Joseph Löw

K1024_Loew 1830 Wehrgrabentableau

(1770 – 1842)

Maler und Zeichner, Zeichenlehrer in Linz und Steyr

  • geboren am 14. April 1770 in Linz
  • gestorben am 26. Oktober 1842 in Steyr

Am 2. September 1806 heiratete er am Sonntagberg Genovefa Querer (geb. 22.8.1782) aus Brunn bei Pöchlarn, Tochter des hochfürstlichen Hofschreibers (Regensburg) Joseph Querer und seiner Gattin Genovefa geb. Stöger. In Linz kam am 20. Februar 1808 ihr Sohn Joseph Anton zur Welt. Von 1809 bis 1825 erteilte er Zeichenunterricht an der Normalschule in Linz. Ab 1830 war er Mal- und Zeichenmeister in der k. k. Kreishauptschule in Steyr. Zu dieser Zeit wohnte die Familie Löw am Michaelerplatz Nr. 6, wo er am 26. Oktober 1842 starb und zwei Tage später am Steyrer Renaissance-Friedhof begraben wurde.

Bilder aus dem Schematismus 1831 für die Kreishauptschule Steyr: „Joseph Löw, Zeichnungslehrer“ (Quelle: google.books)

Arbeiten in Steyr:

Er war Mitarbeiter an der „Kirchlichen Topographie“ und Mandatar im Traunkreis des Vereins zur Bildung eines vaterländischen Museums für Österreich ob der Enns und Salzburg. Er zeichnete Ansichten von wichtigen Ereignissen, von den Städten Linz u. Steyr, von Christkindl, Losenstein, dem Kefermarkter Altar, dem Traunfall usw.

1830 zeichnete er 11 sehr wichtige kolorierte Tuschbilder von den Werksanlagen im Steyrer Wehrgraben.

1832 zeichnete er das Marmordenkmal am Langseppenberg im Aichet (heute Sierninger Str. 126), welches 1489 vom Nürnberger Handelsmann Kunz Horn gespendet wurde.

Zum Wehrgraben-Tableau gibt es von Prof. Roman Sandgruber eine Beschreibung in der Reihe „Wirtschaft und Verkehr“:

„Der vorliegende Plan wurde 1830 von dem an der k.k.Kreishauptschule Steyr wirkenden Zeichenmeister Joseph Löw angefertigt und gibt die Situation des Wehrgrabens vor dem Beginn der großen Umgestaltungen durch die Gründung und Expansion der Steyrer Waffenfabrik wieder. Im Detail finden sich in der Legende folgende Signaturen, die im Plan selbst mit roter Tinte vermerkt sind, aber teilweise bereits vergilbt und schwer lesbar sind:

  • AB: Erste Zeugstätte, Eisenhammer und Heindlmühle (4.Zeugstätte, Mittermühle, Badgasse 7/8)
  • CD: Zweite Zeugstätte, Schleifmühlen beim Segel (3.Zeugstätte, Wehrgrabengasse 4/6)
  • no: Segelgarten
  • p: Kohlanger
  • EF: Dritte Zeugstätte (2.Zeugstätte): Jocher´scher Kupferhammer (Fabrikstraße 27), Pfannenhammer dees Hr. Ries und Deuterpapiermühle (Altmühle, Wehrgrabengasse 12/14)
  • GH: Vierte Zeugstätte (1. Zeugstätte), Aichet-Eisenhammer (Fabrikstraße 31/33/35), Papiermühle Hofmann und Vogel (Wehrgrabengasse 30/32/34), Stampf-, Mahl- und Schleifmühlen (Fabrikstraße 37/39)
  • q: Drahtzug des Hr. Körbler,
  • r: Weinstabl Cotton- und Manchester Fabrik (Wehrgrabengasse 45/47)
  • s: Schlosswasserleitungsturm
  • t: Gsangsteg
  • u: in der Gsang
  • v: Teufelsbach
  • w: des Kaufmann May Schlössel
  • x: Große Falle oder Schleuse
  • z: alter Wehrdamm (heute Kugelfangwehr)
  • aa: Annakapellenwehr
  • bb: Annakapelle
  • cc: Herrenhaus, Kalkofen
  • ee: Pestkreuz
  • ff: der neue Dammbau im Jahre 1830 (Steinkasten)
  • gg: Kruglwehr
  • hh: Kruglbrücke
  • kk: Kanal
  • ll, mm, nn: k.k. Rohrhämmer
  • oo: Pfarrkirche Christkindl

