Karl Biedermann

(1911 – 1976)

Bedeutender Künstler des Glasschnittes

  • *16.10.1911 in Glöckelberg
  • + 1.10.1976 in Steyr

Jenseits der österreichischen Grenze in Glöckelberg (heute Tschechien) 1911 geboren, entstammte Karl Biedermann einer Familie, in der die Glasschleiferkunst (Glasschnittkunst) schon seit Generationen ausgeübt wurde. Er kam mit den Eltern schon in jungen Jahren nach Nagelberg im oberen Waldviertel und erlernte von seinem Vater dieses Kunsthandwerk. Aus finanziellen Gründen war es der Familie trotz eines angebotenen Stipendiums nicht möglich, dem Sohn ein Studium zu ermöglichen.

Karl Biedermann kam 1938 nach Steyr, wo er in den Steyrwerken und  im Wälzlagerwerk während der Kriegsjahre Arbeit fand. Bereits in dieser Zeit arbeitete er nebenbei als Glaskünstler weiter und wirkte auch in einer Künstlergruppe der Steyrwerke mit. Nach dem Kriegsende entschloss sich Karl Biedermann trotz der finanziellen Schwierigkeiten dieser Zeit, sich als freischaffender Glaskünstler eine neue Existenz aufzubauen. 1947 errichtete er in Steyr-Hausleiten ein erstes kleines Haus, dem er bald auch eine kleine Werkstatt mit Atelier anfügte.

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Schnell konnte sich Karl Biedermann mit seinen hervorragenden Werken einen Namen machen. Neben vielen kleineren Aufträgen aus der Bevölkerung der näheren Umgebung mehrten sich bald auch Bestellungen von renommierten Kunstkennern, so auch von Landeshauptmann Dr. Gleißner, maßgeblichen Politikern aus Stadt und Land und schließlich auch der österreichischen Bundesregierung. So schuf Karl Biedermann 1960 ein 12teiliges Wodka-Service für den sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita Chruschtschow, 1971 einen Jagdpokal für Queen Elizabeth anlässlich ihres Staatsbesuches in Österreich und 1975 für den polnischen Ministerpräsidenten Jaroszewicz sowie für Bundeskanzler Dr. Kreisky im Auftrag der Stadt Steyr weitere Meisterwerke. Auch dem Schah von Persien wurde seitens der Bundesregierung ein Werk Biedermanns überreicht. Groß ist auch die Zahl der Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben, die mit Werken Biedermanns bedacht wurden. Werke aus seiner Hand waren ab 1954 auch in den Schaufenstern des von seiner Frau geführten Münichholz-Büfetts zu bewundern.

 

K1024_1960 - Karl Biedermann.Vase Steyr.Rathaus (1)

Karl Biedermann: Vase mit Motiv aus Steyr um 1960

 

Mitte der 40er-Jahre nahm Karl Biedermann auch seinen Neffen Kurt Zalto aus seiner ehemaligen Waldviertler Heimat auf, um ihn in der Glasschneidekunst zu unterrichten. Dieser gründete sodann als eigenen Betrieb die Waldglashütte in Neu-Nagelberg.

Karl Biedermann zeigte aber nicht nur für seine Glaskunst große Begabung. Er war auch gerne als Sänger aktiv und trat oft bei Veranstaltungen, so auch beim Steyrer Mandolinenverein „Arion“,  als hervorragender Liederinterpret auf. Seine Liebe für die Jagd kam auch in vielen Jagdmotiven auf Bechern und Pokalen zum Ausdruck.  Als Mensch, der das gesellige Leben liebte, war er auch Mitglied des Steyrer Ritterbundes „Schlaraffia“  und führte in dieser Runde den Namen „Ritter Gravurl der Geschliffene“.

1976 ging Karl Biedermann als rüstiger 65Jähriger in Pension. Er hatte noch geplant, sein Lebenswerk mit besonderen Schöpfungen zu krönen, doch verstarb er nach wenigen Monaten unerwartet am 1.Oktober desselben Jahres.

Heinz Kern

(aufgezeichnet nach Berichten der Tochter Ilse Sperz, geb. Biedermann)

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