Hans Binder

(1873 – 1934)

Schriftsteller, Hauptschriftleiter der Steyrer Zeitung von 1925 – 1934

  •  Geboren am 25. Februar 1873 in Linz
  •  Gestorben am 20. Februar 1934 in Steyr
    • Quelle: Lebenslauf von Herbert Schmidinger, Steyr. Bilder von Enkelin Judith Schaumüller.

Hans Binder wurde am 25. Februar 1873 in Linz Urfahr geboren. Er kam als kleiner Bub nach Vöcklabruck. Hier wuchs er unter ärmlichen, bäuerlichen Verhältnissen aber überaus glücklich auf.

Einer seiner Lehrer las seine ersten Gedichte, die er mit 11 Jahren verfasst hatte, und brachte Hans Binder nach Linz ins Gymnasium. Besonders Bürgermeister Dr. Alois Scherrer aus Vöcklabruck förderte den jungen Binder.

  • Nach der Matura 1895 folgte das Studium an der Universität Wien in Philologie.
  • 1899 bis 1905 Professor am Petrinum in Linz/Urfahr für Latein, Deutsch und Griechisch.
  • 1905 bis 1907 die gleichen Gegenstände am Landesrealgymnasium in Horn NÖ.
  • Ab 1907 wandte er sich ganz der Journalistik zu.
  • 1907 bis 1909: Schriftleiter der „Linzer Post“, anschließend bis 1919 Schriftleiter des „Volksboten“ in Arnau im Riesengebirge.

Nachdem er sich 1919 für den Anschluss des Sudetenlandes an Österreich einsetzte, wurde er wegen Hochverrates angeklagt, und auf Lebenszeit aus Tschechien verwiesen. Binder ging nach Klagenfurt und wurde Schriftleiter beim „Kärntner Tagblatt“. Für sein massives Eintreten für den Anschluss Kärntens an Österreich bekam er das „Kärntner Kreuz für Verdienste“.

Im Februar 1925 kam Hans Binder als Hauptschriftleiter zur Steyrer Zeitung, zurück in sein geliebtes OÖ.

Seinen am 1. Jänner 1934 angetretenen Ruhestand konnte er nur wenige Tage genießen. Er starb am 20. Februar 1934 in Steyr.

 

Das Werk:

Neben seinen zahllosen Artikeln als Redakteur verfasste Binder unzählige Gedichte, Prologe ect. zu den verschiedensten Anlässen. Erzählungen und Theaterstücke ergänzten sein umfangreiches Werk.

Besonders zu erwähnen sind das 1907 erschienene Bändchen „Da` Hiasl“ – Volkserzählungen in „obderennsischer Mundart“, 1912 das fünfaktige, religiöse Schauspiel „Weltenabend“ und das vieraktige Weihnachtsspiel „Fremde Schuld“. Bereits in Steyr erschienen neben Anderen das Erstkommunionspiel „Goldene und silberne Kugeln“, das Theaterstück „Verführerische Presse“ und das Mysterienspiel „Der weiße Tod“, das für die damalige Zeit revolutionär das Thema „Abtreibung“ behandelt. Das Mundartepos „Bauernsünden“ blieb unvollendet.

Bildershow:

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Leseprobe:

 

Des Priesters letzte Träne.

Als Hochwürden Herr Kanonikus Johann Ev. Strobl,

Stadtpfarrer i. R. von Steyr, am 26. September 1931

in den letzen Zügen lag, schoss aus dem rechten Auge

noch eine Träne auf die Wange herab.

 Das Herz schlug nur mehr schwach, die Augen schließen

Sich müd nach langer Lebenswanderschaft;

Mit jedem Atemzug entflieht die Kraft-

Der Tod schlürft draußen auf den kalten Fliesen.

Da siehst du eine schwere Träne fließen

Langsam die Wang´hinab . . . nicht erdenhaft

Ist diese Perle mehr; eh´ nur der Haft

Der Geist entflieht, will alle er noch grüßen.

„Dass ihr, die ich so sehr, so wahr geliebt,

nicht wandern könnt zum Himmelreich,

wie tut´s mir leid! Nur das mein Scheiden trübt.“

Doch, guter Vater, alle kommen gleich!

Kurz ist das Leben, nur ein Hauch hienieden. –

Erbitt uns den du fandst, den ew´gen Frieden!

   Hans Binder: Chefredakteur der Steyrer Zeitung

Am Grabe eines Musterchristen.

                        Ein Bürger, aller Ehr´ und Achtung wert,

An dem fürwahr kein Falsch war und kein Fehle,

Gab nun dem Herrn zurück die reine Seele,

Die nie von Eigennutz, von Hass versehrt.

Der Männer einer war er, die entbehrt

So hart die heut´ge Zeit. Zum Vorbild wähle

Die Jugend ihn, dass nie ihr Ziel sie fehle

Und einst ihr Alter nicht von Reu´ beschwert.

Der Glaube half ihm manche Prüfung tragen,

War seines Handelns festes Fundament

Und ließ sein Herz für alles Edle schlagen.

Wie leuchtend geht ein milder Herbst zu End.

So krönt ein selig Sterben nun sein Leben

Und ew´gen Frühling wird der Herr ihm geben.

Zum einen für Stadtpfarrer Johannes Ev. Strobl, zum anderen für Vizebürgermeister Nothaft. Dieser war auch sein Hausherr in der Enge Gasse

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