Josef Gottfried Prechler

1717 Garsten

(vermutlich *1674 –  +1752)

Garstener Pergamentmaler in der 1.Hälfte des 18. Jahrhunderts

Über Joseph Gottfried Prechlers Leben ist bislang sehr wenig bekannt, so auch nicht sein genaues Geburts- und Sterbedatum 1. Er gilt jedoch als der bedeutendste Vertreter aus einer Fass- und Pergamentmalerfamilie 2, die um das 18. Jahrhundert in Garsten wohnte.

Joseph Gottfried Prechlers topografische Bilder geben ein eindrucksvolles Zeugnis von der Klosteranlage Garstens 8, der Stadt Steyr sowie auch der Wallfahrtskirche Christkindl um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Weitere Werke zeigen das Stift Schlierbach 5, die Wallfahrtskirche Sonntagberg 4 und das Stift St. Florian11.

 

Literatur über Joseph Gottfried  Prechler bzw. seine Familie:

Aus dem Katalog „Kirche in Oberösterreich – 200 Jahre Bistum Linz“ 3

„Von der auch für Garsten tätigen und teils im Ort lebenden Malerfamilie Prechler47  kennen wir heute Matthias (1661 Bürger in Linz, gest. 1700 in Linz). Er dürfte der Vater des in Garsten, am Riglerhaus in Buchholz (1708) ansässigen Joseph Gottfried Prechler  (erstmals nachgewiesen 1705, gest. vor 27. Februar 1752) gewesen sein.  J.G.Prechler war der Bedeutendste dieser Faß- und Pergamentmalersippe. Seine Frau Ludmilla Catharina malte ebenso wie deren Sohn Johann Adam (geb. 1721, verheiratet 1759 mit Maria Anna Morzer). 1770 ist Franz Xaver bürgerlicher Miniaturmaler in Steyr, genannt.

Joseph Gottfried (Prechler) schuf für die meisten oberösterreichischen Klöster, auch Seitenstetten, topographische wie religiöse Darstellungen vom kleinsten bis zum großen Format.

Werkauswahl: 1705 Offenhausen Christi Verurteilung; hl. Sippe,

1709 Radierung, Aufriß Kirche Christkindl.

Ca. 1717 Linz, Landesarchiv Idealansicht Stift Garsten. 8

1721 Lambach, Stammbaum des Benediktinerordens.

Von ihm oder Johann Adam auf Pergament gemalte Kopien der 14teiligen Ortsansichtenserie Reslfeld(t)s, Mitte 18. Jahrhundert.

Die Qualität der farbenfrohen Malereien ist je nach Anforderung schwankend und typisch für diese Gattung, jedoch originell und liebenswert.

47  Zusammenfassung bislang nur KONRAD SCHIFFMANN; Die Maler Prechler in Garsten, In: Christliche Kunstblätter 48, Linz 1907, S.41f; Perndl II, S. 42, 46. “

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  • Aus: „NIEDERÖSTERREICH – Personenlexikon“: 4

„Josef Gottfried Prechler

(gest. 18. Jh.)

Biografie

Die Lebensdaten des Pergamentmalers sind unbekannt. Er war in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts anscheinend ausschließlich für Klöster und Stifte in Ober- und Niederösterreich tätig. 1718 malte er fünf Ansichten des Stiftes St. Florian11, 1721/1722 den Stammbaum des heiligen Benedikt für das Stift Lambach. Er arbeitete für die Stifte Garsten, Gleink, Kremsmünster, Schlierbach und Seitenstetten. Von ihm stammen auch Pergamentbilder im Lesehof von Wösendorf. Seine Temperamalereien sind reizvolle Zeugnisse farbenfroher, barocker Volkskunst.“

In der von P. Dr. Ludwig Keplinger verfassten „Baugeschichte von Schlierbach“ 5  wird Josef Gottfried Prechler (dort „Joseph Gottlieb“)  als Maler des „Schlierbacher Rotelbuches 6  erwähnt und  zugleich das von J.G.Prechler  1718 geschaffene Aquarell der barocken Klosteranlage von Schlierbach (Original im OÖ. Landesmuseum, Graphische Sammlung, OA III 278/1) vorgestellt.