 

Straßen in Steyr (Quelle: http://www.steyr.at/Strassennamen_L)

  • Joseph-Löw-Straße

Aufschließungsstraße auf den „Knogler-Gründen“.
Beschluss: Juni 1999
Joseph Löw (1770 – 1842) ist der Schöpfer von interessanten Aquarellen. Er beschäftigte sich vor allem mit dem Steyrer Wehrgraben. Von ihm stammt auch die „Topographisch-statistisch-technische Beschreibung“ dieses Stadtteils. Er fand sogar Würdigung im Österreichischen Biographischen Lexikon.

1842 Sterbebuch St.Michael Steyr Tod Loew

1842 Eintrag im Sterbebuch St.Michael-Steyr: Tod von „Joseph Löw, Zeichnungslehrer an der k.k. Kreishuptschule, in Linz gebürtig“, am 26.10.1842, Ursache: Entkräftung. Alter: 65 Jahre.

Biographisches Lexikon Österreich:

Löw Joseph, Maler und Zeichner. * Linz a. d. D., 14. 4. 1770; † Steyrdorf (O.Ö.), 26. 10. 1842. Erteilte von 1809–25 als Nachfolger J. Poestions an der Normalschule in Linz Zeichenunterricht, wirkte dann in gleicher Funktion an der Kreishauptschule in Steyr. War Mitarbeiter an der „Kirchlichen Topographie“ und schuf mehrere figurenreiche Darstellungen von hist. Ereignissen in Linz. Seine aquarellierten Tuschfederzeichnungen, die Radierungen und die zwischen 1830 und 1835 in der Linzer Offizin J. Hafners (s. d.) gedruckten großformatigen Lithographien sind zwar dilettant. Arbeiten, doch von topograph., hist. und volkskundlicher Bedeutung.

Werke:

  • Abbildung des feyerlichen Empfangs . . . Franz I. am 13. Juni 1814, 1816, Der Triumphbogen für Franz I. 1814, 1821, Der Fahnenschwur vom . . . Linien-Inf.-Rgt. Baron v. Hrabowszky, 1841, alle drei kolorierte Tuschzeichnungen, Stadtmus., Linz;
  • Ansichten von Linz, Steyr, Losenstein, Christkindl, Darstellungen des Traunfalls, des Kefermarkter Altars etc., Oberösterr. Landesmus., Stadtmus., beide Linz, und Heimathaus, Steyr.
  • Manuskript: Beschreibung von Losenstein und Umgebung, 1832, Stadtarchiv, Steyr.

Literatur:

  • Oberösterr. Heimatbll., Jg. 9, 1955, S. 3 ff.;
  • Kunstjb. der Stadt Linz, 1969, S. 28 f.;
  • Schmidt, Linzer Kunstchronik, Tl. 1, 1951, S. 67, 151 (irrig Johann L.);
  • Giordani, Die Linzer Hafner-Offizin, 1962, S. 154 ff.;
  • Die Hafner-Offizin im biedermeierlichen Linz (Katalog), 1962, S. 10 f., n. 3, 5;
  • Zöhrer, Alt-Linz, 1942, S. 113;
  • Neweklowsky, Die Schiffahrt und Flößerei im Raume der oberen Donau, Bd. 2, 1954, S. 323 ff. (irrig Jakob und Josef L.);
  • Schmidt, Linz in alten Ansichten, 1965, S. 41, 281 f., 311;
  • Marks, O.Ö. in alten Ansichten, 1965, S. 60 f.;
  • Schenk, Festschrift der Bundeslehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt in Linz, 1926, S. 64 f. (Wacha)
  • PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 5 (Lfg. 23, 1971), S. 283f.

