Franz Hölzlhuber

(1826 – 1898)

Musiker, Komponist,  Maler und Dichter

  • Franz Hölzlhuber wurde 1826 in Grundberg bei Steyr geboren und verstarb 1898 in Wien.
  • Seine ausgedehnten Reisen durch Nordamerika hielt er in zahlreichen Zeichnungen fest, die von der Pionierzeit, den Indianern, von „Land und Leuten“ erzählen und in Journalen publiziert wurden.
  • 1860 kehrte er nach Sierning zurück und zog mit einem sogenannten „Wandelpanorama“ als Vortragender über die Lande. 1862 wird er zum Arrangeur des österreichischen Beitrags bei der Londoner Weltausstellung ernannt, später 1873 für Wien und 1878 für Paris.
  • Ab 1867 arbeitet Hölzlhuber für die Kronprinz Rudolf Bahn (der späteren Ennstalbahn) und malte Ansichten der Bahnstrecke, die auch in Buchform erschienen.
  • 1861 nahm er mit der „Steyrer Liedertafel“ am Sängerfest in Nürnberg teil und wurde 1890 zum Bibliothekar und Kustos des k. k. Eisenbahnmuseums in Wien ernannt. Seine Werke sind unter anderem in der Stadtgemeinde Steyr und im Technischen Museum Wien erhalten.

Quelle: bda.at Juni 2011

Diashow:

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Bildersammlung zur Kronprinz Rudolf Bahn

Hölzlhubers Gedichtsband veröffentlicht 1901

  • Quelle: Alpenbote vom 5.9.1901

„In diesen Tagen erschien hier in Steyr im Verlage der Sandbök´schen Buchhandlung ein Band mundartlicher Gedichte und Gesänge von Franz Hölzlhuber. Dieser Band enthält den dichterischen Nachlass eines Mannes, dessen Name auch heute noch bei allen, die ihn kannten, einen guten Klang hat. Hölzlhuber, der über ein seltenes, gesellschaftliches Talent verfügte und deshalb auch der Liebling aller Kreise war, in denen er verkehrte, war eine außerordentliche Natur von einer Vielseitigkeit, welche es ihm ermöglichte, in den verschiedensten Lebenslagen sich zu betätigen. Er war Schulgehilfe in unserem Land und auch Sänger in Wiener Theatern, er war Componist, Musiker, Zimmermaler und später auch Zuckerbäcker in Amerika. Was er  an gezeichneten Skizzen von seinen weiten Reisen im Westen Amerikas mitbrachte, machte Aufsehen und englische und deutsche Journale ersten Ranges beschäftigten sich damals mit Hölzlhuber.

Im Jahre 1862, also 36 Jahre alt, vertrat er Österreich auf der Weltausstellung zu London, wo er sich große Verdienste um die österreichische Sensenindustrie erwarb. Unser Buch enthält übrigens eine ausführliche Biographie dieses merkwürdigen Mannes, von der wir hier nur Andeutungen geben konnten.

Im Buch sind auch Gesänge von Hölzlhuber mit der von ihm komponierten Musik in Noten abgedruckt. Es sind manche köstliche Stückchen aus Hölzlhubers Lehrer-, Beamten- und Künstlerleben, sowie Bilder aus seiner Reisezeit enthalten.

In Steyr, woe er als Beamter der Rudolfsbahn von 1872 bis 1887 weilte und während dieser Zeit langjähriger Vorstand des „Kränzchens“ war, wird man sich gewiss lebhaft für den dichterischen Nachlass Hölzlhubers interessieren, ebenso in seiner Heimatgemeinde Sierning. Das Buch kostet 2 Kronen.

Der vielseitige Künstler Franz Hölzlhuber

Am 22. September 1826 wurde Franz Hölzlhuber als Sohn der Eheleute Josef und Elisabeth Hölzlhuber, Besitzer des Bierhäusels in Gründberg, Gemeinde Sierning, geboren. Im Jahre 1828 übersiedelten seine Eltern nach Sierning, wo sein Vater bei der Herrschaft Sierning unter Karl Theodor Ritter von Kast als Kastner (Wirtschaftsverwalter) Anstellung fand. Als ausgezeichneter Musiker wurde Vater Josef Hölzlhuber zum Kapellmeister der damaligen Sierninger Bürgermusik gewählt.

