Hermann Schmid

1945gest - Prof.Hermann Schmid. Alfred Kaulich px

(1870–1945)

Maler, Aquarellist, bekannt als „Stefflmaler“

  • Geboren am 18.2.1870 in Steyr
  • Verstorben am 24.11.1945 in Neumarkt/Hausruck

Hermann-Schmid-Straße, „Styria-Gründe“ (Beschluss: Dezember 1992)

Hermann Schmid wurde am 18. Februar 1870 als Sohn des Schuldirektors und Stenographielehrers Ignaz Schmid und dessen Ehefrau Ernestine in Steyr, Kirchengasse 20, geboren. Er widmete sich nach Absolvierung des Untergymnasiums und der Lehrerbildungsanstalt in Linz und Wien ebenfalls dem Lehrerberuf, der ihn mit seinem Berufskollegen Vinzenz Hawlitschek, dem hervorragenden Aquarellisten zusammenführt, dessen bester Schüler und Freund er wurde. 1918 erfolgte die Berufung als Zeichenlehrer an die Lehrerinnenbildungsanstalt Döbling, wo er sowohl seine künstlerischen, als auch seine pädagogischen Fähigkeiten in ausgezeichneter Weise verwerten konnte.

Um sich seiner schöpferischen Tätigkeit ganz widmen zu können, ließ er sich Ende 1922 pensionieren. Hermann Schmid war langjähriges Mitglied des Albrecht-Dürer-Bundes und der Gemeinschaft bildender Künstler. Für seine künstlerischen Leistungen erhielt er die Silberne Dürer-Medaille und den Goldenen Dürerring. Erzherzog Franz Ferdinand verlieh ihm als Zeichen seiner Anerkennung eine goldene Nadel und eine silberne Tabtier mit seinen Insignien. 1917 wurde er vom Kaiser Franz Josef mit dem „Goldenen Verdienstkreuz“ ausgezeichnet. Als echte Künstlernatur war er nicht nur mit vielen Malern befreundet, sondern auch mit Bildhauern, Schriftstellern und Dichtern, von denen auch Steyr Michael Blümelhuber, Sepp Stöger, Albert Bachner und Hermann Landsiegl zu nennen sind. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Hermann Schmid in Neumarkt in Hausruck, und er starb dort am 24. November 1945, wurde aber auf dem Taborfriedhof zu Steyr, in der Nähe des Grabes seines Freundes, des Dichters Sepp Stöger, begraben.

Quelle: Straßenverzeichnis, http://www.steyr.at Juni 2011

Zur Gedächtnisausstellung für den Heimatmaler HERMANN SCHMID

  • Quelle: Steyrer Amtsblatt 1960, S.149f

Heuer jährt sich zum 90. Male der Geburtstag zum 15. Male der Todestag des bekannten Landschaftsmalers Hermann Schmid. Aus diesem Anlasse veranstaltet die Stadt Steyr vom 4. September bis einschließlich 14. September 1960 im Ausstellungssaale des Rathauses eine Gedächtnisausstellung; sie wird in erster Linie Aquarelle des Meister zeigen, die die Schönheiten der Stadt Steyr und der oberösterreichischen Landschaft zur Darstellung bringen, doch sollen auch einige Wiener Bilder den Ausstellungsraum schmücken; sie können bei der Charakterisierung eins Meisters nicht fehlen, der als „Steffelmaler“ bekannt war und der oft mit Rudolf Alt verglichen wurde.

Das Bild des Meisters erinnert manchen an den jugendlichen Künstler, der als Zeichen seiner Naturverbundenheit immer frische Blumen in seiner Knopflochvase trug und dessen heitere Natur sich auch in frohem Wandern, Singen und Dichten äußerte.

Hermann Schmid wurde am 18. Februar 1870 als Sohn des Schuldirektors und Stenographielehrers Ignaz Schmid und dessen Ehefrau Ernestine in Steyr, Kirchengasse 20, geboren. Er widmete sich nach Absolvierung des Untergymnasiums und der Lehrerbildungsanstalt in Linz und Wien ebenfalls dem Lehrberufe, der ihn mit seinem Berufskollegen Vinzenz Hawlitschek, dem hervorragenden Aquarellisten zusammenführte, dessen bester Schüler und Freund er wurde. 1918 erfolgte die Berufung als Zeichenlehrer an die Lehrerinnenbildungsanstalt Döbling, wo er sowohl seine künstlerischen als auch seine pädagogischen Fähigkeiten in ausgezeichneter Weise verwerten konnte. Um sich seiner Schöpferischen Tätigkeit voll widmen zu können, ließ er sich Ende 1922 pensionieren.

Hermann Schmid war langjähriges Mitglied des Albrecht Dürerbundes und der Gemeinschaft bildender Künstler. Für seine künstlerischen Leistungen erhielt er die silberne Dürermedaille und den goldenen Dürerring. Erzherzog Franz Ferdinand verlieh ihm als Zeichen seiner Anerkennung eine goldene Nadel und eine silberne Tabatiere mit seinen Insignien. 1917 wurde er vom Kaiser Franz Josef mit dem Goldenen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Viele herrliche Bilder in den Wiener Heimatbüchern „Rudolfsheim und Fünfhaus“, „Mariahilf – Einst und Jetzt“ und „Meidling“ geben Zeugnis, wie sehr Hermann Schmid als Heimatmaler geschätzt wurde. Als echte Künstlernatur war er nicht nur mit vielen Malern eng befreundet, sondern auch mit Bildhauern, Schriftstellern und Dichtern, von denen aus Steyr Michael Blümelhuber, Sepp Stöger, Albert Bachner und Hermann Landsiedl zu nennen sind. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Hermann Schmid in der Heimat seiner Ahnen, in Neumarkt im Hausruck. Einige Tage vor seinem plötzlichen Tode, am 24. November 1945, veranstaltete er noch in Neumarkt eine Ausstellung seiner Bilder, die ausgezeichnet besucht war. Als Sohn der Stadt Steyr ist er am Tabor beerdigt. Seine Ruhestätte ist in nächster Nähe von der seines Freundes Sepp Stöger.Hermann Schmid . 1935 - Sonntags beim Schoiber. Aquarell

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Prof. Friedrich Mayr

2015-09-29 - Prof. Friedr. Mayr

(1929 – 2019)

Stahlschnittkünstler, Graveur, Ziseleur, Lehrer und Künstler

OStR. Prof. Friedrich Mayr war ein Autodidakt, der seinen Weg vom Werkzeugmacher zum Stahlschnittkünstler, Graveur, Ziseleur, Lehrer und freischaffenden Künstler machte.

  • Geboren am 8.6.1929 in St.Marien
  • Gestorben am 18.10.2019 in Enns

Nach dem frühen Tod seiner Mutter aufgewachsen im Haus seines Großvaters in Enns, absolvierte Friedrich Mayr nach der Pflichtschulzeit zunächst ab 1943 in der Lehrwerkstätte der Deutschen Reichsbahn (Linz) die Schlosserlehre und arbeitete nach dem erfolgreichen Abschluss im Jahr 1946 zunächst als Werkzeugmacher und Dreher in der ÖBB-Hauptwerkstätte in Linz. Bereits zu dieser Zeit beschäftigte sich Friedrich Mayr als Autodidakt mit der künstlerischen Arbeit des Stahlschnitts und des Metalltreibens. Auf Grund seiner hervorragenden Fähigkeiten wurde Friedrich Mayr zeitweise vom Dienst ohne Bezüge karenziert und absolvierte er von 1950 – 1951 an der Bundesgewerbeschule STEYR das Studium des Stahlschnitts und Graveurs bei Prof. Hans Gerstmayr sowie Prof. Karl A. Krepcik und Prof. Friedrich Schatzl. In der Folge hospitierte Friedrich Mayr 1958 auch noch an der Kunstschule der Stadt Linz und wurde auch als freischaffender Künstler in die Berufs-vereinigung bildender Künstler aufgenommen.

