Silvester Paumgartner

Eisenhändler, Gönner und Freund von Franz Schubert

  • Geboren am 6. September 1764
  • Gestorben am 23. November 1841

Quelle: Amtsblatt der Stadt Steyr 1966 (Autor: Dr. Josef Ofner)

Der Überlieferung nach soll Franz Schubert, der in Begleitung des Hofopernsängers Johann Michael Vogl mehrmals nach Steyr kam, sein berühmtes Forellenquintett op.114 dem Vizefaktor der Eisengewerkschaft Silvester Paumgartner gewidmet haben.

Vorfahren von Silvester Paumgartner:

  • Großvater Johann Bernhard Paumbgarttner: Zeugsempfänger der Innerberger Hauptgewerkschaft. Er wanderte 1737 von Losenstein nach Steyr zu.
  • Vater Franz Xaver Paumgartner: er erwarb 1758 das Bürgerrecht als Kleineisenkämmerer der Innerberger Gewerkschaft.

Silvester Paumgartner erwarb 1796 das Bürgerrecht in Steyr. Er war „Hauptgewerkschaftlicher Buchhalterei Adjunkt“. In diesem Jahr kaufte er von seinem Vater das Haus am Stadtplatz Nr. 16.

Er war k.k. Vizefaktor und ein Liebhaber der Musik. Er spielte selbst vorzüglich Cello und hatte wertvolle Instrumente.

Auszeichnung:

  • 1836 erhielt er von Kaiser Ferdinand die „große Goldmedaille“ für 50jährige Dienstleistung

Silvester Paumgartner ist nicht identisch mit Dr. Silvester von Paumgarten, dem Bürgermeister von Steyr von 1786-1803.

Über die Schubertiaden im Hause von Paumgartner berichtet Albert Stadler:

„Silvester Paumgartner war ein großer Gönner und Mäzen der Tonkünstler im vollsten Sinn des Wortes. Vermöglich und unverehelicht bewohnte er sein eigenes Haus ganz allein. Der erste Stock enthielt seine Wohnung mit einem eigenen dekorierten Musikzimmer für fast tägliche Übungen und kleinere Abend-Gesellschaften. Im zweiten Stock befand sich ein mit Emblemen der Kunst geschmückter Salon für die größeren und zahlreich besuchten Produktionen um die Mittagszeit. In diesen Räumen entzückten uns zumeist im Jahre 1819 Schuberts und Vogls Töne, die aber der gute Paumgartner von den letzteren, der nicht immer gleich gelaunt und disponiert war, nicht selten erbetteln musste. Da hätte man eine Stecknadel fallen hören, Paumgartner litt auch nie irgend eine Unruhe während der Musik. Dafür aber wurden die Gäste an den Abenden nach der Produktion in jeder Beziehung reichlich entschädigt.

Ein großer Musikalienkasten barg einen wahren Schatz an klassischen und zum Teil auch modernen Werken. Jeder echte Tonkünstler und Musikfreund fand in seinem Haus Zutritt und freundliche Aufnahme.“

Nach Stadler waren im Sommer 1825 Schubert und Vogl auch beim Paumgartner einquartiert.

„Vogl bewohnte den Musiksalon im zweiten Stock und Schubert ein anderes, nahe gelegenes Zimmer. Es kann wohl als sicher angenommen werden, dass sie auch bei ihrem wiederholten Erscheinen in Steyr jedesmal bei Paumgartner logierten.“

Noch im Jahre 1838 veranstaltete Paumgartner, damals 74 Jahre alt, mit dem Musikverein und den Musikfreunden eine Akademie. Der Reinerlös wurde zur Errichtung eines Mozart-Denkmals in Salzburg gespendet.

Das verdienstvolle kulturelle Wirken Paumgartners in der Biedermeierzeit vermerkt schon 1837 Franz Xaver Pritz in seiner Geschichte von Steyr.

„Seit langer Zeit hat Paumgartner mit seltener Liberalität so vieles zur Unterhaltung, zu wohltätigen Zwecken und zur Kirchenmusik beigetragen.“

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