Julius Huber

(1860 – 1909)

Stadtzimmermeister, Besitzer des Dampfsägewerks in Steyr-Reichenschwall

Nachruf: Julius Huber

  • Quelle: Zeitungsbericht: Alpenbote vom 10. Jänner 1909

Tod des Stadtzimmermeisters Julius Huber, ein Bruder von Josef Huber:

Julius Huber war Stadtzimmermeister, Dampfsägewerks- und Realitätenbesitzer in Steyr. Er starb im Büro an einem Schlaganfall im Alter von 59 Jahren.

Er besaß eine Villa in der Stelzhamerstraße Nr. 2 (damals „Valeriestraße“)

  • Lob für seine Fachtüchtigkeit
  • Rechtschaffenheit und Mitwirkung bei öffentlichen und Privatbauten

„Er ist ein Bruder des Handelskammerrrates und Maschinenfabrikanten Josef Huber in Steyr.“

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Franz Kiderle

(1861 – 1909)

1908 Gründer der Rot-Kreuz-Sanitätsabteilung in Steyr

  • Geboren am 2.6.1861
  • Verstorben am 14.11.1909

Die Gründungsversammlung der Sanitätsabteilung der freiwilligen Feuerwehr fand am 24. Juli 1908 statt. Am 1. Oktober 1908 wurde diese Sanitätsabteilung unter das Zeichen des Roten Kreuzes gestellt.

  • Quelle: Broschüre der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Steyr-Stadt 1994

Der Steyrer Franz Kiderle war der Gründer dieser Rot-Kreuz-Sanitätsabteilung und auch deren erster Obmann.

Ihm folgte Karl Menschik bis zum Jahre 1928 nach, der vom Steyrer Friseur Ludwig Riedler von 1929 bis 1958 gefolgt wurde.

Damals war das Rote Kreuz Steyr mit ihren Fahrzeugen und die Mannschaft im Innerbergerstadel untergebracht. Erst durch eine Schenkung erhielt das Rote Kreuz 1970 die Villa in der Redtenbachergasse, wohin sie dann übersiedelten.

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Anton Petermandl

(1820 – 1900)

Berühmte Messersammlung (heute Heimatmuseum)

  • Geboren am 1.7.1820
  • Gestorben am 28.9.1900

 Nachruf: Tod von Anton Petermandl

  • Quelle:  „Alpenbote“ vom 29.9.1900

Anton Petermandl verstarb plötzlich am 28.9.1900 im 81. Lebensjahr. Er ist Custos der berühmten, von ihm angelegten Messersammlung. Anton Petermandl ist Sohn des Salzburger Landesverteidigers und Pflegers Anton Petermandl. Er wurde am 1. Juli 1820 in Linz geboren, trat nach absolviertem Gymnasium bei der k.k. Staatsbuchhaltung ein, wurde aber Ende der Sechziger Jahre über sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt und führte dann die Verwaltung des Nonnberger Benediktinerinnenstiftes in Salzburg. Seine Vorliebe für das Schleifen von Messern, worin er eine große Geschicklichkeit entwickelte und im Freundeskreis deshalb der „Messerer Franzl“ hieß, brachte ihn auf die Sammlung der verschiedensten Messer. Diese wurde bald so bedeutend, dass sie bei der Versammlung der Anthropologen in Salzburg Aufsehen erregte. Er bekam Messer aus allen Teilen der Welt. Nach dem Tod seiner Gattin widmete er sich mit viel Eifer seiner Sammlung. Im Jahre 1882 ging die Sammlung an das Aerar über und wurde der k.k. Fachschule und Versuchsanstalt für Eisenindustrie in Steyr übergeben. Petermandl selbst wurde zu deren Kustos bestellt.

Bestand der Messersammlung:

1882: 1252 Stück

1893: 3189 Stück

1900: 4000 Stück

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In dieser Sammlung befinden sich Steinwerkzeuge, römische Messer (aus Deutsch-Altenburg, Uj-Szön, Wels, Salurn), und ältere und neuere Messer aus allen Weltteilen. Seine gute Gesundheit ließen ihn weite Reisen von Aquilea bis an die Nordseeküste unternehmen.

In Budapest,Ungarn wurde nach seinem Vorbild eine ähnliche Sammlung angelegt.