1959 beendete Friedrich Mayr seine pragmatische Stellung bei den Österreichischen Bundesbahnen und trat als Vertragslehrer zunächst in den Dienst der Bundesgewerbeschule in Linz. 1960 legte er bei der Handelskammer in Wien die Meisterprüfung für Graveur und Ziseleur ab. Ab 1967 unterrichtete er als Lehrer für Stahlschnitt und Gravur an der Fachschule für Gestaltendes Metallhandwerk an der HTL Steyr. Nach der 1972 abgelegten Lehramtsprüfung für den praktischen Unterricht wurde Friedrich Mayr 1974 zum „Wirklichen Professor“ ernannt. Ab 1981 war Prof. Mayr Abteilungsvorstand für Gestaltendes Metallhandwerk an der HTL Steyr. 1988 erfolgte die Verleihung des Berufstitels „Oberstudienrat“. Am 1.7.1989 beendete Prof. Mayr schließlich seine Tätigkeit als Lehrer an der HTL Steyr und wirkte fortan bis zu seinem Ableben am 18.10.2019 als freischaffender Künstler auf dem Gebiet des Stahlschnitts aber auch als Graveur und Maler.

Prof. OStR. Mayr gehörte zu den wenigen Künstlern der Gegenwart, die negativ-handgeschnittene Stahlprägestöcke in Originalgröße herstellen konnten. Dieses Wissen wird in Fortsetzung der Tradition aus der Zeit Prof. Michael Blümelhubers und Prof. Hans Gerstmayrs bis heute an der Höheren Lehranstalt für Art and Design– Graviertechnik (vormals Fachschule für Gestaltendes Metallhandwerk) an der HTL Steyr gelehrt, wo – wie schon erwähnt – auch OStR. Friedrich Mayr als Abteilungsvorstand gewirkt hatte.

Zu den bekanntesten Werken von Prof. OStR Mayr zählen der Lorcher Schlüssel (1953), der Schlüssel der Stadthalle Enns (1955), der Schlüssel der Hauptschule Großraming (1956), das Altarkreuz der Christlichen Lehrerschaft OÖ, der Lorcher Kelch für Prälat Marckhgott und als letztes großes Werk die Bürgermeisterkette Enns.

Enns war OStR Friedrich Mayrs ständiger Wohnsitz, und er lebte dort mit seiner Ehefrau Maria in der Eichbergstraße. Aus dieser Ehe stammen eine Tochter und zwei Söhne. Im Atelier des Wohnhauses schuf er bis zuletzt immer wieder künstlerische Kostbarkeiten als Stahlschneider, Graveur aber auch Entwürfe vieler Briefmarken. Durch seine berufliche Tätigkeit an der Steyrer HTBLA war Professor Friedrich Mayr jedoch auch in der Stadt Steyr als Künstler stets präsent und genoss an seiner ehemaligen Schule auch nach seiner Pensionierung höchste Wertschätzung. Diese wurde seitens der Stadt Steyr auch durch die Verleihung der „Großen Ehrenmedaille für Verdienste um das Ansehen der Stadt Steyr“ im Jahr 1989 unterstrichen.

1959ca - Friedrich Mayr.Stahlschnitt

Werke-Katalog (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Stahlschnittarbeiten:  
1949:    Brustkreuz mit Maria und Sternen, 3,5 cm ; 1)
1950/52              Stahlschnittanhänger Taube mit Ölzweig; 1)
Brustkreuz mit Marienkopf, Rose, Blütentraube u.
Kastanienblättern; 1)
Brustkreuz mit Marienzeichen;   1)
Lorcher Schlüssel; 1)
1955                     Schlüssel der Stadthalle Enns; 1)
1956                     Schlüssel der Hauptschule Großraming; 1)
1958                     Altarkreuz der christlichen Lehrerschaft OÖ.; 1)
1966                     Ehrenschlüssel z. Eröffnung d. Johannes-Kepler-Universität Linz; 1)
Wappen Österreich, Oberösterreich, Linz; 1)
Erster Messkelch in Stahlschnitt; 1)
1967                     Trauner Schlüssel   2)
1987                     Lorcher Kelch f. Prälat Dr. E. Marckhgott 2)
1991                     Silberkelch f. Titular-Erzbischof von Lauriacum 2)
1991                     Primiz-Kelch für MMag. Christian Mayr (Sohn) 2)
1993                     Ehrenbecher für Senator Rudolf Trauner 2)
2012                     Bürgermeisterkette f. d. Stadtoberhaupt von Enns 2)
2013                     Eröffnungsschlüssel für das Musiktheater Linz 3)
2016                     Brustkreuz für ev. Superintendent Gerold Lehner 7)

Ferner:
1990      Evangeliar z.Diakonweihe v. MMag. Christian Mayr (Sohn); 2)
2002      Grieskirchner Evangeliar (Reliefplatte aus Feinsilberblech,                             getrieben und ziseliert); 2)
1970      Haustür der Familie Prof. Mayr in Enns; 2)
1993      Haustür des Pfarrhofes Grieskirchen (getrieben aus Kupferblech);2)
kleine Hausaltäre mit in Silberblech getriebenen Reliefs (Weihnachts- und
Ostermotive, „wobei der Osteraltar durch die Darstellung des Letzten
Abendmahles mit den zwölf Aposteln besticht.“); 3)
Gestaltung von Schäften für Messer und Brieföffner; 3)
15 Kreuzwegbilder in Form von Aluminiumreliefs für die Wallfahrtskirche Cantinho
in Brasilien. 5)

Medaillen und Münzen: 1)
„Ennser Medaillen“:
1986      Medaille „800 Jahre Georgenberger Handfeste“; 1)
1988      Medaille anlässlich des Besuches von Papst Johannes Paul II in Österr.;1)
Ehrenmedaillen d. Städte Enns und Perg; 2),
Medaille Wallfahrtskirche Christkindl; 1),
Medaille „Stift St. Florian“; 1)
Medaille „Römisches Stadtrecht Lauriacum 212“; 2)
1962      Medaille „750 Jahre Ennser Stadtrecht“ 2)
1962      Medaille d. österr. Berufsschul-Schimeisterschaften; 2)
1970      Ehrenmedaille d. UNION SPORTIVE INTERNATIONALE DES CHEMINOTS; 1)
1980      500 Schilling-Silbergedenkmünze St. Severin; 1)
              Gold- und Silbermedaillen Enns-Lauriacum 2)
              Medaille „Kultur-Ehrenpreis der Stadt Enns“ 2)
1983      Medaille „150 Jahre Landesmuseum OÖ.“ 2)
1985      Medaille „200 Jahre Diözese Linz“ 2)
1989      Ehrenmedaille der Stadt Steyr 2)
2012      Medaille „800 Jahre Stadtrechtsurkunde Enns“ 2)

(In den Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, Bd. 44, Nr. 4, weist Peter Hauser, Linz, 45 Arbeiten von Prof. Friedrich Mayr nach.
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung war 2004. Seither gibt es weitere Arbeiten von Prof. Mayr.) 2)  

Exemplare von Medaillen aus der Hand von Prof. Mayr fanden bereits Aufnahme bei den numismatischen Sammlungen des Kunsthistorischen Museums in Wien und beim Oberösterreichischen Landesmuseum 1).

Entwürfe für Briefmarken der Österreichischen Post: 2)
1982     OÖ. Landesausstellung: St. Severin und das Ende der Römerzeit
1983     900-Jahr-Jubiläum der Gründung des Stiftes Göttweig
1983     OÖ. Landesmuseum Francisco-Carolinum
1984     125. Todestag von Erzherzog Johann
1984     100 Jahre Landesmuseum für Kärnten
1985     1000 Jahre Garsten
1985     1000 Jahre Königstetten
1986     OÖ. Landesausstellung im Stift St. Florian: Die Welt des Barock
1986     800-Jahr-Jubiläum der Georgenberger Handfeste
1986     175 Jahre Steiermärkisches Landesmuseum Joaneum
1987     OÖ. Landesausstellung in Steyr: Arbeit-Mensch-Maschine
1987     125 Jahre Ausstellung in Freistadt
1988     NÖ. Landesausstellung im Stift Seitenstetten: Kunst und Mönchtum
1988     Salzburger Landesausstellung im Stift Mattsee: Die Bajuwaren
von Severin bis Tassilo

1988     1200 Jahre Ansfelden
1989     900 Jahre Benediktinerstift Melk
1990     150 Jahre Montanuniversität Leoben
1990     800-Jahr-Jubiläum Spital am Phyrn (Briefumschlag)
1997     Schloss Hellbrunn – Salzburg (Auslandspostkarte)
2007     Michael Blümelhuber: Linzer Domschlüssel (auch Sonderstempel)

Ausstellungen und Veröffentlichungen:
Bis 1991 hatte sich Prof. Mayr bereits an ca. 40 Ausstellungen im In- u. Ausland beteiligt, u.a.: 1953 Kulturwoche Innsbruck, 1954 Linz, 1958 Wien (´Talente entdeckt – erweckt´), 1958 Weltausstellung Brüssel (Goldmedaille f. Kunsthandwerk), 1980 1.Preis im Symbolwettbewerb „1000 Jahre Steyr“. 1)

