Walter Wippersberg

portraet.wippersberg

(1945 – 2016)

Schriftsteller – Regisseur – Universitätsprofessor – Fotokünstler

  •  Geboren am 4. Juli 1945 in Steyr
  • Gestorben am 30.Jänner 2016 in Steyr

Schulbesuch und aufgewachsen in Steyr (Name damals: Walter Wippersberger).

Verschiedene Studien (Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte, Psychologie) an der Universität Wien, kein Abschluss. In dieser Zeit war er auch Bühnenbildner und Regisseur. 1967 Eheschließung mit Tonja Grüner, 2 Kinder;  wohnhaft in der Jugend in Steyr (Schlüsselhofgasse und Karl-Marx-Straße), dann auch in Wien und Losenstein.

Ab 1990 als ordentlicher Professor für Drehbuch und Dramaturgie an der Wiener Filmhochschule tätig.

Auszeichnung und Ehrung: 2015 wurde Walter Wippersberg das Ehrenzeichen der Stadt Steyr überreicht.

Walter Wippersberg zählt zu den erfolgreichsten und produktivsten Literaten, Regisseuren und Filmemachern des Landes. Geboren ist Walter Wippersberg in Steyr, die ersten fünfzehn Jahre seines Lebens hat er im Haus Schlüsselhofgasse 34 gewohnt, bis zur Matura im Jahr 1964 am Bundesrealgymnasium Steyr hat Walter Wippersberg auf der Ennsleite im Haus Karl-Marx-Straße 1 gelebt. Heute lebt er in Losenstein und Wien. Walter Wippersberg ist emeritierter Universitätsprofessor der Wiener Filmakademie, an der er von 1990 bis 2011 als Leiter der Klasse „Drehbuch und Dramaturgie“ tätig war. Die Verbindung zu Steyr hat Walter Wippersberg nie abreißen lassen, auch als er schon in Wien und Losenstein gelebt hat. So arbeitetet er bei vielen Kulturinitiativen mit: unter anderem bei atelier 65, Junges Steyr, der Galerie Schnittpunkt und der Galerie Siebenstern. Intensiv engagiert hat er sich gegen die Zuschüttung des Wehrgrabens. In diesem Zusammenhang ist ein Fotoband von Walter Wippersberg erschienen mit dem Titel „Der Wehrgraben in Steyr“.

Für die oberösterreichische Landesaustellung 1987 hat Walter Wippersberg einen Katalogband geschrieben. 1990 hat er im Landesverlag Linz das Buch „Die Stadt Steyr“ herausgegeben. Gründlich hat sich Walter Wippersberg in drei großen, oft gesendeten Rundunk-Features unter dem Titel „Steyrer Trilogie“ mit der Steyrer Zeitgeschichte beschäftigt.

Später hat Walter Wippersberg auch einmal von seiner Kindheit und Jugend in Steyr erzählt und von ein paar Monaten im Jahr 2006, die von einer lebensbedrohenden Krankheit bestimmt waren und die Walter Wippersberg ins Steyrer Krankenhaus zurückgeführt haben. Das Buch heißt: „Eine Rückkehr wider Willen, zwei Berichte über mich“. Der Film „Das Fest des Huhnes“, in dem afrikanische Forscher auf die sonderbaren Riten in Oberösterreich stoßen, ist im Jahr 1992 gedreht worden.

Für seine Werke ist Walter Wippersberg oftmals ausgezeichnet worden: unter anderem mit dem Österreichischen Staatspreis für Kinderliteratur, mit dem Kulturpreis des Landes Oberösterreich und mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich.

(Auszug aus dem Bericht zur Verleihung des Ehrenzeichens der Stadt Steyr für besondere Leistungen im kulturellen Bereich an Walter Wippersberg im September 2015 (Wochen-Zeitschrift „TIPS“   v. 15.9.2015, Robert Hofer ). Dieser Beitrag erschien gleich- lautend auch im Amtsblatt der Stadt Steyr 9/2015, S.12)

Werk-Liste (Auswahl unvollständig):

Nachstehende Liste gibt nur einen Teil des umfangreichen Schaffens Walter Wippersbergs wieder.

Siehe dazu auch den Link: http://www.walterwippersberg.at/werkverzeichnis.html#buecherautor

Bücher: Autor von Romanen, Hörspielen, Drehbüchern und Essays; Fotobänden.

Humorvolle Kinderbücher (für seine Kinder) – diese wurden auch vielfach ausgezeichnet und übersetzt,  z.B.:

  •        Der Kater Konstantin
  •          Max der Unglücksrabe
  •          Schlechte Zeiten für Gespenster
  •          Gute Zeiten für Gespenster
  •          Ein Winter mit Piraten
  •          Julias Hexe
  •          Schlafen auf dem Wind
  •          Herr Sokrates und die veilchenblaue Dame
  •          Der Kater Konstantin wird berühmt
  •          Konstantin auf Reisen
  •          Der Ritter von der traurigen Gestalt
  •          Schlafen auf dem Wind
  •          Augenzeugen
  •          Erik und Roderik

Die Stadt Steyr (Bildband)

Der Wehrgraben in Steyr

Der Krieg gegen die Raucher

Romane für Erwachsene:

  •  Gegenlicht
  • Ein Anfang von Etwas

Österreichische Trilogie:

  •        Die Irren und die Mörder
  •          Ein nützlicher Idiot
  •          Die Geschichte eines lächerlichen Mannes

Essays:

  • Einiges über den lieben Gott.Wie er erfunden wurde und wohin das  geführt hat.
  •   Eine Rückkehr wider Willen. Zwei Berichte über mich.

