Wolff Jakob Lauffensteiner

laute

(1676 – 1754)

Lautenspieler, Komponist, Musiker

Brüder: Wolff Jakob und Georg Adam Lauffensteiner

 

aus: Österreichisches Musiklexikon

Wolff Jakob: * 28.4.1676 Steyr/OÖ, † 26.3.1754 München/D. Lautenist. Sohn des gleichnamigen Türmers von Steyr († 1689). Besuchte wohl hier die Jesuitenschule und dürfte seinen ab 1693 in Graz studierenden Brüdern dorthin gefolgt sein. 1709 ist er in Graz erstmals als Lautenist nachweisbar, ab 1712 als Kammerdiener und Musiklehrer der bayerischen Prinzen während ihrer Internierung in Graz, ab 1715 in München in alleinigen Diensten des Prinzen bzw. Herzogs Ferdinand, mit dem er auch mehrere Reisen unternahm. Nach dessen Tod 1738 wurde er pensioniert. In zweiter Ehe war Wolff Jakob Lauffensteiner  mit Maria Catharina v. Empach (1699–1775) verheiratet.

Werke: Kammersymphonien, Lautenkonzerte, Stücke für Laute solo (WV bei Flotzinger 1966).
Georg Adam: * 9.4.1678 Steyr, † 19.6.1753 Kremsmünster/OÖ. Musiker. Scheint 1693 in der Grazer Univ.s-Matrikel als Rhetor auf und war ab 1711 Zimmerwärter und Musiker (Fagott, Flöte, Pauken) im Stift Kremsmünster.

Lit: R. Flotzinger in StMwRudolf Flotzinger, Rochus Berhandtzky und Wolff Jacob Lauffensteiner. Zum Leben und Schaffen zweier Lautenisten in kurbayerischen Diensten, in: Studien zur Musikwissenschaft 27. 1966, 200–239. 27 (1966); NDB 13 (1982); R. Flotzinger in Ch.-H. Mahling (Hg.), [Fs.] H. Federhofer 1988; Kellner 1956.

http://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_L/Lauffensteiner_Brueder.xml

Leben

Die erste musikalische Ausbildung erhielt Lauffensteiner von seinem Vater. Vermutlich hat er in Steyr auch die Jesuitenschule besucht, über weitere Studien ist nichts bekannt. 1709 ist er in Graz als Lautenist nachweisbar. 1712 trat er in kurbayer. Dienste und war zunächst Kammerdiener und Musiklehrer der Prinzen während ihrer Grazer Internierung, seit 1715 in alleinigen Diensten des Prinzen bzw. Hzg. Ferdinand in München. In dessen Begleitung machte er zahlreiche Reisen und Feldzüge mit. Nach dem Tod Ferdinands wurde Lauffensteiner  pensioniert.

Ausgehend von der Laute als Kavaliersinstrument der Zeit, war er stets für die gesamte musikalische Unterweisung und Unterstützung seiner Herren zuständig. Er komponierte Kammersymphonien, Lautenkonzerte und Stücke für Laute solo. Leider scheinen nur letztere von ihm erhalten zu sein. Vermutlich spiegelt sich hier seine Biographie wider: die solistischen Lautenkompositionen werden zunächst für den eigenen Gebrauch, dann auch zunehmend für die pädagogischen und kammermusikalischen Erfordernisse entstanden sein, nach 1715 dürfte sich im ferdinandeischen Hofstaat eine Schwerpunktverlagerung zum Lautenensemble (entweder 2 Lauten, oder 1 Laute mit anderen Instrumenten wie Violine, Flöte und Violoncello, die sog. „Lautenkonzerte“) und schließlich zu sog. Kammersymphonien vollzogen haben. 1727 äußert sich Ernst Gottlieb Baron zwar mit einer gewissen Hochachtung über L., kann aber auch nicht verbergen, daß er sich offensichtlich einer anderen Generation und Stilrichtung zugehörig fühlt. L. steht durchaus in der Entwicklung der Zeit, ist aber ganz im Sinne der Münchener Musik unter Karl Albrecht insgesamt stärker als Baron an Wien und Italien orientiert.