1989 Ausstellung „Kunstwerke im Kleinformat“, veranstaltet vom Kulturamt der Stadt Steyr u. vom Klub der Briefmarkensammler Steyr im Dominikanersaal (Medaillen, Münzen, Stahlschnitte und 16 Entwürfe von Briefmarken). 1)

2013 Ausstellung „Gegossen–geschmiedet–geschnitten“ (Basilika Lorch) 4)

2014 Ausstellung „85 Jahre Prof. Friedrich Mayr & 60 Jahre freischaffender Künstler“

Publikationen:
In: „Eisenkunst im Lande ob der Enns“ (O. Kastner, OÖ. Landesverlag,
Linz); 1)
in: „Eisen-und Stahlschnitt“ (F. X. M. Lugmayer, OÖ.Landesverlag,Linz, 1959);1)
in: „Bildband Oberösterreich“; 1)
in:   Festschrift „90 Jahre Fachschule f. Gestaltendes Metallhandwerk
an der HTBLA Steyr (1984); 1)
in: Katalog zur Ausstellung „Steyrer Stahlschnittschule“ (650 Jahre
Marktgemeinde Mauthausen, 6.9. – 22.9.1985); 1)
in: Nachrichten der Numismatischen Gesellschaft, Band 21, Nr.2; 1)
in: Freizeitmagazin „Was ist los“ in Linz und Oberösterreich (Sept. 1987); 1)
in: „Steyr-Wälzlager Kalender 1989“ – Thema Briefmarke und Münze. 1)
in: „Kunst in Stahl geschnitten“ (F.X.M.Lugmayer, OÖ.Landesverlag, Linz, 1991);
in: Otto Wutzel, „Handwerksherrlichkeit“, Linz, 1992; 5)
in: Peter B. Hauser: „Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen
Gesellschaft“, Band 44, Nr. 4, 2004; 5)
in: Austria-Forum, Eintrag zu Friedrich Mayr (Künstler);
in: Kirchenzeitung im Netz, Diözese Linz, Ausgabe v.25.5.1999,
„Stahlschnitt-Künstler Friedrich Mayr wird 70“; 5)
in: Kirchenzeitung im Netz (wie oben), Ausgabe vom 19.11.2011,
Stenogramm, Enns-Lorch, Kelch aus mexikanischem Silber,
:              (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive); 5)
in: Internet-Archive, „15 Kreuzwegbilder für Brasilien“, in: Kirchenzeitung
im Netz (wie oben), Ausgabe vom 27. März 2001 (Memento vom
4. März 2016; 5)
in: Kirchenzeitung im Netz, Diözese Linz, Ausgabe vom 25. April 2012,
„800 Jahre Stadt Enns“, 5)
in: Austria-Forum: OStR. Prof. Friedrich Mayr. Stahlschnitt-, Medaillen-
und Briefmarkenkünstler. Technische Universität Graz, 5)
in: Oberösterreichische Nachrichten, Online-Ausgabe vom
2. Dezember 2011, „Enns feiert 800 Jahre Stadt“ 5)
in: Kirchenzeitung der Diözese Linz, Ausgabe vom 12. Oktober 2007
(Memento vom 25. Oktober 2012 im Internet Archive),
„Neue Sonderbriefmarke – Linzer Domschlüssel“; 5)
in: Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive,
„Kulturmedaille des Landes OÖ überreicht“; 5)
in: Kulturbricht OÖ, Folge 0708I2018 Artikel „Friedrich Mayr – ein Meister
seines Faches von Petra Fosen-Schlichtinger
(https://www.zobodat.at/pdf/MUSJOUR_07_08_2018_0001.pdf ).

Ehrungen und Auszeichnungen:
1952 1.Preis für Kunsthandwerk 5)
1958 Goldmedaille d. Internat. Eisenbahnerausstellung Brüssel 5)
1974 Berufstitel „Professor“ 5)
1980 1. Preis im Symbolwettbewerb „1000 Jahre Steyr“ 5)
1985 Kulturehrenpreis der Stadt Enns5)
1989 Große Ehrenmedaille d. Stadt Steyr f.Verdienste um d.Ansehen d.Stadt. 5)
1999 Kulturmedaille des Landes Oberösterreich 5)
2001 Ehrenmedaille der Stadt Enns 5)
2003 Ehrenbürgerwürde der Stadt Enns 5)

Text zusammengestellt von Heinz Kern (Dez. 2019)

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Quellen:
1) Franz X. Lugmayer, Kunst in Stahl geschnitten, 1991, Verlag W. Ennsthaler Steyr.
2) Austria Forum (Internet),
https://austria-forum.org/af/Community/Alles_über_Österreich/Mayr%2C_Friedrich
3) FRIEDRICH MAYR – EIN MEISTER SEINES FACHES v. Petra Fosen-Schlichtinger in:
Kulturbericht des Landes OÖ, 0708.2018, S.11.
4)   Kirchenzeitung 2013/17 www.kirchenzeitung.at/site/archiv/article/10345.html ;

5)   Wikipedia. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Mayr_(Künstler);
6)   OÖ.Nachrichten v. 29.10.2019, S.24;
7) Evang. Gemeindebrief Enns, 2016/1

Aus Pressemeldungen: 

Petra Fosen-Schlichtinger: FRIEDRICH MAYR – EIN MEISTER SEINES FACHES

ER IST DER DOYEN SEINER ZUNFT IN OBERÖSTERREICH: Der Ennser Friedrich Mayr hat sein Schaffen ganz in den Dienst des Stahlschnittes gestellt. Gegen Ende seines neunten Lebensjahrzehntes blickt er auf reiches künstlerisches Wirken zurück und zeigt in einer kleinen Ausstellung wesentliche Exponate seiner Arbeit.

Dass er einmal Künstler sein würde, erinnert sich Friedrich Mayr, war ihm nicht in die Wiege gelegt worden. Geboren 1929 in St. Marien, aufgewachsen und noch heute lebend in Enns, absolvierte er als junger Mann die Schlosserlehre bei der Bahn, wo er später als Werkzeugmacher und Dreher tätig war. Dort sei er, so der Künstler, schon bald seinen Vorgesetzten aufgrund seines Könnens und seiner Kreativität aufgefallen. Die hätten ihn dann mit dem Herstellen von Ehrengeschenken für besondere Gäste betraut. Die Technik des Stahlschnitts übte Friedrich Mayr zunächst als Autodidakt aus, ehe er Schüler von Hans Gerstmayr, einem der damals führenden Meister des Genres, wurde.

Das Oeuvre Fritz Mayrs ist vielfältig. Ganz in der Tradition des Mittelalters und der Renaissance, wo die Bearbeitung von Eisen zur Verzierung von Messern, Waffen und Rüstungen ihre Hochblüte hatte, hat auch er sich der Gestaltung von Schäften für Messer und Brieföffner gewidmet oder neue Medaillen und Münzen realisiert. So stammt von ihm zum Beispiel eine 500-Schilling Münze in Silber, eine Auftragsarbeit anlässlich des 1500. Todestages des Heiligen Severin 1982. Sie ist in einer Gesamtauflage von knapp einer Million Stück ausgegeben worden. Aber auch das Motiv für eine Medaille aus Anlass des 800 Jahr-Jubiläums der Stadt Enns, 2012 gefeiert, geht auf die Ideen von Friedrich Mayr zurück.

Dass er sich seiner Heimatstadt, deren Ehrenbürger er mittlerweile geworden ist, besonders eng verbunden fühlt, kommt bei den Arbeiten Mayrs immer wieder durch. Neben historischen Aspekten finden besonders auch religiöse Aspekte ihren Niederschlag in den Werken des Künstlers. Es war daher selbstverständlich, dass der Vater seinem Sohn Christian zur Priesterweihe einen von ihm gestalteten Primizkelch geschenkt hat.