Drehbücher:

  •        Das Fest des Huhnes
  •          Dunkles, rätselhaftes Österreich
  •          Die Wahrheit über Österreich
  •          Das Kapital
  •          Fluchtversuch
  •          Sankt Petri im Schnee

 

Mit seiner auch in Cassettenform erschienenen „STEYRER TRILOGIE“

         Erinnerungen an einen Aufstand – Steyr im Jahr 1934

         Der Anschluss in einer Arbeiterstadt – Steyr im Jahr 1938

         Kriegsende in einer kleinen Stadt – Steyr im Jahr 1945

schuf der Schriftsteller eine bleibende Erinnerung an die Ereignisse in Steyr, die bereits mehrfach im ORF gesendet wurde und nach wie vor auch im Geschichtsunterricht verwendet wird. (Die erste Kassette davon entstand gemeinsam mit dem ebenfalls aus Steyr stammenden Schriftsteller Erich Hackl).

Weitere Aktivitäten:

Kampf für die Erhaltung des Steyrer Wehrgrabens und des Reichraminger Hintergebirges:

Als 1980 auf Grund eines Gemeinderatbeschlusses der Steyrer Wehrgraben-kanal zugeschüttet werden sollte, wandte sich Walter Wippersberg wie auch Prof. Heribert Mader u.a. lautstark gegen dieses Projekt.  Schließlich hatte sich ein derart starker Widerstand organisiert, dass dieses Vorhaben verhindert wurde.

Ähnlich verhielt es sich, als 1984 im Reichraminger Hintergebirge ein wirtschaftlich unrentables Speicherkraftwerk gebaut werden sollte. Auch hier stand Wippersberg auf Seiten der Baustellenbesetzer und half aktiv mit, diese einmalige Naturlandschaft zu erhalten.

Walter Wippersberg blieb immer ein kritischer; gesellschaftspolitischer Beobachter und brachte seine Gedanken mit spitzer Feder zu Papier – nach dem Motto:

„Aufrecht, manchmal unbequem – wenn es sein muss. Er lässt uns in den Spiegel schauen.“ (J.Hofmarcher)

Neben vielen österreichischen Auszeichnungen wurde Walter Wippersberg zuletzt von der Stadt Steyr mit dem Ehrenzeichen der Stadt Steyr für besondere Leistungen im kulturellen Bereich geehrt.

 

Heinz Kern (Zusammengestellt nach Unterlagen aus dem Archiv Jörg Hofmarcher u. Wikipedia u.a.)

2016-02-05-wippersberg

Nachruf: Walter Wippersberg 

Quelle: OÖ.Nachrichten, 1.2.2016 (Internet, www.nachrichten.at)

„Fest des Huhns“-Autor Walter Wippersberg ist tot

STEYR. Der oberösterreichische Autor und Filmemacher Walter Wippersberg, bekannt für seine legendäre ORF-Mockumentary „Das Fest des Huhns“ (1992), ist am Sonntag laut ORF im Alter von 70 Jahren in seiner Geburtsstadt Steyr gestorben.

Nicht nur im Fernsehen, auch als Schriftsteller war Wippersberg stets kritischer Beobachter und Analytiker von Gesellschaftszu- und -missständen.

Geboren wurde Wippersberg am 4. Mai 1945 in Steyr. Er studierte in Wien Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie – eine thematische Breite, die ihm sein gesamtes Leben erhalten bleiben sollte. Bereits Ende der 60er-Jahre trat er erstmals als Hörspielautor in Erscheinung, bevor er mit „Maghreb oder: Die Erinnerung an das Leben nach dem Tod“ 1970 sein erstes Buch veröffentlichte. Sein Durchbruch als Autor gelang Ende der 90er-Jahre mit der „Österreichischen Trilogie“ („Die Irren und die Mörder“, „Ein nützlicher Idiot“ und „Die Geschichte eines lächerlichen Mannes“).

Daneben entstanden aber auch Theaterstücke und Hörspiele, Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur, Fotoarbeiten und TV-Dokumentationen. Zu einem Klassiker hat sich dabei die satirische Fake-Doku „Das Fest des Huhns“ entwickelt, für die Wippersberg auch als Regisseur verantwortlich zeichnete. Er schickt darin eine afrikanische Forschergruppe in die oberösterreichische Provinz, um dort aus dem Alltagsverhalten der „Ureinwohner“ die falschen Schlüsse zu ziehen, womit er dem Westen und seiner Kolonialhaltung den Spiegel vorhielt.

Zugleich schrieb er Drehbücher für die Arbeiten anderer Regisseure, so etwa für Xaver Schwarzenbergers „Das Kapital“. Dieses Können gab Wippersberg auch an die nachfolgenden Generationen weiter, leitete er doch zwischen 1990 und 2011 die Klasse „Drehbuch und Dramaturgie“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Im Feld der Kinder- und Jugendbücher machte er sich mit „Kater Konstantin“ und „Schlechte Zeiten für Gespenster“ einen Namen. Und schließlich widmete sich Wippersberg auch in Sachbüchern kritisch den Themen der Zeit. 2006 erschien „Einiges über den lieben Gott. Wie er erfunden wurde – und wohin das geführt hat“. Vor fünf Jahren veröffentlichte er „Der Krieg gegen die Raucher. Zur Kulturgeschichte der Rauchverbote“.

Links zu Walter Wippersberg:

 

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