Bilder aus der Fotosammlung von H. Kern:

Advertisements
Veröffentlicht unter Künstler, Maler | Kommentar hinterlassen

Johann Jacob Voith

K1024_1791 Brief an Joh.Jac.Voith von Nuernberg

(1733 – 1809)

Eisenhändler in Steyr

Die Eisenhandels-Firma J. J. Voith in Steyr (angegeben sind die heutigen Hausnummern)

1763   1. Juli: Johann Jacob Voith (1733 – 22.1.1809) aus Murnau in Bayern kauft das

Haus Grünmarkt 8 von Joh. u. Maria Estel

1766   gründet er hier die Eisenhandlung J. J. Voith

1777   2. September: heiratet er Barbara Redtenbacher aus Kirchdorf  (1756 – 2.3.1812 Steyr)

1783 kauft er das Schloss Engelsegg (heute: „Engelseck“, Redtenbachergasse 9)

1803   1. September: Aloysius (Vinzenz) Redtenbacher sen. (9.6.1782 Enns – 8.10.1860 Steyr) kauft das Haus Stadtplatz 39 mit 5000 fl. Kaufgeld der Voith´schen Eheleute; (Barbara Voith ist  seine Cousine.)

1804   15. März: Gründung einer Handlungsgesellschaft mit Vertrag zwischen Joh. Jac. und Barbara Voith bzw. Aloysius Redtenbacher sen., der nach zweijähriger              Dienstzeit als wirkl. Handelskompagnon aufgenommen wird. Nach dem Tod der       beiden Voiths erbt er deren Haus Grünmarkt 8. Nach zwei Jahren soll              Redtenbacher in das von ihm und den Voith´schen Eheleuten gekaufte Haus              Stadtplatz 39 übersiedeln und den vorgestreckten Kaufbetrag zurückzahlen.

1805   13. September: Aloysius Redtenbacher sen. heiratet Josepha Maria Mayrhofer              (11.3.1787 Steyr – 3.3.1833 Steyr), Wirtstochter vom Gasthaus  „Zur Goldenen   Krone“ Stadtplatz 24

1806   Kompagnon im Betrieb J. J. Voith und Übersiedlung nach Stadtplatz 39

1808   23. April: Geburt des Sohnes Alois Redtenbacher jun. als 3. Kind von insgesamt               5 Kindern (gest. 29.5.1876 Steyr)

1809   22. Jänner: Joh. Jac. Voith stirbt im Haus Grünmarkt 8

  1. Juli: Geburt des Sohnes Ferdinand Jacob Redtenbacher als 4. Kind              (gest.16.4.1863 Karlsruhe); im Taufbuch steht einmal Rettenbacher und auch Redtenbacher.  Er wurde ein berühmter Wissenschafter, Prof. für Mathematik und modernen Maschinenbau; Gedenktafel am Geburtshaus Stadtplatz 39

18..       Witwe Barbara Voith heiratet einen Herrn Höger

1812     2. März: Barbara Höger (verw. Voith) stirbt im Haus Grünmarkt 8; der Witwer Herr Höger erbt das Schloss Engelseck.

  1. März:  Aloysius und Josepha Redtenbacher erben das Haus Grünmarkt 8 und verkaufen es am 3. Oktober an Bernhard und Franziska Benedikt

Übertrag der radizierten Eisen–Geschmeid– und Nagelhandlungs–Gerechtigkeit                auf Haus Stadtplatz 39 als Fa. J. J. Voith. Da die Ehe der Voiths kinderlos ist, erbt Barbaras Cousin Aloysius Redtenbacher sen.

1860     8. September:  Aloysius Redtenbacher sen. stirbt und wird am Steyrer                Renaissance-Friedhof in der Familiengruft beigesetzt.

