Josef „Pips“ Mayrhofer

(1907 – 1998)

Zeitzeuge, Arbeiterdichter, Musiker

  • *1.11.1907 in Steyr  
  • +18.1.1998 in Steyr
  • Grabstätte: Wandnische im Urnenfriedhof Steyr

Josef Mayrhofer absolvierte nach der Grundschule die Fachschule für Maschinenbau in Steyr und war vor dem 2. Weltkrieg  Werkzeugmacher in den Steyrwerken. Den Namenszusatz „Pips“ bekam er in seiner Jugendzeit von seiner Schwester verpasst,  und  dieser verblieb ihm dann als persönliches „Markenzeichen“ zeitlebens erhalten.

Nach dem 2. Weltkrieg war er kurzfristig beim Arbeitsamt Steyr tätig und wirkte dann bis zur Pensionierung 1968 als Fachlehrer für Maschinenbau in der Bundesgewerbeschule Steyr (heute HTL).  Schon in jungen Jahren Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaftsbewegung, galt zeitlebens seine Zuneigung den Kindern und Jugendlichen insbesondere aus dem Bereich der Arbeiter- und Angestelltenschicht.

Jahrzehnte lang führte er im Verein der Österreichischen Kinderfreunde Jugendgruppen, förderte und betreute sie in der Ortsgruppe Steyr-Stadt und organisierte jährlich Ferienlager, in denen unter seiner Leitung emsig gespielt, gesungen und gebastelt wurde.

Seine vielseitigen Begabungen setzte der Allroundkünstler als Sänger, Musikant und bildender Künstler ein. „So sangen wir“ war eine umfangreiche Sammlung von Wander-, Liebes-, Wiegen-, Jäger-, Spielmannsliedern, die er selbst anlegte und auch auf Kassetten selbst besang.

Pips Mayrhofer  verstand es, die Jugend zu begeistern und wirkte bis ins hohe Alter auch in der Freizeitkunstgruppe des ÖGB  sowie als Vortragender in der Volkshochschule Steyr mit, wo er als Töpfer, Maler, Schnitzer und Lithograph in Erscheinung trat. Dabei galt seine Liebe der Natur, seiner Heimatstadt Steyr aber auch der ganzen Welt, die er durch seine Reisen „erfuhr“. Tatkräftig wirkte er auch im Rahmen der ÖGB-Aktion „Grabe wo du stehst“  bei der Erforschung der jüngsten Zeitgeschichte und beim Aufbau des Museums Arbeitswelt mit.

Auf literarischem Gebiet widmete sich Pips Mayrhofer als „Arbeiterdichter“ den Problemen und Sorgen der arbeitenden Menschen, verarbeitete dabei auch Erlebnisse seiner weltweiten Reisen. Mit feinsinniger Stimme trat er gegen Gewalt und Krieg, gegen die Ausbeutung der Menschen auf, brachte aber in seiner einfachen Sprache auch immer seine Liebe zur Heimat und ihren Menschen zum Ausdruck.

So wie sein ganzes Interesse immer dem Wohl der Jugend galt, blieb er auch selbst bis zu seinem Ende im Herzen jung. Er stellte bei Veranstaltungen und Feiern seine Person nie in den Vordergrund und blieb bis zu seinem Lebensende ein bescheidener, stets hilfsbereiter Zeitgenosse. Gewürdigt wurde sein Wirken durch die Ernennung zum Konsulent der oö.Landesregierung  und durch die Verleihung des Verdienstzeichens für Verdienste um die Republik Österreich.

Heinz Kern

 

 

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