Werke

Lautenstücke in Tabulaturhss.: Kremsmünster, Göttweig, Wien (sog. Schwanberg), Prag (sog. Werdenberg, Hellicha), Augsburg. –  Neuausgg.: Sonate in A-Dur f. 2 Lauten, in: H. Neemann (Hrsg.), Alte Haus- u. Kammer-Musik mit Laute, o. J. –  Zwei Präludien u. 5 Partien f. Laute, in: H. Radke (Hrsg.), Musik alter Meister 30, 1973.

Literatur: Flotzinger, Rudolf, „Lauffensteiner, Wolff Jacob“ in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 711 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd103915877.html

CD-Aufnahme mit Musik von Lauffensteiner:

(Auf http://www.youtube.com gibt es weitere Beispiele von Lautenmusik von Lauffensteiner.Suchbegriff: Miguel Yisrael Lauffensteiner)

http://de.brilliantclassics.com/2012/07/austria-1676-von-miguel-yisrael-auf-gitarre-und-laute-de-besprochen/

Nun wurde das Album Austria 1676 des portugiesischen Lautenisten Miguel Yisrael mit Werken von Wolff Jacob Lauffensteiner (1676-1754) und Johann Georg Weichenberger (1676-1740) im unabhängigen Fachmagazin Gitarre und Laute vom Chefredakteur Peter Päffgen besprochen.

Er schreibt über das Album, das »weit entfernt von jeglichem Manierismus« erscheint:

»Miguel Yisrael spielt die spannende Musik von Wolff Jacob Lauffensteiner und Johann Georg Weichenberger eher eloquent als französisch, eher fließend als dramatisch. Was das Dramatisieren dieser Musik angeht, kann man darüber freilich geteilter Meinung sein. Das endlose Auskosten von Vorhalten, das Übersteigern der Inégalité bis hin zum permanenten Punktieren und dann das Überpunktieren, das man oft in französischen Ouvertüren hört … diese Manieren produzieren Spannung, sie können aber auch zu nervenden Stereotypen mutieren.  (…)  Yisrael zieht seinen unaufgeregten Stil durch, weit entfernt von jeglichem Manierismus. Das nimmt ihm zwar die Chance auf den einen oder anderen Effekt, ist aber ob seiner Konsequenz mehr als überzeugend. Miguel Yisraels CD mit österreichischer Lautenmusik des 18. Jahrhunderts empfiehlt ihn jedenfalls für Weiteres!«

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Georg Reitter

portraet

(1922 – 2014)

Akademischer Maler, Graphiker, Professor HTL I Linz

  • Geboren am 21.5.1922
  • Gestorben am 5.3.2014

Er ist der Sohn von Jörg Reitter (Link) und Bruder von Architekt Helmut Reitter.

Aus dem Ausstellungskatalog „Georg Reitter 1998“ (Verfasser: Helmut Burger, Steyr)

„Das Talent und die bildernischen Interessen hat Georg Reitter von seinem Vater Jörg Reitter, der 1944 bei einem Bombenangriff auf Trevisio den Tod erlitt. Wir (Helmut Burger Georg Reitter) kennen uns schon lange. Wir haben beide den Lehrberuf an Allgemeinbildenden Höheren Schulen eingeschlagen und den Kontakt nie verloren. Ihn verschlug es zuerst nach Lienz, bis er dann 1964 zum Fach- und Abteilungsvorstand an der HTBL 1 in Linz bestellt wurde. Seine pädagogische und künstlerische Tätigkeit in Linz wurde allgemein anerkannat. Ich haben neben der hohen Qualität immer auch die ungeheure Vielseitigkeit von Georg Reitters künstlerischen Aktivitäten bewundert. Vom Aquarell über Ölbilder und Collagen spannt sich der bogen über Wandgestaltung hin bis zu den künstlerischen Ausdrucksformen der Graphik. Gerade seine Holz- und Linolschnitte, seine bezaubernden Weihnachtskarten, seine Exlibris, aber auch seine Kalligraphien haben mich immer sehr beeindruckt.“

Georg Reitter: Sgraffito am Bogenhaus am Tabor (Taborweg 37), Steyr: 1955

„1480 Tabor 1955. In den Fehden des ausgehenden Mittelalters belagerte Georg von Stain 1467 von hier aus die Stadt. Nach den Schanzen seiner böhmischen Söldner „Tabor“ benannt, erhielten Wachturm 1480 erbaut – und Anhöhe ihren Namen.“

