Josef Pöltl

( 1816 – 1891)

Bürgermeister von Steyr von 1865 bis 1873

  • Geboren 1816 in Unterrohr bei Hartberg, Steiermark
  • Gestorben am 14. Dezember 1891 in Steyr
  • Nachruf im „Alpen-Boten“ vom 17.12.1891

Josef Pöltl tot.

Am Montag, den 14. Dezember 1891 um halb 1 Uhr nachmittags verschied hier Herr Josef Pöltl, Realitätenbesitzer, ehemaliger Bürgermeister Steyrs, Ritter des Franz Josef-Ordens, im 75. Lebensjahr nach langem schmerzlichem Leiden.

Josef Pöltl war zu Unterrohr bei Hartberg in der Steiermakr geboren und kam anfangs der Vierziger Jahre als Commis in die Tuchhandlung des sel. Herrn Mich. Reschauer, welcher ihn ob seiner Geschäftstüchtigkeit und seiner Pflichttreue hoch schätzte und liebgewann. Im Jahre 1847 etablierte sich Pöltl als Kaufmann in Steyrdorf (Mittere Gasse), vermählte sich mit einer Schwester des hiesigen Kaufmannes Herrn Fendt und kaufte im Jahre 1853 das Haus in der Enge (ehemals Gasthaus „Zur Kanone“), woselbst noch gegenwärtig das Pöltl´sche Kaufmannsgeschäft sich befindet. Im Jahre 1863 berief ihn das Vertrauen seiner Mitbürger in den Gemeindeat (gewählt vom zweiten Wahlkörper), welcher ihn nach Ableben des damaligen Bürgermeisters Kompaß am 22. Juli 1865 zum Bürgermeister der Stadt Steyr wählte, welche Ehrenstelle er bis zum 9. August 1873 inne hatte, an welchem Tage er infolge Meinungsdifferenzen sein Amt niederlegte. Seine Amtstätigkeit als Bürgermeister fiel in eine sehr bewegte Zeit. Wir erinnern an das Kriegsjahr 1866, an die Hohenwart-Periode, welche große politische Umwälzungen zur Folge hatten, wobei es gewiss keines geringen Maßes von Pflichteifer und Energie bedurfte, um an der Spitze eines autonomen Gemeinwesens  von der Bedeutung Steyrs seinen Platz ehrenvoll zu behaupten. Pöltl gelang dies in bester Weise und er wusste namentlich die politische Selbstständigkeit Steyrs unter den schwierigsten Verhältnissen mit Festigkeit zu wahren. Mit allerhöchstem Handschreiben vom 15. Dezember 1866 wurde dem Bürgermeister Josef Pöltl aus Anlass des seitens der Stadt Steyr im genannten Kriegsjahre betätigten Patriotismus das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Im Jahre 1876 übergab Pöltl sein Geschäft an seinen Sohn Herrn Josef Pöltl und zog sich ins Privatleben zurück.

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