1861     5. Jänner: Alois Redtenbacher jun. erbt d. Haus Stadtplatz 39 u. d. Firma J. J. Voith

1870     Oktober: Johann (1840 – 16.12.1907) und Anna (1843 – 1929) Wolfartsberger                gründen eine Eisenhandlung im Haus seiner Mutter Grünmarkt 4,               Gasthaus  „Zum Grünen Kranz“

1876     Nach dem Tod von Alois Redtenbacher jun. am 29. Mai kaufen am 13. Juni                 Johann und Anna Wolfartsberger das Haus Stadtplatz 39 und die Fa. J. J. Voith.                Gleichzeitig lösen sie ihre Eisenhandlung am Grünmarkt 4 auf.

1907     Nach dem Tod von Johann Wolfartsberger erben seine Söhne Johann jun.                (1871 – 1955) und Josef (1872 – 1955) das Haus und die Fa. J. J. Voith

1954     Die Eisenhandlungsfirma Hofer kauft das Haus und führt den Namen J. J. Voith                weiter in der Haushalts- und Ofenabteilung

Während des zweiten Weltkrieges wurden in den Jahren 1943/44 bei vielen Häusern in Steyr die Dachböden geräumt und die Holzbalken mit Kalk bemalt, um einen Brandschutz nach ev. Bombentreffern zu haben. Dabei wurde im Haus Stadtplatz 39 die alte Korrespondenz der Fa. J. J. Voith (incl. Redtenbacher und Wolfartsberger) entsorgt. Ein Teil davon gelang in den Besitz des Steyrer Briefmarkenhändlers Konrad Hahn in der Enge Gasse. Der größte Teil wurde in die Haunoldmühle in Obergrünburg gebracht und als Altpapier verarbeitet. Auch hier gelangten Briefe in private Hände, denn der dortige Konsumleiter Herr Wegscheider hatte die Erlaubnis, aus dem Altpapier Briefmarken zu entnehmen. Heute tauchen viele „gerettete“ Voith-Briefe am Markt auf und werden zum Verkauf angeboten.

Nachweis: Der Text wurde zusammengestellt von Ernst Schimanko mithilfe von Herbert Schmidinger aus Steyr im September 2017.

K1024_1892 Rechnung J.J.Voith Inh.Wolfartsberger

1892 Rechnung von J.J. Voith (Geschäftsname) über diverse Eisenwaren im Wert von 49 Gulden 20 Kreuzer an Ludwig Werndls Erben. Rechnung wird unterzeichnet vom Geschäftsinhaber Joh. Wolfartsberger am 16.1.1892

K1024_1815 Brief an Voith von Nuernberg

K1024_1815 28.7. Innentext

1815 Brief über die Einlangung der bestellten Waren. Das Geschäft heißt „Joh.Jac.Voith“, der Inhaber ist aber Redtenbacher. Das ist also ein „unechter“ Voithbrief, da der Geschäftsgründer Joh.Jac.Voith schon 1809 verstorben ist.

K1024_1791 Brief an Joh.Jac.Voith von Nuernberg2K1024_1791 Brief an Joh.Jac.Voith von Nuernberg

K1024_1791 29.9. Brieftext innen

1791 Bestellung von Maultrommeln für Bielitz und Seeberger in Nürnberg bei Joh. Jacob Voith am 29.9.1791; das ist ein „echter“ Voith-Brief, da der Geschäftsinhaber Voith noch am Leben ist.

K1024_1791 24.10.Brieftext Innenansicht

1791: Bestellung von Maultrommeln für Bielitz und Seeberger in Nürnberg bei Joh.Jac. Voith in Steyr am 24.10.1791. Der Geschäftsinhaber Voith ist noch am Leben.