Wirken in Osttirol, Lienz:

Literatur:   Link Osttiroler Heimatblätter – Georg Reitter:   https://www.osttirol-online.at/4eb3c0c09b5b8/2002%20-%2005%20klein.pdf

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Rudolf Landa

Portaet

(1880 – 1959)

Heimatdichter

  • Geboren am 8.1.1880
  • Gestorben am 1.7.1959

Lebensbeschreibung von Gerlinde Messner, 2015:

„Der Beruf von Rudolf Landa war Postamsdirektor. Er hatte ein ausgesprochenes zeichnerisches Talent und wollte Maler werden. Aber es wurde ihm keine Ausbildung finanziert. Für die evangelische Kirche in Steyr hat er zwei große Kopien der Apostel Petrus und Paulus in Öl gemalt (nach Dürer).

Als Schriftsteller befasste sich Rudolf Landa mit historischen Themen. Er nannte sich „Landa-Sonnheim“ als Schriftsteller. Wahrscheinlich stammt dieser Künstlername von seinem Wohnhaus in Steyr, Schlögelwiese 5, das die Aufschrift „Sonnheim“ trug. Das Haus wurde später vom Enkel verkauft.

Berühmt wurde das Werk „Meier Helmbrecht“, eine Versnovelle, die in Braunau 1949 uraufgeführt wurde.

Rudolf Landa war in erster Ehe mit Karoline Haratzmüller verheiratet. Obwohl sich Landa 1911 nach Meran versetzen ließ, konnte das Lungenleiden seiner Frau nicht ausgeheilt werden. Am 3. Jänner 1913 starb sie im Alter von 30 Jahren. (Steyrer Kalender 1912, S.168)

In zweiter Ehe war Rudolf Landa mit Adolfine Preußer verheiratet.

Am 2.9.1913 gab es in der evangelischen Kirche in Steyr eine Doppelhochzeit.  Adolfine Preußer und Rudolf Landa und Emma Preußer und Franz Eder. Die Frauen sind Töchter des Uhrmachermeisters Gustav Adolf Preußer und Emma Preußer, geborene Plochberger – Tochter des Baumeisters Anton Plochberger.

Kinder aus 1. Ehe: Rudolf Landa jun, Gertrude Landa (verehelichte Holzinger, Linz)

Kinder aus 2. Ehe: Karoline Landa (verehelichte Kaesdorf, Steyr), Adolfine Landa (verehelichte Dufek, Dr.med. Wien)

Rudolf Landa war ein angeheirateter Onkel meines Vater Erich Mühlbauer. Ich kann mich noch an sein Begräbnis im Juli 1959 erinnern.“

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Ludwig Dunker

portraet

(1922 – 2008)

Akademischer Maler und Lehrer an der HTL Steyr

Geboren am 14. April 1922

Gestorben am 27. Jänner 2008

„Am Sonntag, den 27. Jänner 2008 verstarb Herr OStR Mag.art. Ludwig Dunker nach langem, schwerem Leiden im 86. Lebensjahr. Von 1971 bis zur Versetzung in den Ruhestand im Jahre 1983 war er Lehrer an der HTL Steyr. Er unterrichtete an unserer Schule Zeichnen und Malen, Entwurf- und Werkzeichnen, Modellieren und Kunstgeschichte. Sein Stil als Lehrer war zutiefst geprägt durch Aufrichtigkeit, Respekt vor dem Natürlichen wie dem Nächsten und Menschlichkeit. Gerade für dieses Lebendigmachen und Leben von wichtigen Wertüberzeugungen ist Ludwig Dunker von seinen Schülerinnen und Schülern, seinen Lehrerkollegen und in der Elternschaft gleichermaßen besonders geachtet und geliebt worden. Wir verlieren einen liebenswerten Kollegen und guten Freund. Die Verabschiedung von Herrn OStR Mag. art. Dunker findet am Freitag, dem 8. Februar 2008, um 11.00 Uhr in der Feuerhalle Steyr statt. Bei dieser Trauerfeier wollen wir Herrn OStR Ludwig Dunker die letzte Ehre erweisen und das letzte Geleit geben.“ Günter Fatka