Auch Evangeliare oder kleine Hausaltäre bereichern Fritz Mayrs Oeuvre. Zwei davon sind derzeit in einer Ausstellung in Enns zu sehen. Die Altäre bestehen aus in Silberblech getriebenen Reliefs, die sich auf Weihnachten bzw. Ostern beziehen. Wobei der Osteraltar durch die Darstellung des Letzten Abendmales mit den zwölf Aposteln besticht. In zentraler Rolle Judas, gut erkennbar sitzt er zwar am Tisch mit Jesus, wendet sich aber verschämt von ihm ab.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters geht Fritz Mayr, der mit Stolz den Ehrentitel Professor führen kann, noch häufig in seine Werkstatt im Untergeschoss des Familienhauses. Dort betätigt er den Prägestock, bearbeitet mit Hammer Meißel, Feile, Punze oder Treiber Silber und Stahl und setzt seine Ideen künstlerisch um. Zu seinen bislang letzten besonderen Arbeiten zählt der Eröffnungsschlüssel für das Musiktheater Linz. Großes wie diesen Schlüssel, so Fritz Mayr, plane er nicht mehr. Er werde aber weiter klein Dimensioniertem die richtige Form geben. Derzeit ist das wieder eine religiös inspirierte Arbeit bezugnehmend auf Pfingsten.

(Quelle: Kulturbericht des Landes OÖ, 0708.2018, S.11)

Ex Internet: https://www.zobodat.at/pdf/MUSJOUR_07_08_2018_0001.pdf

 

Thomas Lettner, Tips Redaktion, 29.10.2019 

ENNS. Der Ennser Ehrenbürger Friedrich Mayr ist am 18. Oktober – dem Tag der Künstler und Goldschmiede – im Alter von 90 Jahren verstorben.

Friedrich Mayr wurde am 8. Juni 1929 in St. Marien als Friedrich Weingartner geboren und kam schon im Volksschulalter mit dem Metallhandwerk in Berührung. 1936 kam er nach Enns, wo er den Namen seines Vaters annahm. Nach Absolvierung der Pflichtschule kam Friedrich Mayr 1943 als Schlosserlehrling in die Lehrwerkstätte der Deutschen Reichsbahn. 1946 legte er die Gesellenprüfung für Schlosser ab und arbeitete anschließend als Werkzeugmacher und Dreher in der ÖBB-Hauptwerkstätte in Linz.

Große Meisterwerke

Die Technik des Stahlschnitts begann Mayr als Autodidakt. Sein erstes Werk entstand 1949 – ein Brustkreuz mit Maria und Sternen. Nach zwei Jahren an der Bundesgewerbeschule in Steyr wurde Mayr sofort als freischaffender Künstler in die Berufsvereinigung bildender Künstler Österreichs aufgenommen. Er beteiligte sich damals bereits an verschiedenen Ausstellungen. In Wien bekam er 1952 den 1. Preis für Kunsthandwerk, und 1958 wurde ihm in Brüssel bei der Internationalen Eisenbahnerausstellung für seine Arbeit die Goldmedaille zuerkannt. Mayrs erstes großes Meisterwerk war der Lorcher Schlüssel.

Aktiv bis ins hohe Alter

Ein Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens war auch das Kreuz der christlichen Lehrerschaft Oberösterreichs, das 1958 fertig gestellt wurde. Der frühere Preis für die Vier-Schanzen-Tournee wurde ebenfalls von ihm gestaltet. Ab 1967 unterrichtete er an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Steyr. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit waren Münzen und Medaillen sowie Sonderbriefmarken. Im Jahr 2003 ernannte die Stadt Enns Friedrich Mayr zu ihrem Ehrenbürger. Der Verstorbene blieb bis ins hohe Alter künstlerisch sehr aktiv.

 

https://www.kirchenzeitung.at/site/kirche/kircheooe/im-gedenken-78652

KirchenZeitung: Im Gedenken

Menschen & Meinungen

Die Ennser Pfarren, die katholischen und die evangelische, trauern um Prof. Friedrich Mayr, der am 18. Oktober 2019 im 91. Lebensjahr verstorben ist.

Ausgabe: 43/2019  vom 22.10.2019

Friedrich Mayr viele Jahrzehnte die Entwicklungen in der Basilika St. Laurenz und um diese herum besonders begleitet. Über Enns hinaus bekannt ist er durch seine Stahlschnitt- und Medaillenkunst, die er von jungen Jahren an bis ins hohe Alter ausgeübt hat. Aktuell sind in der Ausstellung in St. Laurenz der „Lorcher Schlüssel“ (1953), der Lorcher Kelch sowie das Severin-Reliquiar (2013) zu sehen. Mit großer Freude hat Prof. Mayr für die Basilika zuletzt noch das „Lorcher Evangeliar“ geschaffen.

 

29.10.2019

Nachruf auf Friedrich Mayr (1929) von Bert Brandstetter, OÖNachrichten

Friedrich Mayr: Vom Schlosser zum geachteten Künstler

Es war die Arbeit seines Großvaters als Schlossermeister, die den kleinen Fritz von Anfang an so sehr faszinierte, dass ihn sein Vater in die Lehrwerkstätte der damaligen Reichsbahn gab.

Fritz machte die Gesellenprüfung und arbeitete jahrelang als Werkzeugmacher und Dreher in der Hauptwerkstätte der Bundesbahnen in Linz.

Doch das war ihm zu wenig. Oft machte er mit stählernen Ehrengeschenken für verdiente Kollegen auf sich aufmerksam, die Technik des Stahlschnitts hatte er sich selbst beigebracht. Mit 20 wollte er es aber genauer wissen und er schrieb sich als Schüler des schon berühmten Stahlschnitt-Professors Gerstmayr in der Bundesgewerbeschule in Steyr ein.

Lebensmittelpunkt blieb Enns

Zwei Jahre später war er freischaffender Künstler mit interessanten Aufträgen. Der ÖBB blieb er noch zehn Jahre treu, seinen neuen Brotberuf fand Mayr als Professor an der Linzer Bundesgewerbeschule. Sein Lebensmittelpunkt war und blieb immer die Stadt Enns, die längst auf den Künstler aufmerksam geworden war.

Der Höhepunkt war die Ernennung zum Ehrenbürger im Jahr 2003. Eine besondere Beziehung behielt Mayr zur Pfarre Enns-Lorch, wo ihn der damalige Kaplan Eberhard Marckhgott animierte, nach dem Vorbild des Linzer Domschlüssels einen solchen für die Basilika St. Laurenz in Lorch anzufertigen. Das Werk gelang und stellt eines seiner Hauptwerke dar. Der größte überhaupt existente Stahlschnitt stammt ebenfalls aus der Hand Mayrs: Es ist ein Stahlkreuz für das Lehrerheim des CLV in Weyregg. Viel Herzblut steckte Mayr in einen Primizkelch für seinen Sohn Christian, der lange Jahre als Missionar in Brasilien tätig war. Mit Gattin Maria hatte Mayr noch zwei weitere Kinder, mit denen er viel Freude erlebte, genauso wie zuletzt mit den beiden Enkelkindern Christina und Lukas.

„Er hatte einen grünen Daumen“

Mehr als ein Steckenpferd war neben den Stahlschnitten Mayrs weitere Spezialität als Ersteller von Münzen, Medaillen und Briefmarken, die immer wieder als Sondermarken im In- und Ausland zur Geltung kamen. „Oft war mein Mann in seiner wenigen Freizeit im Garten zu finden, er hatte einen grünen Daumen“, sagt Maria Mayr. Urlaub machten die beiden „höchstens einmal im Jahr“, da ging es meistens in das Salzburger Land. Wenn Ennser Bürgermeister bei festlichen Anlässen ihre Kette tragen, so ist das fast selbstverständlich ebenfalls ein Werk ihres Ehrenbürgers Friedrich Mayr. Er wurde am 25. Oktober in Enns-Lorch verabschiedet.

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Ernst Schimanko

Portraet

Heimatforscher und Sammler
Herausgeber von 27 Kalendern „Steyr in alten Ansichten“

(1946 – 2019)

  • Geboren am 6. Juni 1946 in Steyr
    Gestorben am 3. September 2019 in Steyr

Ernst Schimanko wurde am 6. Juni 1946 in Steyr geboren. Die ersten zehn Lebensjahre verbrachte er bei seinen Großeltern in Obergrünburg, in der Nähe der Haunoldmühle. In der Freizeit stöberte er immer im Altpapier der Papierfabrik Haunoldmühle und suchte nach Briefmarken und schönen Ansichtskarten. Dies war der Beginn seiner Sammelleidenschaft, die im Alter von acht Jahren begann. Am Ende der 4. Klasse Volksschule in Grünburg übersiedelte er zu seinen Eltern nach Steyr, in die neue Wohnung auf der Ennsleite. Nach vier Monaten erkrankte sein Vater und starb kurz darauf im Alter von nur 36 Jahren.
Auf der Ennsleite besuchte er vier Jahre lang die Hauptschule.
Anschließend absolvierte er die dreijährige Fachschule für Landmaschinenbau in der Steyrer HTL.