Die Mutter Hölzlhubers war als Zuckerbäckerin und Köchin weit und breit bekannt und sehr beschäftigt. Vom Vater erhielt Franz Hölzlhuber einen vortrefflichen Musikunterricht, die Mutter hielt ihn fleißig zur Mithilfe bei der Zuckerbäckerei an. Franz besuchte die Volksschule in Sierning und die Normalschule in Steyr. Nach kurzer Lehrzeit beim Kaufmann Lippert in Sierning fuhr er, 18 Jahre alt, nach Wien, um zu St. Anna in das Pädagogium einzutreten. Hölzlhuber schrieb in einem Gedicht „Mei erst´s Quartier in Wean“:

  • Wia i als junga Mensch nach Wean hinab bi kumma, da hab i hübsch lang braucht, bis ia a Zimma gnumma.
  • Do endlö spat am Abend find i a Cabinett, wohl kloan, do nur drei Guldn, und eingricht a ganz nett.
  • Müad von den vieln Renna, durch d´Straßn und bein rögn, war froh i nur ums Obdach, thua mi glei niedalögn.
  • Und schlaf so guat udn ruhi, tramt hat ma a mitunta, i drah mi öfta um, und wia a öfta munta.
  • Schla wieda ei, wia wach, da klopft auf oamal d´Frau, und fragt besorgt: Sand s´krank? Döwögn i eina schau.“
  • A na, do schaun s´dazua, dass da Vorhand aufgeht g´schwind, da hat´s ja heut a Finstan, dass i d´Tür schia nimma findt!“
  • A Vorhang is nöt da, sagt etwas scharf dö Frau, Dös Zimma hat koan Fensta, sö habn S ja g´sehn genau!
  • Da reißt´s mi as dö Födan: Soll lerna hiatz und schreibn, und´s Zimma ha t koan Fensta, da kann i do nöt bleibn!
  • Vier Wochn muaß i wartn, weil i schan s´Geld han zahlt, dann dalöst mi do a Geiga, dem´s Zimma trotzdem g´fallt.
  • Der hat sö in den Zimma, so ganz böhagli g´fühlt, er hat bein Tag drin g´schlafn, in da Nacht hat a geigt und g´spült.“

Seinen Unterhalt in Wien erwarb er als Sänger, Musiker und durch Erteilung von Nachhilfestunden. Am 22. Juni 1845 legte er die Lehramtsprüfung ab und kam als Schulgehilfe nach Leonstein.

Schulg´hilf:

  • A Schulg´hilf aufn Land, kann vor Hunga nöt pfnausn, es hungert´n in da Fruah, z´Mittag und auf d´Jausn. Er woaß gegn sein Hunga koan Mittel nöt z´findn, Z´Mittag ißt a Strasand, auf d´Nacht sauft a Tintn!

Später wurde er Schreiber beim Pfleger der Herrschaft (Bad) Hall. Danach war er Kanzlist bei der Herrschaft Leonstein. Die Aufhebung der Patrimonialgerichte nach der Revolution 1848 trafen seinen Vater und auch ihn im Jahre 1850 schwer. Beide verloren ihre Stellung. Eine Übernahme in den Staatsdienst wurde ihnen verweigert. Der ehemalige Pfleger der Herrschaft Sierning und spätere Landesgerichtsrat in Linz, August Edlberger, verschaffte Franz Hölzlhuber eine Stelle biem Bezirksgericht Linz als Diurnist, eine Anstellung nach Taggeld.

1851 erregte Hölzlhuber beim Sängerfest in Passau die Aufmerksamkeit einiger Chormeister aus Wien durch seine schöne Stimme, aber auch durch seine selbstgedichteten und komponierten Lieder. Er legte daraufhin ein Jahr später an der Hofoper in Wien die Prüfung als Bariton mit sehr gutem Erfolg ab. Zugleich fand er eine Stellung im Theater an der Josefstadt in Wien.

1856 erhielt Hölzlhuber den Vertrag eines Kapellmeisters in einem Theater in Milwaukee in Amerika. Die Mittel zur Fahrt verschaffte er sich durch Konzerte in Wien, Linz und Steyr. Doch in der Neuen Welt ereilten ihn gleich böse Schicksalsschläge. In Chicago wurde ihm das ganze Gepäck mit allen Schriften und Noten gestohlen und in Milwaukee erfuhr er, dass die Kapellmeisterstelle bereits besetzt sei. Infolge eines Schiffsunglücks kam nämlich der unterfertigte Vertrag mit der Post in Amerika nicht an. Hölzlhuber ließ sich nicht unterkriegen. Er arbeitete als Farbenreiber bei einem Maler, dann als Zuckerbäcker, in den Ferien unternahm er Reisen zu den Farmern und Indianern. Als Sänger und Schauspieler fand er im Milwaukee-Theater großen Beifall. Fünf Jahre blieb er in Amerika.