Quelle: https://www.htl-steyr.ac.at/index.php/schulgem/pensionisten/monatstreffen/751-07-februar-2008-abschied-von-ostr-mag-art-ludwig-dunker

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Josef Wintersteiger

Portraet(1948 – 2015)

Künstler und Restaurator

Geboren am 26. März 1948 in Steyr

Gestorben am 11. November 2015 in Hallstatt

 

Nachruf von Locicnik in OÖN 16.11.2015:

„Geboren im März 1948 in Steyr, aufgewachsen in Garsten und mit 20 Jahren ausgezogen, um die Welt der Völker und Kulturen zu erkunden, hat Wintersteiger eine fast geheime, aber nicht minder hoch qualitative Karriere hingelegt. Als Restaurator hat er Großes geleistet, aber nicht immer den Lohn dafür bekommen, weil er experimentierend viel Neues und Altes miteinander zu verbinden suchte. Als Künstler war er über alle Zweifel erhaben. „Man sieht nur mit dem Bleistift gut“, war eine seiner Devisen, die er von der einfachen graphischen Skizze bis zur extatischen Klang-Licht-Zeichnung zu realisieren wusste. Als eines seiner Lieblingsprojekte galt die „Sammlung Gutjahr“, wobei er x-beliebige Fundstücke von Baustellen in klassisch-museale Bestände implementierte. Mit einem Kardiogramm seines ersten Herzinfarktes, den er einem keltischen Krieger in sein Grab legte, hat Wintersteiger schon 2001 im Welser Museum dem Tod die Schau gestohlen.“

„Er starb am Tag, mit dem die große Narretei beginnt“:

„Die Steyrer Kunstszene trauert um Josef Wintersteiger. Der Künstler und Restaurator ist am 11. November im Alter von 67 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. An der Schiffsanlegestelle von Hallstatt sitzend, hat ihn der Tod zur letzten großen Reise abgeholt. Er hätte sich dazu keinen besseren Ort und keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können, war doch Hallstatt der Ort seiner künstlerisch-handwerklichen Ausbildung und der Elfte für den bekennenden Dadaisten der Auftakt zur gelebten Narretei des „einfachen Volkes“.

Bericht in den Oberösterreichischen Nachrichten 7.11.2008:

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/Restaurator-entdeckte-im-Steyrer-Taborfriedhof-erstes-abstraktes-Bild;art68,57255

Restaurator entdeckte im Steyrer Taborfriedhof erstes abstraktes Bild

STEYR. Wenn der erste Anschein nicht trügt, kann Steyr mit einer kunsthistorischen Sensation aufwarten. In den Arkaden des Taborfriedhofs wurde das erste abstrakte Fresko entdeckt.

Der aus den Jahren 1572 bis 1584 stammende Renaissance-Friedhof wird seit acht Jahren aufwändig restauriert. Mit der Freilegung der Bemalung der Gewölbe in den Arkadengängen wurde der Restaurator Josef Wintersteiger betraut.

Nach der Entfernung von bis zu zwölf Putz- und Malschichten kamen herrliche Fresken von der Renaissancezeit bis ins 19. Jahrhundert zum Vorschein. Besonders prächtig und gut erhalten zeigten sich Fresken aus dem 16. Jahrhundert mit grotesken Figuren, Baldachinen und Fabelwesen. Die Überdachung einer Gruft ist mit Blumen übersäht, während andere Fresken Figurendarstellungen zeigen, die mit großem Schwung gezeichnet sind. „Diese Fresken stammen höchstwahrscheinlich von italienischen Künstlern, die von reichen Steyrer Bürgern, die mit Venedig Handel trieben, nach Steyr geholt wurden“, sagt Wintersteiger.

Höchst erstaunt war jedoch der Restaurator, der durch viele Arbeiten an historischen Bauten über einen reichen Erfahrungsschatz verfügt, als er auf ein Fresko stieß, das nach bisheriger Lehrmeinung kunsthistorisch nicht zuzuordnen ist. „Nach der Entfernung von vielen Farbschichten stieß ich auf ein abstraktes Bild, das aus der Renaissancezeit stammt. Das ist sehr ungewöhnlich, denn das erste abstrakte Bild der Kunstgeschichte stammt von Wassily Kandinsky aus dem vorigen Jahrhundert“, sagt Wintersteiger.

