiber und Verfasser der ersten Chronik von Steyr

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Valentin_Preuenhueber

Valentin Preuenhueber († 1642 in Haag) war ein österreichischer Geschichtsschreiber. Sein Hauptwerk sind die Annales Styrenses von um 1630, der ersten Chronik der Stadt Steyr.

Leben und Werk

Preuenhueber stammt aus obersteirischem Geschlecht und studierte vermutlich in Graz. Ab dem ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts war er Beamter der Stadt Steyr und ab 1625 Sekretär der Innerberger Hauptgewerkschaft. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete er vermutlich an seiner Stadtchronik für die er Quellen aus der Stadtregistratur und aus Klöstern- und Adelsarchiven verwertete. Im Zuge der Gegenreformation musste der Protestant Preuenhueber 1629 Österreich verlassen und zog nach Regensburg. Dort veröffentlichte er 1631 die Schrift Castrum Styrense. Der genaue Zeitpunkt seiner Rückkehr nach Österreich ist unbekannt, aber von 1635 bis zu seinem Tode 1642 war er Salburgischer Regent und Oberpfleger in Salaberg bei Haag. Am 7. April 1642 wurde er in Haag bestattet. Preuenhuebers Witwe Ursula überließ 1643 der Stadt Steyr das Manuskript der Annales Styrenses zur Abschrift, dafür wurde ihr die Rückzahlung eines Kapitals von 841 Gulden zugesagt. Es bleibt unklar, ob damit ein Darlehen oder eine Kaufsumme gemeint ist. Nach Beschluss von 9. Dezember 1654 übergab die Stadt das Originalmanuskript nach elf Jahren wieder an die Familie Preuenhueber. Danach gelangte es in die Bibliothek des Grafen Johann Joachim zu Windhag. Gedruckt wurde das Werk erst 1740 in Nürnberg.[1]

Andenken und Familie:

Die Preuenhuebergasse in Steyr ist nach dem Geschichtsschreiber benannt. Sie zweigt von der Handel-Mazzetti-Promenade ab und führt bis zum Schloss Vogelsang.[2]

Die Familie Preuenhueber (Prevenhueber) ließ sich Ende des 16. Jahrhunderts in Weyer und Steyr nieder. Am Marktplatz 6 in Weyer steht heute noch das im spätgotischen Stil erbaute Prevenhueberhaus (zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts). Das Renaissanceportal stammt von 1642, die Malereien eines Doppeladlers am Tor von um 1800.[3]

  • Einzelnachweise:
  • 1.↑ Oberösterreichische Heimatblätter. Jahrgang 20, Heft 1/2. Jänner-Juni 1966 S. 63ff Josef Ofner: Annales Styrenses. Ein Nürnberger Druck aus dem 18. Jahrhundert aufgerufen am 27. Juni 2011
  • 2.↑ Die Straßennamen Steyrs, Abschnitt „P“ aufgerufen am 7. August 2011
  • 3.↑ Rudolf Lehr: Oberösterreichische Landeschronik, Verlag Christian Brandstätter 2004

Annales Styrenses von Valentin Preuenhueber

  • Quelle: Steyrer Amtsblatt 1965

Nach der Einschätzung des Historikers Dr. Zibermayr haben die Annales von Preuenhueber „eine feste archivalische Grundlage“ und sind damit die erste Stadtgeschichte von Österreich (!). Sie ist erstellt auf Basis von fundierten Vorarbeiten und Arbeit mit Quellen.

Preuenhueber stammt aus einer Eisenerzer Radmeisterfamilie, die verwandtschaftliche Bindungen an Steyr hatte. Sein Geburtsjahr ist nicht bekannt.

  • Er trat in den Dienst des Magistrates Steyr und war 1620 in der „Stadtgerichtsregistratur Expedition“ tätig.
  • Ratsprotokoll – Beleg: Preuenhueber erhielt einen Jahreslohn von 130 Gulden, der ab 1620 ausbezahlt wurde.
  • Heirat mit Ursula Radlinger, Tochter einer einflussreichen Familie
  • Bis 1628 war er Sekretär im Eisenverlag der Gewerkschaft Steyr
  • Wohnung:
    • vom 1.10.1625 bis 31.12.1627 auf Stadtplatz 15 – bei einer Jahresmiete von 40 Gulden
    • Besitzer des Hofes „vor dem Gilgentor“ (heute Leopold-Werndl-Straße 48)

Muss Steyr im Zuge der Gegenreformation verlassen

  • Als Protestant musste Preuenhueber 1630 Steyr verlassen und hielt sich bis 1631 in Regensburg auf. Sein Bestreben war aber auf eine Rückkehr gerichtet. In Niederösterreich wurde die Gegenreformation weniger  streng gehandhabt und so fand er als „Salburgischer Regent und Oberpfleger“ eine neue Anstellung. Am 7. April 1642 wurde er in Haag, NÖ begraben.

Die erste Steyrer Chronik

Die Annales Styrenses dürften in der Zeit der Dienstjahre im Magistrat Steyr entstanden sein. Das Manuskript wurde von der Witwe Ursula Preuenhueber im September 1642 dem Magistrat angeboten und gleichzeitig um Geldhilfe gebeten.  Wegen der schlechten Finanzlage der Stadt konnte die Witwe kein Geld ausgezahlt werden und auch der Druck der Chronik nicht durchgeführt werden. Der Sohn Valentin erhielt die in Steyr kopierten Schriften im Jahre 1654 wieder zurück.

Auf nicht mehr feststellbarem Wege gelangte das Manuskript in den Besitz des Grafen Johann Joachim zu Windhag, der es an die Universität Wien vermachte.

Druck der Annales 1740
Der Nürnberger Verleger Johann Adam Schmidt ließ die Annales Styrenses 1740 bei Lorenz Bieling drucken. Das Geschichtswerk trug den Titel: „Valentin Preuenhuebers annales Styrenses sammt dessen übrigen Historisch-Genealogischen Schriften. Zur nöthigen Erläuterung der Österreichischen, Steyermärckischen und Steyerischen Geschichten. Aus der Stadt Steyr uralten Archiv und anderen glaubwürdigen Urkunden, Actis Publicis und bewährten Fontibus, moit besondern Fleiß verfasst“, heraus.

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