Maria Holzinger, vereh.Götzinger

(1909 – 1993)

Malerin von Blumenstillleben, Hinterglasbildern und Sgraffitokunst

    • Geboren am 30.5.1909 in Graz
    • Gestorben am 19.3.1993 in Steyr
  • Quelle: Steyrer Zeitung 23.7.1987

Die Maler Maria Holzinger und Otto Götzinger wurden 1987 in einer Ausstellung im Steyrer Bummerlhaus vorgestellt.

Dr. Franz Lipp würdigte das Schaffen der zwei Steyrer Künstler, die viele gemeinsame Werke schufen und seit Jahren eine kreative Werkstattgemeinschaft bilden. „Die Liebe zu Steyr hat sie vereint“, so Lipp.

Maria Holzinger wurde 1909 in Graz geboren und gelangte unter schwierigen Verhältnissen zur Malerei, zu der sie sich schon als Kind hingezogen fühlte. Sie verstand Kunst anfangs als „Handwerk“, ähnlich den großen Meistern altdeutscher und österreichischer Malerei. Sie machte eine Ausbildung in der Klasse Malerei und Graphik während des Weltkrieges. Ihr Genre war die Blumenmalerei, in dem sie einen sehr ansprechenden und sowohl technisch als auch kompositorisch und farbig frischen Stil entwickelte. Ohne Übertreibung kann man die Bilder von Maria Holzinger zu den gelungensten Schöpfungen der Blumenmalerei in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg zählen. Es geht ihr darum, die Pflanze als Ganzes zu erfassen, nicht nur impressionistische Farbmomente festzuhalten, sondern Gestalt, Lineaturen und Wesenhaftigkeit der Pflanze zu erfassen. Primäres Ausdrucksmittel ist die Farbe. Kennzeichnend für alle ihre Arbeiten (Aquarelle, Scherenschnitt, Hinterglasbilder) ist ein wissenschaftlich-pädagogischer Zug. So bemalte sie für eine Steyrer Schule die Klassentüren mit naturgeschützten Pflanzen. Sie deutete in Scherenschnitten alte Weihnachtslieder an und benutzte die Ikonographie der Heiligendarstellungen im Hinterglasbild.

Kaum bewusst wird aber die wertvolle Tätigkeit von Maria Holzinger als Gehilfin des Restaurators, Sgraffito- und Freskenmalers Götzinger. Sie war beteiligt an

  • der Gestaltung des berühmten Sgraffito-Vierkanthofes aus St. Ulrich bei Steyr (heute Freilichtmuseum Stübing)
  • Rekonstruktion des Getreidespeichers von St. Leonhard bei Pucking
  • Restaurierung der Stadttürme von Vöcklabruck

Die Arbeit von Maria Holzinger und Otto Götzinger ist ohne die Leistung des anderen nicht vorstellbar. Beide Künstler verbindet auch ein bemerkenswertes soziales Engagement.

  • Literatur: Aufsatz von Franz Lipp in den Oberösterreichischen Heimatblättern 1993, Heft 4: „Maria Holzinger, eine begnadete Malerin“ (S. 279 ff)

Sie verstarb am 19. März 1993.

Advertisements

Über redtenbacher

Redtenbacher Fan
Dieser Beitrag wurde unter Künstler, Maler veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s