 

Ausstellung von Josef Wintersteiger und Bertl Mütter in Garsten März 2013:

Link zum Bericht in den OÖN  27.2.2013:  „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Schein“ GARSTEN/STEYR. Josef Wintersteiger baut in der Kirche draußen und der Kirche drinnen einen Sündenparcours auf. Lesen Sie den gesamten Artikel unter http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/Wer-ohne-Suende-ist-werfe-den-ersten-Schein;art68,1072105.

 

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Prof. Adolf Karl Bodingbauer

Bodingbauer.Portraet

Prof. Adolf Karl Bodingbauer

(1934 – 2012)

Geboren am 29.1.1934 in Linz

Gestorben am 7.6.2012 in Steyr

Prof. Adolf Bodingbauer war von 1958 bis 1965 Museumsleiter in Steyr; von 1965 bis 1999 war er Leiter des Mühlviertler Heimathauses Freistadt.

Veröffentlichungen in Steyr:

  • Die Schützenscheiben des Heimathauses Steyr.
  • Die Weiß-Ircher oder Weißgerber und Sämischmacher von Steyr.
  • Der Steyrer Maler Johann Georg Morzer und das Malerehepaar Gürtler.

Alle in: Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr. Heft 19, Februar 1959.

  • Abt Anselm I. Angerer von Garsten. In: Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr, Heft 21, Oktober 1960.
  • Ausstellung von barocken Gemälden des Heimathauses Steyr 12.11. bis 21.11.1960. Bearbeitet von Adolf Bodingbauer.
  • Zwei Darstellungen der eucharistischen Kunst in Steyr. In: Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr, Heft 22, Oktober 1961
  • Ausstellung von barocken Gemälden und Wappen des Heimathauses Steyr vom 24.3. bis 12.4.1962. Bearbeitet von Adolf Bodingbauer.
  • Zwei bemerkenswerte Weihnachtsbilder. In: Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr. Heft 23. Dezember 1962
  • Vom Innerberger Stadel zum Heimathaus Steyr. In: Veröffentlichungen des Kulturamtes der Stadt Steyr. Heft 24. Dezember 1963

Nachruf von Alexander Jalkotzy

Quelle: http://www.zobodat.at/biografien/Bodingbauer_Adolf_Karl_Mitteilungen12_3.pdf

OAR Prof. Kons. ADOLF KARL BODINGBAUER, Steyr

Am 7. Juni 2012 ist Prof. Kons. ADOLF KARL BODINGBAUER im 79. Lebens­jahr verstorben. Der am 29. Jänner 1934 in Linz geborene ADOLF BODINGBAUER war nach der Matura im Magistrat Steyr beschäftigt, wobei er von 1958 bis 1965 das Heimathaus Steyr leitete. Von 1966 bis zu seiner Pensionierung 1999 war BODINGBAUER Leiter des Mühlviertler Heimathauses in Freistadt.

BODINGBAUER sammelte zeit seines Lebens volkskundliche und kunsthisto­rische Exponate, erwähnt seien die be­malten Möbeln aus dem Traunviertel, barocke Ölgemälde und barocke The­senblätter, letztere sind im Jahrbuch des OÖ. Musealvereins wissenschaftlich be­arbeitet worden (Werner Telesko, Baro­cke Thesenblätter in der Sammlung von Prof. Adolf Karl Bodingbauer, JbOÖMV 142, 1997, 215ff. und 147, 2002, 205ff.).

ADOLF BODINGBAUER wurde 1990 der Professorentitel für seine wissenschaft­lichen und publizistischen Tätigkeiten verliehen, auch für seine denkmalpfle­gerischen Leistungen.

Er war ein wandelndes Lexikon und hat­te auf seinen vielen Studienreisen für die Gesellschaft für Landeskunde – OÖ. Musealverein die Reiseteilnehmer mit seinem Wissen von Fakten und Zahlen im kunst- und kulturhistorischen Bereich begeistert.

Seine Forschungen und Aufsätze in re­nommierten wissenschaftlichen Publi­kationen sind für die Landeskunde von Oberösterreich wesentliche Bausteine.

