Franz Sichlrader

(1895 – 1962)

Bürgermeister von Steyr in den Jahren 1926  bis 1934

  • Geboren am 16. Juli 1895
  • Gestorben am 17. Februar 1962

Franz Sichlrader wird von Historikern durchaus zwiespältig betrachtet.  Sein Einsatz von 1926 – 1934 für die Not leidende Bevölkerung von Steyr war engagiert, ist aber nicht unbestritten. Sein Verhalten in den Tagen des Bürgerkriegs wird unterschiedlich kommentiert, ebenso seine Rede vom April 1938, die dann von der damals schon von NS-Machthabern dominierten Steyrer Zeitung zu NS-Propagandazwecken ausgeschlachtet wurde

  • Quelle: Amtsblatt der Stadt Steyr 1962

Am 17.2.1962 verschied nach langem, schwerem Leiden im 67. Lebensjahr Altbürgermeister Franz Sichlrader.

Schon in jungen Jahren stand er auf verantwortlichem öffentlichen Posten. Als jüngster Bürgermeister Österreichs wurde er 1926 zum Stadtoberhaupt Steyrs gewählt. Dieses Amt bekleidete er zum Wohle seiner Mitbürger in den schweren Jahren der Wirtschaftskrise bis 1934. Seine soziale Einstellung und sein tatkräftiges Eintreten für das in größter Not lebende Steyr sicherten ihm die ungeteilte Anerkennung der Stadt, der er in echter demokratischer Gesinnung mit seiner ganzen Kraft diente.

Im Zuge der innenpolitischen Ereignisse des Jahres 1934 verlor Altbürgermeister Sichlrader sein Mandat und wurde aus politischen Gründen zwei Jahre inhaftiert.

1952 zum Zentralbetriebsratsobmann der Steyr-Werke gewählt, vertrat er wiederum mit Erfolg bis zum Jahre 1959 die Interessen seiner Arbeitskollegen; darüber hinaus stellte er seine reichen kommunalpolitischen Erfahrungen als sozialistischer Gemeindevertreter der Gemeinde St. Ulrich zur Verfügung.

Altbürgermeister Sichlrader hat in Zeiten schwerster Not die Geschicke Steyrs mit Erfolg geleitet; die Stadtverwaltung wird seiner stets in dankbarer Erinnerung gedenken.

  • Quelle: Manfred Brandl, Neue Geschichte von Steyr, S. 170-171

Der Nachfolger wurde der Gemeinderat Franz Sichlrader, ein gelernter Dreher, der am 3. Juli 1926 mit 32 Stimmen und am 11. Mai 1927 mit 34 von 35 Stimmen gewählt wurde. Die christlichsoziale Minderheit hätte wegen Sichlraders „fehlender Erfahrung“ lieber Hafner als Bürgermeister gesehen. Bei der Bürgermeisterwahl am 15. Mai 1931 enthielt sich die christlichsoziale Fraktion wegen der Ereignisse vom 19. April 1931 der Stimme und er wurde mit 20 von 34 Stimmen wiedergewählt, „trotz dessen Objektivität“, wie man erklärte.

Rolle im Februarkampf:

Seine Rolle im Februarkampf trug ihm am 14. Februar 1934 seine Verhaftung ein und anschließend an den Prozess 1935 eine etwa einjährige Haft. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte er wieder für seine politische Überzeugung aktiv werdden und war u.a. Betriebsratsobmann in den Steyr-Werken sowie Gemeindevorstand in St. Ulrich. Er starb am 17. Februar 1962. Von 1926 bis 1934 war er auch Landtagsabgeordneter.

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