1964 begann er die Arbeit in den Steyrer Werken im Betriebsmittel-Konstruktionsbüro.
Dort arbeitete er sich vom Detailkonstrukteur zum Konstrukteur vor und war mit 32 Jahren bereits Gruppenleiter über 20 Konstrukteure für Maschinenbau, Vorrichtungsbau und spanabhebende Werkzeuge. Dienstreisen wegen neuer Maschinen führten ihn u.a. nach Deutschland, Italien, in die Türkei und die USA.
Ende 1995 ging er wegen der bereits 3. Thrombose in Frühpension.

Privates:
1966 Heirat mit Maria
Zwei Kinder: Claudia und Horst und vier Enkelkinder

Hobbys: Fußball und Handball
Er spielte aktiv von 1958 bis 1965 bei Bewegung und Amateure Steyr bzw. beim ATSV Steyr.

Anschließend widmete er seine ganze Freizeit dem Hausbau auf der Ennsleite sowie der Pferdezucht. Er liebte seine Pferde, Katzen und seinen Hund und sie liebten ihn.

Sammlertätigkeit:
Ernst Schimanko sammelte seit der frühen Jugend Ansichtskarten und Fotos von Steyr.
Derzeit besitzt er etwa 10.000 Ansichtskarten und über 12.000 Fotos von Steyr.
Diese Sammlung erweiterte er laufend durch Ankauf von Material bei Auktionen, Tauschtagen sowie im Internet.

Kalender: „Traditionsreiche Geschäfte, Häuser, Villen etc in Steyr“ 1998 bis 2019:
In den letzten Jahren hat er sich durch seine beliebten Kalender (Gasthäuser, Geschäfte, Villen und Schlösser in alten Ansichten) rund um Steyr einen Namen gemacht.
Sein Ziel war, dass durch die historischen Bilder die Schönheiten bzw. die vielen ehemaligen Wirtschaftsbetriebe von Steyr dokumentiert wurden.
Seit dem Beginn im Jahr 1998 erschienen bisher insgesamt 27 Kalender, in manchen Jahren veröffentlichte er zwei Kalender.
Den 28. Kalender hat er zwar noch begonnen, aber nicht mehr fertig stellen können.

Insgesamt hat er ca. 28.000 Stück an Kalendern aufgelegt sowie auf eigenes Risiko und durch eigene Finanzierung drucken lassen.

 

2014 Steyr einst Rundschau

2012 präsentiert Ernst Schimanko den neuen Kalender 2013. Foto: Thöne Steyrer Rundschau

2012 Kalender

„Prosit 2012“ Präsentation des neuen Kalenders in OÖN Steyr.

Tätigkeit:

  • Sein Buch „Steyr in alten Ansichten, Band 2“ verkaufte sich gut.
  • 2017 veröffentliche er gemeinsam mit Herrn Stubauer ein Buch über den Steyrer Friedhof.
  • Im Jahr 2001 hatte er über drei Monate im Steyrer Museum eine große Ausstellung laufen.
    Dort stellte er über 600 alte Steyrer Fotos aus.
  • Bei diversen Ausstellungen des Briefmarkenvereins Steyr beteiligte er sich mit Ansichtskarten von Steyr und Christkindl.
  • Er verlieh an dritte Bilder für die Gestaltung diverser Broschüren, Festschriften und Bücher.
  • Er half mit bei der HAK Steyr und deren Projekte im Internet über Steyrer Persönlichkeiten und Kleindenkmäler (Websites: Steyrer Pioniere und Steyrer Denkmal)
  • Er war im Vorstand des Vereins Heimatpflege Steyr und engagierte sich für die Erhaltung von Grabstätten von Steyrer Persönlichkeiten. Es wurden ca. 10 Grabstätten bis jetzt restauriert.
    Ferner wurde eine Gedenkstätte für die Steyrer Ehrenbürger geschaffen.
    Mithilfe von Sponsoren gelang es, ein Museum mit Schmiedeeisengrabkreuzen am Steyrer Friedhof einzurichten. Zuletzt stellte er persönlich ein kunstvolles Grabkreuz dafür zur Verfügung.
  • Sein letztes großes Projekt, ein Buch über Andachtsbilder von Christkindl, konnte er leider nicht mehr fertig stellen, obwohl es ihm ein großes Anliegen gewesen wäre.

Ehrungen und Auszeichnungen:

2015 Steyrer Panther verliehen
2015 Verleihung des Steyrer Panthers (Hintergrundbild bei seiner Parte)
2018 Teilnahme an der Preisverleihung des Steyrer Kripperl zum Kulturerbe

(Lebenslauf  verfasst von Tochter Claudia 2019)

2012-10-31 - Heimatpflege.Friedhof.Schimanko2011-10 - Ernst Schimanko2001 - E.Schimanko - Steyr in alten Ansichten 2

2019-09 - E.Schimanko.Amtsblatt

2019-09-03gest - Schimanko Ernst (3)

 

 

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Herta Schweiger

Schweiger.herta.porträt(1916 – 1941)

NS-Opfer. Als Rotkreuzschwester half sie den Zwangsarbeitern. Tod im Gestapo-Gefängnis in Linz

Die Rotkreuzschwester Herta Schweiger, deren Vater durch viele Jahre als Obmann der „Naturfreunde“ tätig war, stand Widerstandskämpfern hilfreich zur Seite. Sie starb im Kerker für Österreichs Freiheit.
In Steyr ist schon seit 1945 eine Straße nach der Widerstandskämpfern Herta Schweiger (1916-1941) benannt.

Herta Schweiger

  • geboren 1916 in Steyr. 1938 Ausbildung zur Rotkreuzschwester, um sich Waffenproduktion zu entziehen, Hilfe für Zwangsarbeiter
  • 1939 Mitglied der illegalen kommunistischen Zelle der Steyr-Werke, Sammlung für Verfolgte der Nazi-Diktatur
  • 1940 Verhaftung durch die Gestapo, Einlieferung ins Gestapo-Gefängnis in Linz
  • Gestorben 1941 nach langem Siechtum durch die Qualen der Gestapo in Linz

Quelle: http://alte.kpoe.at/bund/frauen/html/erinnern_ooe.html  (Juni 2011)

 

Gedenktafel 2019:

Herta Schweiger (1)Herta Schweiger (2)

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Josef Ahrer

Sepp Ahrer

(1908 – 1934)

Standgerichtlich hingerichtet nach den Februarkämpfen 1934

  • Quelle: Otto Treml, Straßennamen. Zeitung: Vorwärts

Sepp Ahrer wurde im Verlauf der Februarkämpfe 1934 im Gefangenenhaus Steyr, Berggasse, hingerichtet. Wie in anderen Städten wurde nach den Ereignissen des 12. Februar auch in Steyr von den Siegern ein Exempel statuiert. Die Wahl fiel auf den 26jährigen Arbeitslosen Josef Ahrer. Durch ein rasch einberufenes Standgericht wurde der junge Sozialdemokrat Ahrer aufgrund einer erwiesenermaßen falschen Zeugenaussage wegen Mordes zum Tod verurteilt und am gleichen Tag, dem 17. Februar 1934 hingerichtet.

Sepp-Ahrer-Straße

Die Straße verläuft in Münichholz westlich der Punzerstraße.

Sie erhielt ihren Namen nach dem im Verlaufe der Februarkämpfe 1934 im Schloss Lamberg hingerichteten Sepp Ahrer.

Gedenktafel 2019:

Sepp Ahrer (1)Sepp Ahrer (2)

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Franz Keller

 

Franz Keller porträt

(1877 – 1951)

Färbereibesitzer und Kommandant der Feuerwehr Steyr 

Nachruf für Ehrenkommandant Franz Keller +

  • aus: Zeitschrift der österreichischen Feuerwehren 1951 (eingelesen über anno.onb.ac.at)

Nach langem, schwerem Leiden ist am 22. August 1951 der verdienstvolle Ehrenkommandant Franz Keller im 64. Lebensjahr verschieden.

Seit dem Jahre 1906 im aktiven Feuerwehrdienst galt Kellers Mühen und Sorgen neben seinen Pflichten als Familienvater und Inhaber eines Färbereibetriebes einzig und allein der Freiw. Feuerwehr Steyr.