 

K1024_voith geschaeft

Grünmarkt 8: Hier befand sich bis 1809 die Eisenhandlung des Johann Jacob Voith (+22.1.1809), danach befand sich die Firma J.J. Voith am Stadtplatz 39, Geschäftsinhaber war Aloysius Redtenbacher

 

Veröffentlicht unter Unternehmer | Kommentar hinterlassen

Caspar Thierfelder

 

Titel Thierfelder Rechenbuch 1587

Um 1525 – um 1594

Schul- und Rechenmeister in Steyr

 

Bild: Gedrucktes Rechenbuch 1587 von Thierfelder

  • Geboren angeblich 1525
  • Gestorben wahrscheinlich 1594 in Steyr

Kurze Biografie nach den Angaben auf Wikipedia (eingesehen Mai 2017): Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_Thierfelder

Über Thierfelders Leben ist wenig bekannt, er wirkte zur Mitte des 16. Jahrhunderts als Rechenmeister in Freiberg. Im Jahre 1564 veröffentlichte Thierfelder zusammen mit einem weiteren Freiberger Rechenmeister, Oswald Ullmann, bei Bärwald in Leipzig ein Rechenbuch. Wenig später verließ Thierfelder die sächsische Bergstadt und ging nach Österreich. Als Grund für den Weggang benannte er seinen fehlenden Unterhalt wegen des Wegsterbens der meisten Schüler.

Im März 1567 wurde Thierfelder zum Schul- und Rechenmeister zu Steyr bestellt. Neben einem festen Sold gewährte ihm die Stadt eine freie Wohnung und Beholzung sowie zwei Stuben zur Schulhaltung. Viele seiner Rechenaufgaben bezogen sich praxisnah auf den Verkauf von Eisenwaren aus Steyr nach Venedig.[2] Die letzte Erwähnung Caspar Thierfelders datiert von 1594, es wird angenommen, dass er in diesem Jahre verstarb.

Caspar Thierfelder hatte zwei Söhne, die in die Fußstapfen des Vaters traten. Daniel und Basilius Thierfelder waren bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts in Oberösterreich als Schul- und Rechenmeister tätig. 1594 fertigte Daniel Thierfelder für den Linzer Bürger Linhard Wasserbeck einen Steckkalender.[3] Wahrscheinlich verließen seine Nachkommen Oberösterreich nach der Gegenreformation.

Publikationen:

  • Oswald Ulmanns und Caspar Thierfelders Newes Kunst=Rechenbuch auf der Linie und Feder, Freybergk 1564, gedruckt bey Jakub Bärwald in Leipzig
  • Caspar Thierfelder: Arithmetica oder Rechenbuch auff den Linien und Ziffern, Nürnberg 1587. Link zum online-Buch

Valentin Preuenhueber in: Annales Styrenses: sammt dessen übrigen historisch- und genealogischen Schriften.- Nürnberg 1740 (online: https://books.google.at/books?redir_esc=y&hl=de&id=aBZPAAAAcAAJ&q=thierfelder#v=snippet&q=thierfelder&f=false )

Hier heißt es:

1567

„Es wurde auch in diesem Jahr (1567) eine Teutsche Schul-Ordnung, durch gemeldtes Ministerium gestellt, und darauf in Monath Martio Caspar Thierfelder, der berühmte Rechnemeister von Freyburg aus Meissen aufgenommen zu einem teutschen Schulhalter und Rechenmeister. Deme nach dem Tod sein beyden Söhne Daniel und Basilius in solchem Schuld-Dienst gefolget sind.“

Aus dem Artikel von Alfred Hoffmann, Linz (1979)

  • Alfred Hoffmann: Das Rechenbuch des Steyrer Rechenmeisters Caspar Thierfelder vom Jahre 1587 als wirtschaftsgeschichtliche Quelle. In: Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte. 1, 4, ISSN 0723-5461, S. 678–693.