Zeitungsbericht OÖN 10.4.2007: „Alte Ansicht des ehemaligen Stiftes Gleink in der Sammlung Bodingbauer aufgetaucht“

Ein Kupferstich des Klosters Gleink stammt aus 1747 und ist eigentlich ein Thesenblatt, eine Verteidigungsrede eines Studenten. Dieses Bild ist somit die zweitälteste Darstellung von Gleink; die älteste stammt von Georg Matthäus Vischer von 1674.

Bodingbauer.Ansicht.Gleink.OÖN.2007

Bildnachweis: alle Bilder aus der Sammlung von E. Schimanko

 

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Ing. Josef Franz Blumrich

bl01 - 1969 - Josef F. Blumrich.

(1913 – 2002)

Konstrukteur und Schriftsteller

  • geboren am 17. 3. 1913 in Steyr, Österreich,
  • gestorben am 10. 2. 2002 in Estes Park, Colorado, USA

 

Ing. Josef F. Blumrich wurde am 17.3.1913 als Sohn von Franz und Maria Blumrich, geb. Mayr in Steyr, Oberösterreich, geboren.  Sein Vater war ab der Jahrhundertwende durch mehrere Jahrzehnte Betriebsleiter der damaligen Elektrizitätswerke in Steyr (Sitz Schweizergasse) und als solcher auch maßgeblich am Ausbau der Stromversorgung für die Stadt Steyr beteiligt.  Ein Onkel von Josef Blumrich – ebenfalls mit Namen Josef  (*13.8.1865  + 22.9.1949) war ein österreichischer Gymnasiallehrer für Naturgeschichte und auch Heimatforscher und auch Ehrenmitglied der Universität Innsbruck. 1) 

Josef F. Blumrich erwarb 1934 in Weimar, Deutschland, ein Diplom als Ingenieur für Luftfahrt und Mechanik und beschäftigte sich seit dieser Zeit zehn Jahre mit dem Bau von Flugzeugen, zuletzt als Statiker bei der „Messerschmitt 110“. Sein erstes eigenes Flugzeug konstruierte er bereits 1935. Nach dem Kriegsende 1945 arbeitete der Techniker als Bauingenieur im Stahl-Wasserbau der Vereinigten Österreichischen Eisen- und Stahlwerke (VÖEST) und war als solcher in Österreich, Griechenland, Indien und Norwegen im Einsatz. Zu seinem Aufgabengebiet zählte auch die Entwicklung von hydroelektrischen Schleusentoren für Staudämme.

Ing.Josef F. Blumrich  war nach Kriegsende zunächst auf der Steyrer Promenade (Enrica-Handel-Mazzetti-Promenade Nr.10) wohnhaft und übersiedelte dann ab 1953 nach Linz. Bereits 1935 vermählte er sich mit Hildegard A. Eigers. Aus dieser Ehe stammen drei Söhne: Michael,  Christoph und Stefan. 

1956-12-01 - Blumrich Josef F. VÖEST-Urkunde.

1959 folgte Josef F. Blumrich  einem Ruf aus den Vereinigten Staaten und übersiedelte mit der ganzen Familie nach Huntsville, Alabama, wo er für die NASA in der Abteilung „Konstruktionsforschung“ mit Vorarbeiten  zum Thema „Zellenbau“ einschließlich der werkstattreifen Konstruktionen von Einzelheiten für den Bau von großen Raketenstufen und Raumfahrzeugen begann. Bald leitete er ein Konstruktionsbüro mit über hundert Ingenieuren und Technikern und beteiligte sich auch an der Werkstoffforschung. 2)  Ing Blumrich zählte somit zu den Mitarbeitern im Techniker-Stab des Raumschiff-Pioniers Dr. Wernher von Braun.  