Von Angela Mohr wird in den O.Ö. Heimatblättern7 eine Ansicht  von Molln (Pergamentmalerei)  aus der Hand von J.G.Prechler vorgestellt, die vom Künstler vermutlich nach einem Stich von Carl v. Reslfeldt angefertigt wurde.

Eine weitere Pergamentmalerei J.G.Prechlers  zeigt die Wallfahrtskirche Frauenstein. Das Original dieses farbenfrohen, mit etwa 1720 datierten Bildes befindet sich heute im Pfarrhof Steinbach an der Steyr. 10

In der Stiftungssammlung von Kremsmünster befindet sich J.G Prechlers Gemälde „Triumph des Benediktinerordens in den vier Erdteilen“ 9, eine Pergamentmalerei auf Holz.

Zitat:

„Im Zentrum des Gemäldes steht die Apotheose des Ordensgründers Benedikt von Nursia. Dessen Triumphwagen wird von einem Elefanten, einem Pferd, einem Kamel und einem Löwen gezogen. An dessen Seite sind weibliche Personifikationen der vier Erdteile zu sehen. Oben im Bild erscheint die „Triumphierende Kirche“, repräsentiert von der Gemeinschaft der Heiligen. Im unteren Bereich des Bildes ist das irdische Wirken des Benediktinerordens abgebildet.“ 9

Textzusammenfassung:  Heinz Kern

Anmerkungen u. Quellen:

1)  In der Arbeit von Hannes Etzlstorfer, „Die Kunstsammlungen des Stiftes Schlierbach“ – Beschreibender Katalog aus: 650 Jahre Stift Schlierbach – werden für J.G.Prechler als Lebensdaten die Jahre „1674 – 1752“ genannt.

Siehe dazu:  http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/650_Jahre_Stift_Schlierbach_-_Etzlstorfer_-_Kunstsammlungen_-_Beschreibender_Katalog.pdf.

2) Begriffserklärung  „Fassmaler“:  Maler, der auf das Bemalen (Fassen) von Holzplastiken (oder  auch Steinskulpturen) spezialisiert war, wobei die Farbe auf einer Grundierung aus Gips, Kreide oder Leinwand aufgebracht wurde. Diese Bemalung (auch als „Staffiermalerei“ bezeichnet) war seit dem Mittelalter, insbesondere im Barock gebräuchlich.

3)  Erhard Koppensteiner, „Malerei im Stift Garsten“, In: Katalog „Kirche in Oberösterreich – 200 Jahre Bistum Linz“, Oberösterreichische Landesausstellung 1985, Hrsg. Land Oberösterreich, S. 213 f.f.

4)Siehe:http://geschichte.landesmuseum.net/index.asp?contenturl=http://geschichte.landesmuseum.net/personen/personendetail.asp___id=400678860.

 

5) Siehe: http://www.cistopedia.org/fileadmin/user_upload/abbeys/S/Schlierbach/Schlierbach_-_Baugeschichte_mit_Fussnoten_3.pdf

 

6) Stifterbild des Stiftes Schlierbach aus dem  „Schlierbacher Rotelbuch“ , siehe dazu: http://www.ooegeschichte.at/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads/pics/Stifterbild_Schlierbach_Rotelbuch.jpg&width=645m&height=630m&bodyTag=%3Cbody%20style=

 

7)  Angela Mohr: „Zwei alte Ansichten von Molln“, In: Oberösterreichische Heimatblätter, 44. Jahrgang, 1990, Heft 1.

Siehe:  http://www.ooegeschichte.at/uploads/tx_iafbibliografiedb/hbl1990_1_58-61.pdf

 

8)  4 Aquarelle mit „Ansichten des Stiftes Garsten“ wurden 2006 von den OÖ. Landesmuseen angekauft.

Siehe: OÖ.Landesmuseen, Jahresbericht 2006,   http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/JOM_152_0333-0448.pdf

 

9)   Quelle: Abbildung in: http://www.ulrich-menzel.de/odw/1664_u1.html

 

10 ) Quelle: Abbildung in: http://www.molln.cc/museum/frauenstein/1.htm

 

11)   Idealprospekt des Stiftes St.Florian mit Porträt des Probstes Johann Baptist Födermayr

In: Thomas Korth, Stift St.Florian. Die Entstehungsgeschichte der barocken Klosteranlage, Nürnberg 1975.

Siehe: http://tresordeliege.be/wp-content/uploads/2012/09/001.pdf

 

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