„Angesichts der weitreichenden Handelsbeziehungen mussten die Steyrer Bürger auf eine gute Ausbildung ihrer Söhne in den kaufmännischen Fächern bedacht sein. Einen besonderen Aufschwung erlebte das Schulwesen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Protestantismus, der bis in die Wende um 1600 das Glaubensleben der Stadt fast völlig beherrschte.“

Die Berufung von Thierfelder 1567 nach Steyr geht auf den neuen Prediger Basilius Camerhoffer in Steyr zurück, der seinen „Gevatter“ Caspar Thierfelder, der ebenfalls aus der gleichen Stadt wie Camerhofer stammt, nämlich aus Freiberg in Sachsen, bei den Steyrern empfahl. Im Schuldienst war auch Frau Thierfelder für Mädchen tätig und später deren Söhne Daniel und Basilius. Noch ein Verwandter fand Aufnahme in der Steyrer Schule, das war der Schwager Christoph Ullmann, der „trotz schlechter Schrift“ in Steyr angestellt wurde.

Thierfelder galt als „berühmt“ (nach dem Chronisten Valentin Preuenhueber), weil er literarisch tätig war und Rechenbücher erstellte. Schon bevor er nach Steyr kam, veröffentlichte er zusammen mit seinem Schwager Oswald Ulmann ein Rechenbuch, gedruckt in Freiberg. (Link: https://books.google.at/books?id=cxtaAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false )

1587 veröffentlichte er „Ein neues Rechenbuch auf den Linien und Ziffern…“ gedruckt in Nürnberg, das genau auf die Landesverhältnisse (in Steyr) abgestimmt war, wie er in der Vorrede bemerkte. Für dieses Werk gibt es noch zwei handschriftliche Versionen von 1584. Nach Thierfelders Tod veröffentlichte der Sohn Basilius Thierfelder 1614 ein Rechenbuch nach den Vorgaben seines Vaters.

1564 rechenbuch Oswald Ulmann und Caspar Thierfelder

1564: Titel des Rechenbuches von Oswald Ulman und Casparum Thierfelder, gedruckt in Freiberg

1567 Preuenhueber Eintrag Thierfelder S.281

Valentin Preuenhueber: Annales, S. 281 (Erwähnung Thierfelder als Lehrer in Steyr)

Titel Thierfelder Rechenbuch 1587

1587 Titelbild der Arithmetica oder Rechenbuch 

 

Aus: Steyrer Kalender 1952: „Schulen in Steyr 16. Jahrhundert“ – Die Protestantische Lateinschule – „Schule am Perg“ und „Die Neutorschule“

„Im Hause Berggasse 46 (Langensteiner), das einst auch die mittelalterliche Stadtschule beherbergte, befand sich höchstwahrscheinlich bis nach 1560 die protestantische Lateinschule. Als 1559 Kaiser Ferdinand die Ruinen des 1522 abgebrannten Dominikanerklosters der Stadt übergeben hatte, sorgte diese für den Wiederaufbau desselben und verlegte in dieses Gebäude die Lateinschule. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts erlebte Steyr wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die alten Schulmeister Perger und Fraidler waren den Anforderungen der Zeit wohl nicht mehr gewachsen, wahrscheinlich auch nicht der 1567 erwähnte Schulhalter Sebald Ruffer. Man verlangte daher einen Schulmeister, der auch einen guten Rechenunterricht erteilen konnte. Durch die Vermittlung des Pastors Basilius Kammerhofer wurde vom Rate der berühmte Schul- und Rechenmeister Kaspar Thierfelder nach Steyr berufen. „Sterbensläuste“ zwangen ihn, Freiberg in Meissen zu verlassen. Thierfelder, der damals bereits auf eine vierzehnjährige Schuldienstzeit zurückblicken konnte, verlangte für seine schulmeisterliche Tätigkeit zwei Stuben, eine für Knaben und eine für die Mädchen. Auch seine Frau, so berichtet er in seinem sauber geschriebenen Gesuch vom 17. März 1567, unterrichte schon acht Jahre und könne die Mädchen im Lesen und Schreiben unterweisen. Er würde diese Lehrgegenstände neben Arithmetik und Geometrie bei den Knaben übernehmen. Der neue Schulmeister bezog die Räume der alten Stadt- bzw. Lateinschule. Im Dezember 1576 war das uralte Gebäude schon so baufällig, dass es gepölzt werden musste. Es war dies ein unhaltbarer Zustand, der für die Bürgerschaft zum Gegenstand des Spottes wurde und die Stadtbehörde zwang, andere Schulräume ausfindig zu machen. Infolge der hohen Schuldenlast der Stadt konnte die auf 1500 Gulden geschätzte Instandsetzung des Gebäudes nicht vorgenommen werden. Man wollte daher im Hause eine Schulwohnung mieten. Da aber auch dieses Vorhaben zu große Unkosten verursacht hätte, wurde in der Ratssitzung vom 29. März 1577 die Verlegung der Bergschule in das Neutorgebäude beschlossen und im Sommer die Übersiedlung vollzogen. “