Auszeichnungen:

  • Petermandl wurde mit dem Goldenen Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet.
  •  Er war Correspondent der k.k. Centralkommission für Kunst- und historische Denkmale in Wien und
  • war Mitglied vieler gelehrter Gesellschaften.

Er wohnte am Stadtplatz Nr. 44.

Sein Bruder Josef Petermandl, pensionierter Landgerichtsrat, wirkte ebenfalls in Steyr und verstarb im Alter von 92 Jahren.  Am Begräbnis (30.11.1900) nahm neben vielen Honoratioren auch Landeshauptmann Dr. Ebenhoch statt. (Steyrer Kalender 1902)

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Heinrich Kematmüller

(1856 – 1922)

Oberst, Heimatdichter und Heimatforscher.

Historische Erzählungen im „Alpenboten“ und „Steyrer Kalender“

  • Geboren am 3.12.1856
  • Gestorben am 10.11.1922

Heinrich Kematmüller, Oberst i.R.:  

  • Quelle: Steyrer Kalender 1901

„Heinrich Kematmüller ist 1856 in Steyr geboren, wurde 1873 freiwillig zur Cavallerie assentiert und trat im Mai 1877 als Leutnant im 6. Ulanenregiment ein. Im November 1900 avancierte er zum Major. Er besaß immer eine große Neigung zu historischen Studien sowie zu schriftstellerischen Arbeiten. Durch Vorträge in Temesvar erwarb er sich auch einen Namen als Archäologe und Historiker, weshalb er dann in das k.u.k. Kriegsarchiv nach Wien berufen wurde. Durch vier Semester auf der Universität erwarb er sich Wissen in österreichischer Geschichtsforschung und legte die Staatsprüfung ab.

Neben seinen historischen und archivalischen Arbeiten ist Major Kematmüller auch als Feuilletonist tätig und schuf eine Reihe humoristischer Erzählungen. In seinem Hauptfache ist er aber historischer Erzähler und speziell als solcher für seine Vaterstadt Steyr ein Volksschriftsteller im besten Sinne des Wortes.

Er will dem Volke eine Art belletristische Chronik von Steyr bieten, dadruch vor allem Liebe zur Heimat erwecken und erhalten. Dazu benützt er das in Steyr erscheinende Lokalblatt „Der Alpenbote“ und im den im gleichen Verlag erscheinenden Kalender.

Im Jahr 1881, also vor 20 Jahren, erschien im „Alpen-Bote“ dessen erste auf Steyrs Geschichte Bezug nehmende Novellette „Ein wohlverdientes Kreuz“. Die Zeit, in welcher sich Kematmüllers Geschichten bewegen, ist die der Traungauer, Babenberger und Habsburger bis 1532 und die Gestalten und Daten sind immer streng historisch.“

Schreibstil von Kematmüller:

Das Charakteristische seiner Erzählungen sind „kräftige, gesunde Kost für das Volk, sittlich reinen Inhaltes, sprachlich rein deutsch geschrieben, patriotisch und auf religiös-sittlicher Grundlage ruhend.“

Kematmüllers Arbeiten fanden überall Anerkennung.

Ehefrau:

Rosa Kematmüller 28.12.1854 – 21.12.1908

Grabstätte:

Heinrich Kematmüller Oberst i.R. hatte eine Gruft im 3. Friedhof Steyr (Jugendstilgruft im Eck zum 4. Friedhof; erbaut 8.8.1909); seit 1984 Familie Kössler.

  • Die Gruft wurde nach Plänen des Wiener Architekten Professor Alfred Rodler errichtet.
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Karl Punzer

(1912 – 1944)

 Opfer des Widerstands gegen den Nationalsozialismus

  • Quelle: Otto Treml: Straßennamen als Zeugen der Zeit. In:  „Vorwärts“ Nummer 4, 31.Jahrgang, Oktober 1998, S. 4

Der Widerstandskämpfer Karl Punzer, geboren 1912 in Steyr, war von Beruf Tischler und in den Steyr-Werken als Gewehrlaufrichter beschäftigt. Seit seinem 14. Lebensjahr stand er in der sozialistischen Jugend und trat 1932 zur kommunistischen Jugend über. 1934 verteidigte er mit der Waffe in der Hand die Stellungen des Schutzbundes auf der Ennsleite.