Es gab keinen Einsatz, bei dem Franz Keller nicht an Ort und Stelle gewesen wäre und leitend, helfend und beispielgebend seinen getreuen Wehrmännern zur Seite stand, zu jeder Tages- und Nachtzeit, in Sturm und Regen, bei Feuer und Hochwasser, bei Straßenhilfen und sonstigen Katastrophenfällen.

Franz Keller´s Verdienste in der Steyrer Feuerwehr:

  • Vollständige Motorisierung der Wehr
  • Neubau der Zeugstätte II
  • Leitung der Feuerwehr

Ehrung:

  • Goldene Plakette der Stadt Steyr überreicht anlässlich des Ausscheidens aus dem aktiven Dienst am 17. März 1951.
  • Ernennung zum Ehrenkommandanten nach dem Ausscheiden am 17.März 1951
  • Auszeichnungen mit den Medaillen für 15-, 25- und 40jährige Feuerwehrdienstzeit
  • Ehrenzeichen vom Roten Kreuz

„Franz Keller war die Bescheidenheit selbst, er frug nie nach Dank für seine Leistungen und fand es als selbstverständliche Pflicht, den Mitmenschen in Not und Gefahr zu helfen, ein Feuerwehrmann durch und durch.“

Das Begräbnis war Ausdruck der Wertschätzung.

Den Kondukt eröffnete die Feuerwehrkapelle St. Ulbrich, dem ein Ehrenzug der Stadtfeuerwehr unter dem Kommando des Abschnittsfeuerwehrkommandanten Erwin Hasenleithner folgte. Sodann fuhren ein Tankwagen und ein Rüstwagen, über und über mit Kränzen bedeckt, diesen folgte die große Drehleiter, auf deren Plattform die sterbliche Hülle des Verewigten, bedeckt mit der grün-weißen Fahne der Stadt Steyr, ruhte.

Landesfeuerwehrkommandant Landesrat Hartl, Regierungsrat Dr. Krüfe vom Amt der oö. Landesregierung, das Bezirkskommando Steyr Land mit Bezirkskommandant Hack, das Bezirkskommando Steyr Stadt mit Bezirkskommandant Perkounigg, Abschnittskommandant Wiltsch, die Zugskommandanten der Stadtfeuerwehr und sämtliche dienstfreien Wehrmänner der Stadtfeuerwehr sowie starke Abordnungen der Werksfeuerwehr der Steyr-Daimler-Puch AG, der Feuerwehren Sierning, Sierninghofen, Neuzeug, Bad Hall, Garsten, Dietach, Saaß, Trattenbach, St. Ulrich und Pichlern schlossen sich dem Zug an.

Es folgten die Vertreter der Stadt, des Rudervereins, dessen Präsident er lange war und sehr viele Trauergäste und die Gefolgschaft der Firma.

„Das Leichenbegängnis Franz Keller hat gezeigt, welcher Wertschätzung sich der Verewigte erfreute und es kann nur gesagt werden, nicht einer der Besten, sondern der Beste ist für immer von uns gegangen. Was Franz Keller für die Stadtfeuerwehr Steyr geleistet hat, ist unvergänglich, seine Einsatzbereitschaft wird der Stadtfeuerwehr für immerwährende Zeiten beispielgebend sein!“

1951 Tod FFZeitung

1951: Nachruf in der Zeitschrift der österreichischen Feuerwehren

1951 Tod 2.Seite FF Zeitung

1951: zweiter Teil des Nachrufs in der österreichischen Feuerwehrzeitung

  • Aus: Brandl, Neue Geschichte von Steyr, S. 312

Liste der Feuerwehrkommandanten in Steyr:  Franz Keller war 13 Jahre Kommandant

1864 – 1866 Dr. Johann Reinhard
1866 – 1869 Leopold Haller
1869 – 1874 Eduard Zinkl
1874 – 1875 Carl Edelbauer
1875 – 1891 Wilhelm Klein
1891 – 1907 Franz Lang
1907 – 1918 Franz Vogl
1918 – 1932 Hans Wolfartsberger
1931 – 1938 Franz Keller
1938 – 1945 Franz Aichinger
1945 – 1951 Franz Keller
1951 – 1953 Josef Hack
1953 – 1963 Karl Sommerhuber
1963 – 1973 Erwin Hasenleitner
1973 – 1998 Gottfried Wallergraber
  Gerhard Praxmarer

 

 

  • Aus: Fluchtspuren von Waltraud und Georg Neuhauser, Steyr 1998,  S.40

Dolfi Uprimny erzählte:

„1938. Vater Eduard Uprimny wurde im Juli 1938 das erste Mal verhaftet und ins Steyrer Gefängnis gebracht, wo er zwei Tage bleiben musste. Er kam zurück und wurde kurz darauf wieder verhaftet. Diesmal brachten sie ihn nach Linz, wo er einige Tage in Haft war. Als er freikam, tauchte er in Wien unter. Dort wohnte sein Bruder Karl, der ihm half, als Packer die „Lifts“ – so nannte man die Speditionsbehälter – für jüdische Auswanderer vorzubereiten. Er kam ab und zu nach Steyr, meistens kam er am Abend an und fuhr sehr früh wieder weg. Meiner Mutter schickte er Geld, um unser Überleben zu ermöglichen. In Steyr hätte er keine Arbeit mehr gekriegt. Nur Herr K., der im Wehrgraben eine Färberei besaß, ließ ihn nicht im Stich. Die Hauptarbeit in der Färberei war damals die  Produktion von Hakenkreuzfahnen. Mein Vater lehnte dieses Angebot natürlich ab und zog es vor, in Wien zu arbeiten.“

  • Eduard Uprimny, geb. 1891 in Steyr, Malermeister, war 1938 – 1939 in Wien gemeldet, wurde in Polenn umgebracht. Er war verheiratet mit Margarethe, geb. 1893 in Oberhaid, Böhmen, war das erste Halbjahr 1942 in Wien und wurde mit den kleinen Kindern Heinrich und Mirjam nach Minsk gebracht und dort ermordet. (aus: Vergessene Spuren. Die Geschichte der Juden in Steyr. Steyr 1993)

 

1925 Tod Franz Keller sen

1925: Linzer Volksblatt. Tod von Franz Keller sen. am 13. August 1925

1931 Einbruch Färberei Keller

1931: Einbruch und Diebstahl in der Färberei Keller

1938 Lohnerhöhung Färberei Keller

1938: Lohnerhöhung auch in der Färberei Keller

 

Zeitungsbericht 1949:

Seit 150 Jahren Färberei im Wehrgraben

„Hier ist das Herz des Werkes“, erklärt Franz Keller, der Besitzer der Färberei Keller in der Wehrgrabengasse, indem er mich in einen Raum führt, in welchem sich die Räder ddrehen, die blitzenden Kolben der Dampfmaschine unermüdlich hin-  und herbewegen, die mit 70 Pferdekräften die Maschinen und Pumpanlagen treibt, elektrischen Strom erzeugt und mit ihrem Abdampf, der in gut isolierten Rohren ins ganze Werk hinausgeleitet wird, die Trockenanlagen heizt. Freilich braucht sie monatlich etwa 150 Tonnen Kohle.

In der Färberei läuft gerade ein Stoffballen von einer Rolle ab durch eine Wanne, in der sich ein Farbbad befindet, hindurch und wieder auf eine andere Rolle hinauf. Nachdem der ganze etwa 500 Meter lange Stoffstreifen vier- bis sechsmal durch die Farbe gelaufen ist und die entsprechende Tönung angenommen hat, läuft er durch ein Wasserbad und kommt dann in den Trockenraum, in dem hochsommerliche Hitze herrscht. Er wird zunächst in einer Trockenmaschine, die in der Hauptsache aus acht großen, dampfgeheizten Blechtrommeln besteht, vollständig getrocknet, geht anschließend durch eine zweite Trockenmaschine, in der er mit Seifenlösung befeuchtet wird, um ihn geschmeidig zu machen, wird auf dem elektrischen Spannrahmen seitlich auseinandergespannt und zum Schluss noch einmal vollständig getrocknet.

In der Bügelmaschine (Kalander), die aus einer geheizten Mittelwalze und zwei elastischen Walzen besteht, wird er geplättet und ist nun fertig zum Versand.