Die Tätigkeit Ing. Blumrichs  als Leiter für strukturelle Entwicklung in der Bauabteilung des Marshall Raumflugzentrums in Huntsville/Alabama  währte von 1959 bis 1969. Als solcher war er auch ein bedeutender Mitarbeiter am Apollo-Mondforschungsprogramm,  wobei er neben anderen Leistungen auch für die Vorplanung der Antriebsstufe der Saturn V-Mondrakete verantwortlich war.3)

Diese Arbeiten gipfelten 1969 in der erfolgreichen Mondmission des Apollo 11-Raumschiffes, angetrieben von der vorhin erwähnten Saturn V-Raktete. Dieses Unternehmen startete am 16.7.1969 und brachte die drei Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin erfolgreich in die Mondumlaufbahn, wonach Aldrin und Armstrong schließlich mit der Mondlandefähre Eagle am 20.7.1969 auf dem Erdtrabanten aufsetzten.  4)

Ing. Josef F. Blumrich war auch in der technischen Entwicklung von Multizellen-Tanks für große Raketenstufen verschiedener Bauarten eingebunden. Damit verbunden war auch die Design-Entwicklung  für obere Raketenstufen mit  Mehrzweck-Nutzlast für die Weltraumforschung. Er entwickelte auch frühzeitig Entwürfe für das NASA-Himmelslabor Skylab und das ´Orbital Workshop´, sowie auch die Bauart für das Mondlande-Modul (Eagle) und die damit verbundene Landevorrichtung mit doppelt wirkenden Stoßdämpfern.

In späteren Jahren kam Ing. Blumrich mit Schriften über vermutetes außerirdisches intelligentes Leben in Berührung, so mit dem Text aus dem Alten Testament über die Visionen des Propheten Ezechiel  und auch mit tradierten Berichten der Hopi-Indianer über Phänomene und Herkunft der amerikanischen Ureinwohner.  Diese Beschäftigung mündete 1974 in Ing.Blumrichs Buch „Die Raumschiffe des Ezekiel“  und später 1979 in seinem Buch „Kasskara“.  Beide Bücher wurden mittlerweile in viele Sprachen übersetzt.

Ing. Josef F. Blumrich  machte sich aber nicht nur als Techniker und Buchautor einen Namen.  Er galt auch als begnadeter Musiker und liebte die klassische Musik. Gemeinsam mit seiner Ehefrau wirkte er auch im ´Huntsville Civic Symphony-Orchester´ mit. Er schuf aber auch als Hobby-Künstler Skulpturen aus Holz und Stein. Zeitlebens galt aber sein besonderes Interesse technischen Errungenschaften aus der Welt des Flugzeugbaues, des Raumfluges, aber auch aus dem Bereich des Staudammbaues. Er war Inhaber vieler Patente aus dem Bereich der Weltraumtechnik. Das Wirken  Ing.Josef F. Blumrichs wurde mehrfach mit Auszeichnungen gewürdigt. Insbesondere erhielt er auch die „Exceptional Service Medal“ (Medaille für außerordentliche Verdienste um die NASA).

Die Ehe mit seiner Gattin Hilde, die ihm im Tod vorausging, währte 60 Jahre in Harmonie. Am Sonntag, 10. Februar 2002 verstarb Ing. Josef Franz Blumrich  schließlich hoch betagt im 89. Lebensjahr in Estes Park, Colorado, USA.

Ergänzung:

Der Sohn Stefan Blumrich, geb. 1941 in Gotha, gest. 23.2.2015 in USA, arbeitete bis zuletzt als Textil-Künstler im Fach Surface Design.  Dazu ein Link:    http://www.surfacedesign.org/newsblog/in-memoriam-stephen-blumrich-sda-founding-father/comment-page-1#comment-465177

Textzusammenstellung:   Heinz Kern

 

(Besonderer Dank  an Christoph Blumrich,

Sohn von Ing. J.F.Blumrich, für  zahlreiche

Informationen und Unterlagen.   Christoph

lebt heute  mit seiner Familie als bildender

 Künstler  (Malerei und Grafik)  und  Musik-

instrumentenbauer  auf Long Island, N.Y.).

1979 - Blumrich.Kasskara

______________________________________________________________________________________________________________

1)  Siehe Link:  http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Blumrich

2)  Quelle:  Ausschnitt aus einer ORF-Hörfunksendung  (Spektrum Austriae / „Wissenschafter und Weltall“,  18.6.1968,  Österreich 1 )

3) Siehe:  Nachruf vom Februar 2002 (Estes Park Trail Gazette)

4) Siehe Link http://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_11

5) Siehe  u.a. Link  http://atlantisforschung.de/index.php?title=Erinnerungen_der_Hopi_an_Atlantis

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