Anton Gaffl

(1795 – 1862)

Bürgermeister von 1851 bis 1860

  • Geboren am 9. Jänner 1795
  • Gestorben am 21. September 1862
  • Quelle: Manfred Brandl, Neue Geschichte von Steyr

Der erste Bürgermeister nach dem Revolutionsjahr 1848 war Anton Gaffl. Am 25. März 1851 wurde er nach einem um 9 Uhr zelebrierten Hochamt im Ratssaal unter Beisein des Bezirkshauptmannes gewählt. Er war Privatier und Hausbesitzer in Stadt Nr. 159. Am 1. Juni 1851 wurde er vom oberösterreichischen Statthalter vereidigt. Gaffl hatte Differenzen mit dem Gemeinderat. Am 25. März 1860 resignierte er bei der Kreisbehörde. Am 30. April / 1. Mai 1860 war die Amtsübergabe an den Nachfolger. Das war der bisherige Vizebürgermeister, der Lebzelter Anton Haller. Er wurde zuerst interimistischer Bürgermeister. Der Gemeinderat wählte ihn am 19. Jänner 1861 definitiv.

  • Nachruf im „Alpenboten“ vom 25.9.1862:

„Steyr hat einen Mann verloren, – wer kennt ihn nicht im schönen Österreich; wer kennt ihn nicht den Anton Gaffl? Der Name Gaffl hat stets guten Klang gegeben, und keine Episode seines Lebens brachte einen Misston hervor. So höre es, Steyr, es, Österreich, hört es Ihr seine Verehrer! Anton Gaffl ist nicht mehr!

Der 21. d.M. hat ihn in seinem 67. Lebensjahre durch plötzlichen Tod aus der Zahl der Lebendigen gerissen; doch nie wird er aus unseren Herzen, nie aus der Geschichte, die sein Andenken ehren wird, ausgeworfen werden können. Und haben ihn gleich heute am 24. Die dankbaren Bürger mit beklommenen Herzen hinausgetragen zum ewigen Frieden, wollten gleich die tränenden Gesichter um den tief Verehrten in der unzählbaren Schar der Leidtragenden gleichsam im Trauerchor der Welt verkünden: Gaffl ist nicht mehr!

Leutselig, gegen jedermann offen, zugänglich für alle, dienstfertig mit Aufopferung, ganz natürlich, ohne alle Ziererei und pathetische Großsprecherei, ausdauernd in Unternehmungen, gebildet genug, um mit allen Ständen offiziell und privatim verkehren zu können, hat er sich die Achtung und Liebe der k.k. Behörden, durch offenes und ungeheucheltes Entgegenkommen die Anhänglichkeit der Geistlichkeit, und durch Sorge für das geistige und leibliche Wohl der Stadt Steyr, die aufrichtigste Liebe seiner Mitbürger erworben. Als Privatmann lebt er unabhängig von allen Parteien, und konnte auf diese Weise ohne alle Sonderinteressen das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigen. Fern von aller Leidenschaftlichkeit, wusste er bei allen seinen Unternehmungen, bei allen erlittenen Unbilden den ruhigen  und klugen Mann zu zeigen, als welchen ihn alle, selbst seine wenigen versteckten Feinde, achten und fürchten mussten. Er kannte seine Feinde, er durchschaute alle ihre gegen ihn gelegten Minen, es kränkte wohl sein gutes Herz, doch Rache oder Gegenminen kannte er nicht. Kurz er lebte als ein Mann mit Charakter, und wenn er je einen Fehler besaß, so war es seine zu große Güte und Nachsicht.“

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