Alle Stoffe müssen vor dem Färben, bzw. Bedrucken, gebleicht werden. Die Ware wird in der Bleich mit Chemikalien genetzt, läuft als Strang durch eine Porzellanöse und bleibt aufgestapelt 24 Stunden liegen. Die Schlichte verwandelt sich während dieser Zeit in Zucker. Dieser wird nun herausgewaschen und der Stoff in den Kessel, 6 Stunden unter 2 Atmosphären Druck in Essnatronlauge gekocht. Nach dem Kochen läuft er wieder durch ein Wasserbad, wird mit Chlor behandelt und mit Schwefelsäure gesäuert, bis er rein weiß ist. Eine Maschine öffnet nun den Strang, der anschließend getrocknet wird. Der Stoff ist nun fertig, bzw. fertig zur weiteren Behandlung.

In einem eigenen Raum im Erdgeschoß stehen zwei Raumaschinen, welche Barchent und Flanell erzeugen. Die 36 (bzw. 24) Walzen der Maschinen sind über und über mit kleinen Stahlhäkchen bedeckt, die das darüber laufende Gewebe aufrauen, sodass es weich wird wie Samt.

Im Obergeschoß arbeiten zwei Rouleaux-Druckmaschinen, welche Blaudrucke in Breiten bis zu 130 bzw. 80 cm herstellen. Außerdem steht dort eine Reliefdruckmaschine, die jedoch heute als veraltet nur mehr selten verwendet wird. Das Kostbarste und Empfindlichste an den Maschinen ist die Kupferwalze, auf der das Muster eingraviert ist. Eine Gummiwalze nimmt die Farbe aus der Flotte auf und überträgt sie auf die Kupferwalze. Von dieser schabt ein Messer alle Farbe von den erhabenen Stellen ab, sodass nur in den Vertiefungen Farbstoff zurückbleibt und auf das Gewebe zurückbleibt und auf das Gewebe als Muster aufgedruckt wird. Das Stoffband läuft nun, da es auf der bedruckten Stelle, sodass es nass ist, mit nichts in Berührung kommen darf, direkt in einen Trockenraum und dort solange herum, bis es vollständig trocken ist und abgelegt werden kann. Will man den Stoff mehrfarbig bedrucken, nimmt man mehrere Walzen – bis zu zwei auf der einen bis zu vier auf der anderen Maschine – und kann auf diese Weise bunten Stoff herstellen. Die bedruckten Stoffe kommen in den Dämpfer, in dem die aufgedruckte Farbe auf dem Stoff fixiert wird. Nachher wird der Stoff in Wasserstoffkupferoxid gewaschen, wodurch der Druck erst seine endgültige Farbe annimmt.

Die Bereitung der Farben ist für die Laien eine geheimnisvolle Angelegenheit. So wird den Indanthren-Farben zunächst der Sauerstoff entzogen, dadurch werden sie wasserlöslich und nehmen eine ganz andere Farbe an als die ursprüngliche. Im gelösten Zustand werden sie auf den Stoff gebracht. Um sie nun wieder unlöslich zu machen, d.h. waschecht, muss man ihren Sauerstoff zuführen, wodurch sie ihre ursprüngliche Farbe zurückerhalten.

Schwierigkeiten macht heute die Beschaffung der Farben, die ja fast ausschließlich aus dem Ausland bezogen werden müssen, so ist, wie Fabrikant Keller erwähnt, gegenwärtig kein blauer Farbstoff vorhanden. Die große Indigomaschine, an der zwei Mann täglich 800 m Stoff blau färben, steht. Die Stoffe für Arbeitsanzüge werden braun gefärbt.

Im Stofflager liegen Warenballen in rauen Mengen, Stoffe für Sommer- und Winterdirndl, für Bettzeug, Unterwäsche, Arbeitsanzüge usw.

„Insgesamt sind es etwa 100.000 m² Stoff“, versichert uns der Firmeninhaber, „das ergibt wenn man den Meter Stoff zu 10 Schilling rechnet, 1 Million Schilling; außerdem befinden sich in der Fabrik mindestens 60.000 bis 70.000 m Stoff, sodass wir im allgemeinen Ware im Wert von 2 bis 3 Millionen Schilling hier liegen haben. Mit meinen 16 Arbeitskräften färbe ich im Tag etwa 5000 bis 6000 m Stoff. Druckware erfordert mehr Arbeitsgänge, sodass nur etwa 4000 m täglich bedruckt werden können.“

Als ich Fabrikant Keller, der auch Kommandant der Steyrer Feuerwehr ist, frage, wie lange die Fabrik schon bestehe, meint er: „Das Werk besteht schon seit 150 Jahren. Ein gewisser Weinstabt baute das Haus im Jahre 1797. Seither ist die Fabrik ununterbrochen im Betreib. Freilich war damals der Arbeitsgang z.B. das Trocknen umständlich.“

„Das Fabriksgebäude ist übrigens eines der ältesten Häuser hier an der Steyr herunten. Das Eysnfeld war damals noch bedeckt von Wiesen und Feldern und auch hier rundum war freies Gelände. Der Grund, warum das Werk gerade hier errichtet wurde, ist die Flussnähe. Zu ihrer Arbeit brauchen die Färbe viel Wasser, das lässt sich hier aus der Steyr bequem entnehmen.“

Keller (1)

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Joseph Greis

greiscover

Buchdrucker

Grünmarkt 7 (alte Nummer: Stadt 48)
Bekannt geworden durch das Auffinden eines Druckes von 1827 (vermutlich) mit dem „Stille Nacht“ Lied (von 1818)

aus der  Website:  https://www.stillenacht.at/en/news/erster-stille-nacht-textdruck-in-steyr-vor-1832-bewiesen 

Das Titelblatt enthält auch die Herkunft: „Steyr, gedruckt und zu haben bei Joseph Greis.“, eine Jahreszahl scheint nicht auf. Die Flugschrift mit dem Liedtext ist der früheste bekannte Textdruck des Liedes – 200 Jahre, nachdem Joseph Mohr 1816 das Gedicht in Mariapfarr schrieb. Neben dem Exemplar in einem Wiener Antiquariat befindet sich ein zweites Exemplar im Oberösterreichischen Volksliedarchiv.
Wer war Joseph Greis?
Joseph Greis war im Haus Steyr, Grünmarkt 7, das schon lange (und weiter bis 1926!) eine Buchdruckerei beherbergte, als Setzer bei Franz Joseph Medter beschäftigt. Er erwarb das Haus 1804 und eröffnete im September 1827 im knapp 200 m entfernten Haus Stadtplatz 23  die erste Buchhandlung in Steyr, nun waren Drucke bei ihm auch „zu haben“. Im Heiratsvertrag mit seiner zweiten Gattin vom Jänner 1827 wurde bestimmt, dass das Haus Grünmarkt 7 im Fall seines Todes an seinen Sohn aus erster Ehe Joseph jun. übergehen sollte. Joseph sen. starb 1835 im 62. Lebensjahr. Sein Sohn veräußerte das „Haus samt Gerechtigkeit“ 1837 an Michael Haas.
Wenn „Vier schöne neue Weihnachts-Lieder“ mit „gedruckt und zu haben bei Joseph Greis.“ bezeichnet sind, verweist das wohl auf den nun auch als Buchhändler tätigen Buchdrucker. Es ist also anzunehmen, dass diese nicht datierte Flugschrift nicht vor 1827, dem Jahr der Eröffnung der Buchhandlung, und vor 1832 entstand: Aus den letzten Jahren sind von Joseph Greis, der 1835 starb, keine datierten Drucke mehr vorhanden.

weihnachtslieder joseph greis

 

Josef Greis der Ältere (1773 – 24.6.1835)

In 1. Ehe verheiratet mit Eva Maria Fexmayr (17.8.1765 – 17.12.1826) Trauung 3.7.1804. Aus dieser Ehe stammt der Sohn Joseph Aloysius Blasius Greis, geb. 3.2.1809. In 2. Ehe ist Josef Greis d. Ältere mit Theresia Weiß seit 5.6.1827 verheiratet. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Theresia Josefa (11.2.1828 Steyr Grünmarkt 7; gestorben 9.11.1897 Stadtplatz 39).

Josef Greis war Setzer in der Druckerei des Franz Josef Medter am Grünmarkt 7 (alt Stadt-Nr 48). Am 18.5.1804 kaufte Greis das Haus Grünmarkt 7 samt Druckerei von Josef Medter.  Am 26.9.1827 eröffnete er am Stadtplatz 23 die erste Buchhandlung in Steyr. Am 2.6.1835 starb sein Vater Johann Baptist Greis im 90. Lebensjahr. Er selber starb am 24.6.1835 im haus Grünmarkt 7.

