Rudolf Moratti

Portraet. Moratti

(1942 -2000)

Bildhauer und Schüler von Fritz Wotruba

  • Geboren am 31. August 1942 in Steyr
  • Gestorben am 5. März 2000   in Wien

Rudolf Moratti wurde am 31. August 1942 in Steyr geboren. Mit seinen Eltern – der Vater war Wassermeister in Steyr – wohnte er in Promenade 14, in einem kleinen Haus, heute steht hier das Finanzamt. Nach Abschluss der Pflichtschule erlernte er bei der Firma Reichenpfader das Installateurgewerbe.

Das Schnitzen war bereits von Kindheit auf seine Passion. Nach Abschluss seiner Lehrzeit war es ihm möglich an einem Symposium für Bildende Kunst in Salzburg teil zu nehmen. Dieses wurde vom Bildhauer Fritz Wotruba geleitet. Wenige Monate später meldete sich Prof. Wotruba bei Herrn August Reichenpfader und überzeugte ihn, dass Rudolf Moratti ein ausgesprochenes Talent sei und unbedingt bei ihm studieren sollte.

Durch die Unterstützung von August Reichenpfader wurde es möglich, dass Rudolf Moratti an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien als Schüler von Fritz Wotruba und Wander Bertoni studierte. Sein Studium schloss er 1975 an der Akademie der bildenden Künste bei Professor Fritz Wortruba ab.

Neben seinen eigenen Werken arbeitete er mit seinem zum Freund gewordenen ehemaligen Professor Fritz Wotruba eng zusammen. Wotruba vermachte ihm bei seinem Tod das Atelier in Wien.

Beschreibung der Parkskulptur in Wien 1, Nordostecke des Sigmund-Freud-Parks (seit 2001):

  • Quelle: Alfred Wolf: Denkmäler und Zierbrunnen in Wien-Alsergrund, Erfurt 2005

Das Monument besteht aus weißem Marmor verschiedener Fundstellen, künstlerisch bearbeitet und zusammengefügt zu einem wolkenartigen Ganzen. Der Bildhauer vereinte in seinem Werk die schönsten Marmorsorten aus Carrara und Vipiteno (Sterzing, Italien) und Schlesien (Polen). In der Nähe der Votivkirche bildet es mit seinen kumulativen Formen einen interessanten Gegensatzu zur strengen Neogotik des Gotteshauses.

Moratti war Mitglied der Wiener Secession und der Künstlervereinigung Graz. Im Jahre 1981 war er Vorstand in der IG Bildende Kunst Österreich.

Anlässlich der Eröffnung des Betriebsgebäudes der Firma IMPEX in Steyr, Ennserstraße, wurde eine Skulptur von Moratti – der gefesselte Mensch – aufgestellt.

  • Diese Skulptur befindet sich jetzt im „Hotel Styria“, Stadtplatz 44, 2. Stock. Besitz von Familie Reichenpfader

Rudolf Moratti starb am 5. März 2000 in Wien an einem Aortariss. Er wurde in einem Ehrengrab der Gemeinde Wien beigesetzt.

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„Stein und Stein“ ist eine Herausforderung zur Meditation. Der von einem Drahtseil im Schwebezustand gehaltene Stein wirkt eingeschnürt, gleichzeitig scheinen die Einschnürungen die Vorraussetzung für neuerliches Wachstum zu sein.

Dieser Gegensatz bewirkt die Herausforderung für die meditative Betrachtung. Als weiterer Gegensatz erscheint das durch das Seil bewirkte grafische Element, das – gleich einer Zeichnung auf einem dreidimensionalen Gegenstand – einen zusätzlichen Kontrast zwischen dem vegetativ anmutenden Körper des Steins und dem technoiden Gerüst, das die Knospe, Blüte oder den Knoten aus von Natur geschaffenem Material in Schwebe hält, entstehen lässt.

Zum menschlichen Leben gehören die Gegensätze. Manche Wissenschaftler meinen, der Mensch denke prinzipiell binär. So gesehen ist „Stein und Stein“ von Rudolf Moratti ein Denkmal für die menschliche Grunddisposition schlechthin. Die Tantriker meinten, dass aus der Form ununterbrochen Kraft zur Veränderung fließe, unabhängig davon, ob die Menschen die Bedeutung der Zeichen erkennen. Nahe bei der Schiffsanlegestelle, wo viele Menschen vorbei müssen, ist der richtige Ort für ein Symbol dieser Art.

(Quelle: H. A. Niederle, in: Veröffentlichte Kunst – Kunst im öffentlichen Raum 1, Katalog des NÖ Landesmuseums, Neue Folge Nr. 279, 1991)

Moratti.10.10.1974.StZ

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