Wolff Jakob Lauffensteiner

laute

(1676 – 1754)

Lautenspieler, Komponist, Musiker

Brüder: Wolff Jakob und Georg Adam Lauffensteiner

 

aus: Österreichisches Musiklexikon

Wolff Jakob: * 28.4.1676 Steyr/OÖ, † 26.3.1754 München/D. Lautenist. Sohn des gleichnamigen Türmers von Steyr († 1689). Besuchte wohl hier die Jesuitenschule und dürfte seinen ab 1693 in Graz studierenden Brüdern dorthin gefolgt sein. 1709 ist er in Graz erstmals als Lautenist nachweisbar, ab 1712 als Kammerdiener und Musiklehrer der bayerischen Prinzen während ihrer Internierung in Graz, ab 1715 in München in alleinigen Diensten des Prinzen bzw. Herzogs Ferdinand, mit dem er auch mehrere Reisen unternahm. Nach dessen Tod 1738 wurde er pensioniert. In zweiter Ehe war Wolff Jakob Lauffensteiner  mit Maria Catharina v. Empach (1699–1775) verheiratet.

Werke: Kammersymphonien, Lautenkonzerte, Stücke für Laute solo (WV bei Flotzinger 1966).
Georg Adam: * 9.4.1678 Steyr, † 19.6.1753 Kremsmünster/OÖ. Musiker. Scheint 1693 in der Grazer Univ.s-Matrikel als Rhetor auf und war ab 1711 Zimmerwärter und Musiker (Fagott, Flöte, Pauken) im Stift Kremsmünster.

Lit: R. Flotzinger in StMwRudolf Flotzinger, Rochus Berhandtzky und Wolff Jacob Lauffensteiner. Zum Leben und Schaffen zweier Lautenisten in kurbayerischen Diensten, in: Studien zur Musikwissenschaft 27. 1966, 200–239. 27 (1966); NDB 13 (1982); R. Flotzinger in Ch.-H. Mahling (Hg.), [Fs.] H. Federhofer 1988; Kellner 1956.

http://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_L/Lauffensteiner_Brueder.xml

Leben

Die erste musikalische Ausbildung erhielt Lauffensteiner von seinem Vater. Vermutlich hat er in Steyr auch die Jesuitenschule besucht, über weitere Studien ist nichts bekannt. 1709 ist er in Graz als Lautenist nachweisbar. 1712 trat er in kurbayer. Dienste und war zunächst Kammerdiener und Musiklehrer der Prinzen während ihrer Grazer Internierung, seit 1715 in alleinigen Diensten des Prinzen bzw. Hzg. Ferdinand in München. In dessen Begleitung machte er zahlreiche Reisen und Feldzüge mit. Nach dem Tod Ferdinands wurde Lauffensteiner  pensioniert.

Ausgehend von der Laute als Kavaliersinstrument der Zeit, war er stets für die gesamte musikalische Unterweisung und Unterstützung seiner Herren zuständig. Er komponierte Kammersymphonien, Lautenkonzerte und Stücke für Laute solo. Leider scheinen nur letztere von ihm erhalten zu sein. Vermutlich spiegelt sich hier seine Biographie wider: die solistischen Lautenkompositionen werden zunächst für den eigenen Gebrauch, dann auch zunehmend für die pädagogischen und kammermusikalischen Erfordernisse entstanden sein, nach 1715 dürfte sich im ferdinandeischen Hofstaat eine Schwerpunktverlagerung zum Lautenensemble (entweder 2 Lauten, oder 1 Laute mit anderen Instrumenten wie Violine, Flöte und Violoncello, die sog. „Lautenkonzerte“) und schließlich zu sog. Kammersymphonien vollzogen haben. 1727 äußert sich Ernst Gottlieb Baron zwar mit einer gewissen Hochachtung über L., kann aber auch nicht verbergen, daß er sich offensichtlich einer anderen Generation und Stilrichtung zugehörig fühlt. L. steht durchaus in der Entwicklung der Zeit, ist aber ganz im Sinne der Münchener Musik unter Karl Albrecht insgesamt stärker als Baron an Wien und Italien orientiert.

Werke

Lautenstücke in Tabulaturhss.: Kremsmünster, Göttweig, Wien (sog. Schwanberg), Prag (sog. Werdenberg, Hellicha), Augsburg. –  Neuausgg.: Sonate in A-Dur f. 2 Lauten, in: H. Neemann (Hrsg.), Alte Haus- u. Kammer-Musik mit Laute, o. J. –  Zwei Präludien u. 5 Partien f. Laute, in: H. Radke (Hrsg.), Musik alter Meister 30, 1973.

Literatur: Flotzinger, Rudolf, „Lauffensteiner, Wolff Jacob“ in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 711 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd103915877.html

CD-Aufnahme mit Musik von Lauffensteiner:

(Auf http://www.youtube.com gibt es weitere Beispiele von Lautenmusik von Lauffensteiner.Suchbegriff: Miguel Yisrael Lauffensteiner)

http://de.brilliantclassics.com/2012/07/austria-1676-von-miguel-yisrael-auf-gitarre-und-laute-de-besprochen/

Nun wurde das Album Austria 1676 des portugiesischen Lautenisten Miguel Yisrael mit Werken von Wolff Jacob Lauffensteiner (1676-1754) und Johann Georg Weichenberger (1676-1740) im unabhängigen Fachmagazin Gitarre und Laute vom Chefredakteur Peter Päffgen besprochen.

Er schreibt über das Album, das »weit entfernt von jeglichem Manierismus« erscheint:

»Miguel Yisrael spielt die spannende Musik von Wolff Jacob Lauffensteiner und Johann Georg Weichenberger eher eloquent als französisch, eher fließend als dramatisch. Was das Dramatisieren dieser Musik angeht, kann man darüber freilich geteilter Meinung sein. Das endlose Auskosten von Vorhalten, das Übersteigern der Inégalité bis hin zum permanenten Punktieren und dann das Überpunktieren, das man oft in französischen Ouvertüren hört … diese Manieren produzieren Spannung, sie können aber auch zu nervenden Stereotypen mutieren.  (…)  Yisrael zieht seinen unaufgeregten Stil durch, weit entfernt von jeglichem Manierismus. Das nimmt ihm zwar die Chance auf den einen oder anderen Effekt, ist aber ob seiner Konsequenz mehr als überzeugend. Miguel Yisraels CD mit österreichischer Lautenmusik des 18. Jahrhunderts empfiehlt ihn jedenfalls für Weiteres!«

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