Josef Aloysius Blasius Greis, der Jüngere (3.2.1809 Grünmarkt 7 geboren, wann gestorben ?). Er war verheiratet mit Theres Barometler  (geb.8.4.1814), Trauung am 1.7.1839. Aus dieser Ehe stammen 4 Kinder:  Theresia, geb. 1840, Joseph, geb. 1841; Wilhelmine, geb. 1843; Josefa (1846-1872)

Nach dem Tod des Vater 1835 erbte der Sohn Josef das Haus samt Druckerei. Am 20.1.1837 verkaufte er das Haus Grünmarkt 7 samt Druckerei und Gewerbeberechtigung an Michael Haas. Er war weiterhin in dieser Firma tätig. 1839 kaufte Josef Greis das Haus Mittere Gasse 8 (alt: Wieserfel 29) und betrieb dort mit seiner späteren Gattin eine Krämerei. 1847 verkaufte er das Haus an Josef Pöltl. Am 12.7.1846 verkaufte er die Buchhandlung am Stadtplatz 23 an Franz Sandbök, welcher 1849 mit der Buchhandlung in sein neu erworbenes Haus Stadtplatz 33 übersiedelte.

Eine Tochter von Josef Greis dem Jüngeren war Theresia (geb. 1840), die am 9.10.1866 Franz Kröpfl (geb. 1834) heiratete. Aus dieser Ehe stammt Therese (1875 – 1956), die Johann Stalzer (1868 – 1937) vom Stadtplatz 30 heiratete. Sie hatten 3 Kinder.

Das Stalzerhaus hat eine große Geschichte, weil dort der große Komponist Franz Schubert musizierte, während seiner Besuche in Steyr 1825.

(Daten zusammengestellt von Ernst Schimanko und Herbert Schmidinger 2019)

Aus den Matriken der Stadtpfarre Steyr: 

1804 Trauungsbuch Stadtpfarre Steyr
1. Ehe:
Joseph Greis, bürgerlicher Buchdrucker, Stadt Nr. 48, 29 Jahre alt, katholisch, ledig
Heiratet am 3. Juli 1804:
Eva Maria Jixmayr, katholisch, 38 Jahre alt, ledig. Geboren am 17.8.1765, Taufbuch Stadtpfarre Steyr

1804 Trauungsbuch Joseph greis

3. Juli 1804: Trauungsbuch Stadtpfarre Steyr. 1. Ehe von Joseph Greis, bürgerlicher Buchdrucker

2. Ehe:
Joseph Greis, Buchdrucker, Stadt Nr. 48, 52 Jahre alt, Witwer
Heiratet am 5. Februar 1827:
Theresia Weiß, 38 Jahre, katholisch, ledig. Dienstbotin; Tochter von Johann Weiß, gewester Hafnermeister zu Burgstall in Unterösterreich, selig und dessen Gattin Maria Anna, geborene Gleich, noch am … eheliche Tochter.
Trauzeugen: Bernard Benedikt, bürgerlicher Fragner; Alois Redtenbacher, bürgerlicher Kaufmann; Franz Wittibschläger, bürgerlicher Hutmacher.

1827 2.Trauung Josef Greis und Theresia.

5. Februar 1827: Trauungsbuch Stadtpfarre Steyr.  2.Ehe von Joseph Greis, bürgerlicher Buchdrucker

Der Sohn Joseph Greis, geb. 1809, heiratet am 1. Juli 1839 und ist Händler und Hausbesitzer am Wieserfeld. Er führt das Geschäft nicht weiter.

Tod von Joseph Greis, Buchdrucker, am 24. Juni 1835 im Alter von 62 Jahren.
Seine 2. Ehefrau Theresia Greis führt das Geschäft als Witwenbetrieb: sie stirbt am 17.1.1869 im Alter von 80 Jahren. Todesursache: Altersschwäche.

1835 Totenbuch Joseph Greis

24. Juni 1835: Totenbuch der Stadtpfarre Steyr. Joseph Greis, bürgerlicher Buchdrucker, starb im Alter von 62 Jahren an Lungenentzündung

1869 Totenbuch Theresia Greis Witwe

17. Jänner 1869: Totenbuch der Stadtpfarre Steyr. Die Witwe Theresia Greis, Buchdruckerswitwe, starb im Alter von 80 Jahren an Altersschwäche.

Aus Brandl, Neue Geschichte Steyr, S.127:
Joseph Greis und Theresia, geb. Weiss  (hier ist ein Fehler unterlaufen: es muss Eva Maria, geb. Jexmayr, heißen. Kommentar Ulbrich) erwarben 1804 käuflich das Haus Grünmarkt 7. Joseph Greis jun. verkaufte 1837 an Michael Haas, der es vorerst nur bis 1839 besaß. Von 1839 – 1843 ist seine Tochter Anna Besitzerin, von 1843 – 1867 hatte wieder Michael Haas das Haus samt der Buchhandlung inne. Er verlegte in größerem Umfang unter anderem Gebetstexte, religiöse Erbauungsliteratur und das Lokalblatt „Der Alpenbote“. Nach 1867 waren seine Kinder Anna und Theresia Haas als Erben Besitzer des Hauses, dann ging es an Karl Lintl über.

Joseph Greis und das Weihnachtslied „Stille Nacht“ 

Anfang 2016 tauchte im Wiener Antiquariatshandel ein Exemplar eines bei Joseph Greis in Steyr gedruckten „Stille-Nacht-Liedes“ auf. Daraufhin wurde intensiv geforscht. Schwierigkeiten bereitete, dass auf dem Druck keine Jahreszahl angeführt wurde.
Nach den Gesetzen und aus Zensurgründen musste auf jedem Druck der Erscheinungsort auf dem Deckblatt angegeben werden: „gedruckt bei Joseph Greis“. Das wird noch unterstrichen durch „bei“ und „zu haben“ . Das soll vermutlich auf den zunehmenden Konkurrenzkampf zwischen Buchproduzenten und Buchhändlern zurückgehen.
1809 druckte Joseph Greis in Steyr die „Betrachtungen auf alle Tage der heiligen Fasten“. Da findet sich der Hinweis „Gedruckt und zu finden bey Joseph Greis“
Zwischen den Formulierungen „zu finden bey“ und „zu haben bey“ besteht in allen Beispielen kein erkennbarer Unterschied.

„Während die weltweite Verbreitung des Stille-Nacht-Liedes ohne die verschiedenen Lieddrucke im nord- und mitteldeutschen Raum nicht denkbar wäre und die Forschung hier gesicherte Erkenntnisse darüber hat, wie die einzelnen Drucke in der Art eines Räderwerks ineinandergreifen, ist über die verbreitungsgeschichtliche Wirkung des Textdrucks aus Steyr noch wenig bekannt. Immerhin deutet die zweite verbesserte Auflage bei Joseph Greis´Nachfolger Michael Haas auf eine gewisse regionale Nachfrage hin. Und Haas war bemüht, einige der gravierendsten Textschwächen auszubessern. Insgesamt scheint den Steyrer Textdrucken kein wesentlicher Verbreitungserfolg beschieden gewesen sein, denn weitere Textfassungen, deren Stammbaum in der Regel durch den Nachweis von übernommenen Textfehlern zurückzuverfolgen ist, sind bisher nicht aufgetaucht. Angesichts seiner offensichtlichen Qualitätsmängel ist die Nichtverbreitung möglicherweise sogar als Glücksfall für die heutige Still-Nacht-Rezeption anzusehen.“

(Schlussbemerkung: aus: Ebeling, S.20)

Link zu Oberösterreichische Nachrichten: https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/Erstdruck-von-Stille-Nacht-um-38-000-Euro-angeboten;art68,2401425

fasten 1809

1809: gedruckt und zu haben bei Joseph Greis Steyr.

Fam. Greis

Familienbild Greis. Aus dem Fotoarchiv: Ernst Schimanko

Aus dem Online-Zeitungsarchiv anno.onb.ac.at unter „Suche: Joseph Greis“

 

 

Das gotisch barocke Bürgerhaus am Grünmarkt 7:

Viele Originale aus der Druckerei von Joseph Greis – fast alle ohne Jahr, vermutlich um 1830 – 1840 gedruckt – befinden sich in Privatbesitz. Hier folgen viele Titelseiten, die klar zeigen, dass die katholische Kirche ein wichtiger Auftraggeber war. (Sammlung Ernst Schimanko, Steyr)

 

 

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