Johann Georg Morzer

(um 1700 – 1768)

Bedeutender Barockmaler Oberösterreichs

  • Geburtsdatum: unbekannt, um 1700
  • Todesdatum: vermutlich 1768
  •  Quelle: Amtsblatt der Stadt Steyr 5/1986 (Autor: Dr. Volker Lutz)

Johann Georg Morzer wurde als Sohn des Malers Josef Morzer und dessen Gattin Maria Theresia im bayerischen Tilly geboren. Das Geburtsdatum ist unbekannt. Nach der Erlernung der Kunst des Vaters kam er nach Gmunden, wo er am 30. Juni 1723 Maria Jacoba Theresia, die Tochter des dortigen Stadtmalers Ignaz Höratz heiratete. Im Traubuch wird Morzer schon als Stadtmaler bezeichnet.

Zwölf Jahre später, im Jahre 1735, wird Johann Georg Morzer Bürger von Steyr.

Er erwarb das Haus Stadtplatz 42 (Berggasse Nr. 59).

Er betätigte sich vor allem als Kirchen- und Porträtmaler, von denen noch einige im Bestand des Heimatmuseums Steyr erhalten sind.

Werke

  • sind noch erhalten im Stift Kremsmünster (Bildnisse der Mitglieder der Ritterakademie im „Mathematischen Turm“)
  • im Privatbesitz sind die Porträts des Braumeisters Augustin Wenger und Gattin

Kirchenmaler Morzer:

  • Altarblätter und Bilder in Pfarrkirche Asten (1759)
  • Gaspoltshofen (1737)
  • Gasttrakt des Stiftes Kremsmünster (1761)
  • Pfarrkirche Attnang (1734)
  • Pfarrkirche Traunkirchen (1740)
  • Fastentuch in Schiedlberg (1742) (früher Cölestinerinnenkloster Steyr)

Ausstellung 1986 im sogenannten „Morzer-Keller“ unter dem Alten Theater

  • Quelle: Steyrer Amtsblatt 5/1986 (Autor: Dr. Volker Lutz)

Bericht über die Restaurierung der Gruft des ehemaligen Zölestinerinnenklosters durch die Spendentätigkeit des Rotary-Clubs anlässlich dessen 50jährigen Bestehens.

 

Die Tochter von Johann Georg Morzer war ebenfalls eine bekannte  Barockmalerin: Anna Maria Katharina Gürtler

Bildershow:  

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Das Fastentuch in Schiedlberg

Das barocke Fastentuch in der Pfarrkirche Schiedlberg von Johann G. Morzer aus dem Jahr 1742 ist eines der ältesten in Gebrauch befindlichen Fastentücher  in Oberösterreich. Es verhüllt in der Fastenzeit und Karwoche den Hochaltar der Pfarrkirche. Das Fastentuch stammt – wie der Großteil der barocken Einrichtung der von 1786-90 erbauten Kirche von Schiedlberg – aus dem ehemaligen  Cölestinerinnenkloster in der Berggasse in Steyr, beschreibt die Kunsthistorikerin Mag.a Martina Gelsinger das Fastentuch.

Joh.Georg Morzer.Fastentuch (3)

Der in Oberösterreich tätige Barockmaler Johann Georg Morzer signierte und datierte das Bild am rechten unteren Bildrand.

1881 verewigte sich auch der Restaurator David Derflinger an dieser Stelle – von ihm stammen einige Übermalungen. Das Tuch ist – untypisch für ein Fastentuch – mit Ölfarben auf grundierter Leinwand gemalt und muss wegen drohender Malschichtverluste mit besonderer Vorsicht gelagert und behandelt werden.

Nach Jahrzehnten der Lagerung auf dem Dachboden des Pfarrhofes wurde das Tuch im Jahr 2000 umfassend restauriert und anlässlich des Pfarrpatroziniums am 25.3.2000 (Maria Verkündigung) wieder in den liturgischen Gebrauch eingeführt.

Somit wurde in der Pfarrkirche Schiedlberg eine nahezu vergessene kirchliche Tradition wieder zum Leben erweckt.

Das Fastentuch zeigt die für diese Form gebräuchliche Darstellung der Kreuzigung mit Maria, Johannes und Maria Magdalena. Es ist eines der ältesten in Gebrauch befindlichen Fastentücher in Oberösterreich.

Von Aschermittwoch bis Karsamstag verdeckt es am Hochaltar die Darstellung der Verkündigung an Maria von Franz Xaver Gürtler aus 1777.

Da das Fastenbild 35 Jahre vor dem Hochaltarbild entstanden ist und beide aus dem Kloster der Cölestinerinnen stammen ist anzunehmen, dass es für ein älteres dort befindliches Bild angefertigt wurde.

Aus diesem Grund stimmen auch die Maße mit 5,8 x 3,3 m nicht exakt mit jenen des Hochaltarbildes überein, sodass im oberen Bereich des Altares die Anwesenheit Gottvaters auch während der Fastenzeit nicht verborgen bleibt.

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