Die Neutorschule

„Das große Hochwasser des Jahres 1572 zerstörte zahlreiche Gebäude am linken Ennsufer, u.a. auch die Lateinschule und die zwei oberen Tore. Aus Wien wurden die kaiserlichen Baumeister Bernhard Camada und Merth Hager herbeigeholt und um ihr Gutachten für den Wiederaufbau der eingestürzten Häuser und Befestigungsanlagen befragt. Etwas später als die Lateinschule, sie konnte im November 1575 wieder bezogen werden, dürfte das mächtige Neutor, ein Doppeltor fertiggestellt worden sein. Als „obristen“ Baumeister nennen die Ratsprotokolle Jakob Späz.

Im Jahre 1577 ließ der Rat im Obergeschoß des wuchtigen Torgebäudes an der oberen Brücke die Schulwohnung von Kaspar Thierfelder einrichten. Das Brückengeländer wurde bis zum ersten Joch hinaus beiderseits mit Latten eng vernagelt und dem Torhüter ernstlich befohlen, keine Kinder auf die Brücke hinauszulassen. Der Schulmeister wurde beauftragt, die Schüler bei ihrem Weggang nach dem Unterricht zu beaufsichtigen und sie heimzuschaffen. Die Schonung der Schulzimmereinrichtung, vor allem der Oefen, legte man ihm besonders nahe, „sonst khunde man es hernach von gemainer Statt wegen nit wider machen lassen.“

Als besonders befähigter Mathematiker begann Thierfelder schon 1570 mit der Abfassung eines arithmetischen Lehrbuches, das 1587 bei Leonhard Heußler in Nürnberg gedruckt wurde. Der Verfasser widmete dieses mit zahlreichen praktischen Rechenbeispielen versehene Lehrbuch den Edlen, Ehrnvesten, Fürsichtigen, Ehrsamen und Weysen Herren, Bürgermeystern, Richter und Rat, der löblichen Statt Steyer im Ertzhertzogthumb Oesterreich ob der Enns gelegen“

Vermutlich im Jahre 1594 starb Kaspar Thierfelder, der bedeutendste deutsche Schulmeister der Stadt Steyr in der Reformationszeit. Bis 1596 dürfte sein Sohn Daniel vorübergehend den Unterricht an der Neutorschule geleitet haben. Ende Juli 1596 wurde vom Rate sein Bruder Basilius mit diesem Schuldienst betraut. Der Schulmeister Konrad Franck und der Maler Adam Dorninggs, die sich ebenfalls um diese Lehrstelle beworben bemühten, wurden von der Stadtobrigkeit abgewiesen.  (aus: Steyrer Kalender 1952)

Präsentation des Schulprojektes HAK Steyr und HAK Villach am 28. Juni 2017 im Stadtmuseum Steyr Innerberger Stadel:

Filmbericht RTV Steyr: Link: http://www.regionaltv.at/mediathek/beitrag/132714

Biografie Caspar Thierfelder Präsentation:

„Die Handelskarte“:

Rechenbeispiele:

„Arithmetische Folgen“

Il Regula di tri (Schlussrechnungen):

Wurzelziehen:

Rechenbrett:

Videos:  Addition –  https://youtu.be/LYtwmejHpcI   und Multiplikation mit Rechenbrett – https://youtu.be/qkYDGicXafI

Präsentation „Schule im Mittelalter“

 

 

Veröffentlicht unter Persönlichkeiten | Kommentar hinterlassen

Johann August Dürrnberger

0-durrnberger-foto-m-quelle(1800 – 1880)

Komponist und Lehrer

  • Geboren am 10. März 1800 in Pernstein bei Micheldorf, OÖ
  • Gestorben am 6. Februar 1880 in Steyrdorf 75

Johann August Dürrnberger wurde am 10.3.1800 in Pernstein b. Micheldorf in OÖ. als Sohn des Hofschreibers Michael Dürrnberger geboren.