Nach der gewaltsamen Eingliederung Österreichs an das Dritte Reich organisierte Karl Punzer als Vorsitzender die illegale Organisation der Kommunistischen Partei des Bezirkes Steyr. Im September 1942 wurde er verhaftet und nach Linz zur Gestapo überstellt. Wochen der furchtbarsten Misshandlungen und Qualen folgten für ihn. Die Gestapo-Schläger ahnten, dass er einer der führenden Funktionäre der Steyrer Widerstandsgruppe war, wandten deshalb die härtesten Methoden der Geständniserpressung an. Doch Punzer blieb standhaft und gab keinen seiner Kampfgefährten preis. Im Februar 1943 wurde er nach München in das Gefängnis Stadlheim überstellt und verbracht dort, nachdem er 1944 zum Tode verurteilt wurde, mit sechs Leidensgenossen 200 Tage in der Todeszelle. Mit den Steyrer Widerstandskämpfern Franz Draber und Josef Bloderer gelang ihm am 30. November 1944 die Flucht aus der Todeszelle. Punzer, geschwächt durch monatelange Folterungen, durch die lange Haft unterernährt, konnte nicht lange durchhalten und wurde wieder gefasst. Man brachte ihn in die Todeszelle zurück. Vier Tage darauf, am 5. Dezember 1944 wurde der Steyrer Kommunist Karl Punzer enthauptet.

Straßennamen:

Die Hauptstraße und die Hauptschule im Steyrer Stadtteil Münichholz tragen zu seiner Ehrung und immerwährenden Erinnerung den Namen „Karl Punzer“.

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Ferdinand Schmidinger

(1861 – 1956)

 „Stimme“ des Steyrer Kripperls

Nachruf: Ferdinand Schmidinger ist tot

  • Quelle: Steyrer Zeitung vom 27.9.1956

„Im Alter von 95 Jahren starb am Sonntag, 23.9.1956 im Landeskrankenhaus Steyr Ferdinand Schmidinger, der in weiten Kreisen Steyrs bekannt war.

Ferdinand Schmidinger erlernte das Kupferschmied-Handwerk, ging als junger Geselle auf die Wanderschaft und arbeitete in Salzburg, Graz, Villach, München und auf der kaiserlichen Schiffswerft in Wilhelmshaven. Anschließend arbeitete er einige Jahre in der Steyrer Waffenfabrik noch unter Josef Werndl.

Ferdinand Schmidinger war Ehrensenior des katholischen Gesellenvereins, dem er durch 75 Jahre angehörte. Über 50 Jahre war er Spielleiter der Gesellenvereinsbühne, die über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt war. Weiters war Ferdinand Schmidinger Mitglied der Marianischen Männerkongregation sowie in früheren Jahren der freiwilligen Feuerwehr und des Vereins der Heimatpflege.

Von 1917 bis 1950  wirkte er als Spieler im Steyrer Kripperl mit. Als guter Sänger war er auch Mitglied des früheren Steyrer Kirchenmusikvereines. Bis ins hohe Alter erfreute sich Schmidinger geistiger Regsamkeit.“

  • Privatbilder aus dem Besitz der Familie Herbert Schmidinger
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Josefa Mohr

(1877 – 1959)

„Stimme“ des Steyrer Kripperls

  • Geboren am 28.10.1877
  • Gestorben am 25.8.1959

  • Quelle: Steyrer Zeitung vom Dezember 1955

Porträt der Woche

Zu Weihnachten wartet Steyr alljährlich mit einer schon weltum berühmt gewordenen Besonderheit auf: mit den historischen Kripperlspielen, die die Weihnachtserzählung mit handfesten Volksszenen verbinden. Und niemand ist derzeit mit dem Steyrer Kripperl mehr verbunden als die 78 Jahre alte Frau Josefa Mohr. Heuer sind es bereits 50 Jahre, dass sie die Marionetten bewegt und allüberlieferten Worte dazu spricht. So lange es ihre Gesundheit zulässt, wird sie weiterspielen.

Auf einer Gesellenvereinsbühne wirkte Frau Josefine MOHR von 1911 bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges, einem kurzen Aus (bis 1919) für die Gesellenvereinsbühne als Spielerin mit. Viele Jahre war sie darüber hinaus Souffleuse im GV-Theater. Während des 1. Weltkrieges holte sie Ferdinand Schmidinger, den Spielleiter der Gesellenvereinsbühne ans „Steyrer Kripperl“. Frau Mohr wohnte bis zu Ihrem Tod im Haus Mittere Gasse 2 (Heindl – Streicher).

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