  • „Dö Linzertornt han i da drentn eig´führt, bi  stolz drauf, weil heut no drüwa gschriebn und g´rödt wird.“ (aus dem Gedicht: DÁmerika Roas)

1860 kehrte er zurück in die Heimat nach Sierning. Er blieb einige Jahre und schrieb Berichte für Blätter des In- und Auslandes. 1862 vertrat er Österreich als Ausstellungskommissär bei der Weltausstellung in London. Er verhalf der österreichischen Sensenindustrie zum Sieg. Nach der Ausstellung malte er ein Wandelpanorama, damit reiste er 1867 durch Ober- und Niederösterreich.

1867 bekam er den längst herbeigesehnten Dauerposten bei der Rudolfsbahn, die von St. Valentin über Steyr in das Ennstal führte. 1871 heiratete er im Alter von 45 Jahren. 1872 bis 1887 war er im Dienst der Staatsbahn in Steyr als Kassenkontrollor. 1890 wurde ihm die Bibliothek und Eisenbahnmuseum in der Generaldirektion in Wien übertragen. Zahllos waren die Aquarelle und Zeichnungen, die er für das Museum geschaffen hat.

Ehrungen:

  • Goldenes Verdienstkreuz
  • Silbernes Verdienstkreuz mit Krone

Aus den USA :

Franz Hölzlhuber’s Watercolors

Franz Hölzlhuber (1826-1898) was an Austrian visitor to the U.S. from 1856 to 1860, who stayed for a while in Milwaukee before venturing out to see the countryside. While travelling he sketched his observations and recorded descriptions on notepaper. Later some of his sketches were published in such periodicals as Harper’s Monthly. After his return to Austria, he used his sketches in lectures and as sources for larger drawings.

  • Diese Links führen zu Zeichnungen vom Mississippi und aus Kanada:

Take a look at 42 watercolor drawings of the Mississippi River Valley and Canada, with 22 scenes in Wisconsin.

In addition to the original watercolor sketches, this collection contains a set of black and white photographs of the sketches and a bound facsimile volume of color laser copies of the sketches and related news clippings. Also included are a draft and final translation (from the original German) of Hölzlhuber’s description of each sketch and a copy of the pamphlet „The American Sketchbooks of Franz Hölzlhuber,“ printed for an exhibition of other Hölzlhuber works at the University of Kansas Museum of Art in 1959.

Another major collection of Hölzlhuber’s work – including several additional Wisconsin scenes – is held by the Glenbow Museum, Calgary, Alberta, Canada. According to their website, he was born in Grundberg bei Steyr, Austria, worked as a law clerk, and received some training in art and music. In later life he became director of the National Railroad Museum and was decorated with the Gold Merit Cross in Austria.

  • Hölzlhuber führte in Amerika die Linzertorte ein

In an odd sidenote: American Heritage [magazine], June 1965, attributes the introduction of Linzertortes (pastries filled with fruit, usually raspberries) to America to Franz Holzlhuber: „In 1856 Holzlhuber, an enterprising young Austrian from the vicinity of Linz, started for America. He had very little money but was equipped with a zither, a sketchbook, some education in the law and in draftsmanship, and the promise of employment in Milwaukee as conductor of an orchestra. Somewhere between New York and Wisconsin, he lost both his luggage and the letter confirming his job, which, it turned out, was no longer available. Nothing daunted, he went to work as a baker-introducing (so he said) the Linzer Torte to America…“

  • Fotonachweis: Die Bilder von Steyr und Umgebung stammen aus der Mappe „Traunviertel“, die im Steyrer Heimatmuseum aufbewahrt ist.

Gedicht von Franz Hölzlhuber über seinen Geburtsort Bierhäusl:

  • Der Hl. Johannes von Nepomuk beim Bierhäusl

Beim Bierhäusl im Steyrerweg ma übersachn glei, da steht der hl. Nepomuk im Garten föst hinbei. Er loahn si schier ans Fenster an, so dass er als hört und siacht, wer drinnat is und was alls toan, was grödt wird und was gschiacht.

Wir rödn halt oft bei derer Zeit an hellen Wurstl z´samm. Und b´sunders, wenn mam wias halt ghet, im Kopf a weng was ham. A gscheida Mensch denkt: „Plauscht´s nur zua, es rödn halt Most und Bier.“ Drum kimmt ma auf an heiligen Mann, dös Losen artli vür.

An söllan Herrn stands bessa an, er stund wo auf der Weit und prödigt Geduld und Glaubn in derer harten Zeit. Was geht denn eahm a Wirtshaus an und was d´Leut drinnat sagn, er machts halt ah, wie alle Böhm, tuats hoamli weitertragn.

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