Johann Joseph von Koller

Kopie.Gemaelde.Joh.Joseph Koller 1844

(1779 – 1864)

Eisenhändler und Förderer von Franz Schubert

  • Geboren am 15. Februar 1779 in Steyr
  • Gestorben am 18. September 1864 in Steyr

Alte Tradition in Steyr: der Eisenhandel (aus: Brandl, S. 120)

Manche Familien haben längst aufgehört, im Eisenhandel tätig zu sein. Früher bedeutend war die Familie von Koller.

Josef von Koller (15.2.1779 – 18.9.1864) im Haus Stadt Konskr. Nr. 29, (Stadtplatz 11) ließ 1800, 1805 und 1809 den Eisenmanufakturisten 429.000 Gulden Geldvorschüsse zukommen und gewährte der Stadt Steyr 200.000 Gulden unverzinsliche Darlehen !!

Für seine Verdienste um die Aufrechterhaltung der Wirtschaft in den Zeiten der französischen Invasion wurde er 1813 geadelt.

Am Steyrer Friedhof sind noch folgende Familienmitglieder begraben:

  • Karl (1803 – 1856)
  • Friedrich (1841 – 1862)
  • Ernst (1837 – 1864)
  • Karl (1835 – 1905)
  • Viktor (1845 – 1907)
  • Theresia (1783 – 1853)
  • Anna (1809 – 1853)
  • Anna (1852 – 1853)
  • Franziska (1814 – 1874)
  • Antonie (1847 – 1900)
  • Josef (1839 – 1913)

Während der drei Aufenthalte von Franz Schubert und Johann M. Vogl in Steyr (1819, 1823, 1825) förderte Josef von Koller die Künstler. Es wird überliefert, dass die zwei Künstler täglich das Essen in seinem Haus einnahmen. Schubert spielte oft mit dem Hausherrn und der Tochter Josephine, die eine gute Pianistin und Sängerin war.

Die Gruft der Familie Koller (Stadtplatz 11 und Stadtplatz 16) befand sich am 1. Friedhof und wurde 1975 aufgelöst.

Zum Tod von Josef von Koller berichtet der Alpenbote am 29.9.1864:

Am 18.9.1864 ist der Eisenhändler Josef von Koller im hohen Alter von 86 Jahren mit Tod abgegangen. Man sagt, dass die Gegenwart gerne die Verdienste der Vergangenheit vergisst; wir wollen uns diesem Vorwurf nicht aussetzen, und gedenken daher der Verdienste des Verstorbenen, der im Jahre 1813 wegen seiner Verdienste in den Adelsstand erhoben wurde.

Wappen von Josef von Koller:

Wappen.Koller

Josef von Koller hat in den Invasionsjahren 1800, 1805 und 1809 die Eisenindustrie gerettet, dass sie nicht in gänzliche Stockung geriet. Er hat den Manufakturisten einen Geldvorschuss von 429.000 Gulden gegeben und seiner Vaterstadt ein unverzinsliches Darlehen von 200.000 Gulden „behufs der Bestreitung der feindlichen Requisitionen“ gegeben. Er hat mit eigener Gefahr nicht unbeträchtliches Staatsvermögen vor feindlicher Beschlagnahme gerettet, durch seine Sprachkenntnis und eigene Verwendung bei den feindlichen Kommandanten manche Benachteiligung seiner Mitbürger abgewendet. Im Jahre 1812 hat er einen Handelszug in die Levante eröffnet, welcher für die damalige Eisenindustrie von großer Bedeutung war.

Kopie.Gemaelde.Joh.Joseph Koller 1844

Kopie des Gemäldes von Johann Josef von Koller 1844. Original im Heimatmuseum Steyr

 

Hausbesitzer Stadtplatz 11 (zusammengestellt E. Schimanko):

  • 1707 – 1742: Koller Johann Joseph und Maria Elisabetha
  • 1742 – 1773: Koller Maria Elisabetha (Witwe)
  • 1773 – 1798: Koller Johann Jacob (Sohn)
  • 1798 – 1856: von Koller Johann Joseph (Sohn)
  • 1856 – 1869: von Koller Anna (Kauf)
  • 1869:   von Koller Carl, Josef, Victor, Maria und Antonia (Kinder)
  • 1869 – 1888: von Koller Carl (Bruder, Kauf)

Die Tochter von Johann Joseph von Koller war Josephine („Josefa oder Pepi“) (26.12.1800 in Steyr – 8.7.1874 in Türnitz) heiratete am 8.4.1828 in Gleink Herrn Franz Xaver Krakowi(t)zer (10.10.1786 – 29.5.1864), Ehrenbürger von Wels in 2. Ehe.

  • Franziska von Koller, 60 Jahre alt, Adresse: Voglsang Nr. 165, Verstorben am 6.7.1874
  • Josefine Krakowizer, geb. Koller. Geboren am 26.12.1800 in Steyr. Gestorben am 8.7.1874 in Türnitz

1874.Todesanzeige.F.v.Koller

Über den Tod von Viktor von Koller am 19.3.1907 berichtet der Steyrer Kalender:

„In Steyr verschied am 19.3.1907 der in weiten Kreisen bestens bekannte Private Viktor von Koller, seinerzeitiger Besitzer der Sandbök´schen Buchhandlung, im 62. Lebensjahr. Er war einer der letzten Sprossen eines alten Stadt Steyrer Patriziergeschlechtes, welches vor vielen Jahren auf dem Hause Stadtplatz 11 ein Eisen-Engrogeschäft betrieb.“

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