 Stationen seines Lebens:

  • 1809 – 1817 Besuch des Stiftsgymnasiums Kremsmünster
  • 1817     Beginn des Jusstudiums in Jena (Deutschland)
  • Anschließend Buchhaltungspraktikant in Linz
  • Musikstudium in Wien an der Lehrerbildungsanstalt St.Anna – Prüfung in Harmonielehre und Generalbass. 1) Diplom des Konservatoriums d. Musikfreunde 1843 (Professoren-Titel verliehen).
  • 1832 – 1861 Unterricht an der Linzer Präparandie (Lehrerbildungsanstalt) in den Fächern Harmonie- u. Generalbass-Lehre, Chorgesang sowie auch Unterricht für Gymnasialschüler in Kirchengesang und Orgelspiel. 1) 1841 Verfasser des Elementar-Lehrbuches der Harmonie- und Generalbasslehre.

In diese Zeit fällt auch sein Unterricht Anton Bruckners (1840-1841) an der Linzer Präparandie, den Anton Bruckner am 30.7.1841 bei Dürrnberger mit Prüfungen in Musiktheorie und Orgelspiel abschloss.    2)

Johann August Dürrnberger war ab 1820 durch 45 Jahre als o.ö. Landesbuchhalter tätig und übte dank der guten Besoldung als Landesbeamter seine Tätigkeit als Lehrerbildner in Linz ehrenamtlich aus.

Anton Bruckner – ein Schüler von Johann August Dürrnberger

Zitat: „ Musikalische Ausbildung   (Anmerkung: ANTON BRUCKNERS)

Oktober 1840 18.08.1841: Linz

Unterricht bei Johann August Dürrnberger (1800-1880, von Beruf Rechnungsbeamter der oberösterreichischen Landesregierung, studiert nach Gymnasialzeit in Kremsmünster am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, schließt mit dem dort verliehenen Titel Professor ab; Organist an der Linzer Minoritenkirche) – Bruckner bekommt seine erste systematische Unterweisung in Harmonielehre. Dürrnbergers Vorgehen im Unterricht ist in seinem „Elementar-Lehrbuch der Harmonie- und Generalbaßlehre“ (Linz 1841) überliefert, das Bruckner so sehr schätzt, daß er es bis ins Alter seinem eigenen Unterricht zugrunde legt.

  1. Juli: Zeugniss – Prüfender der musikalischen und musiktheoretischen Kenntnisse ist Johann August Dürrnberger – enthält zwei „Sehr gut“ und „in dem praktischen Theile“, d.h. Orgelspiel ein „Gut“ (was Bruckner sehr kränkt) Windhaag, ab August: ist (er) auf Selbststudium angewiesen. ……“

Zitat-Quelle: http://zellermanfred.org/D%C3%BCrrnberger/5229-bruckner-chronik-1841-a.html (ex: Das 3. Ohr – Das Klassikforum für die NEUE Art des MusikHÖRENS)

 1840-1841-durrnberg-bruckners-lehrer

„….Die Lehrerausbildung in Linz   (Anmerkung: Anton Bruckners)

Bei seinem ersten Aufenthalt in Linz geht es Bruckner seinem Beruf entgegen: Er wird zum Lehrer und zum Schulgehilfen ausgebildet.

Die Ausbildung erstreckte sich nicht nur auf die eigentlichen Schulgegenstände und der Unterrichtspraxis, sondern auch auf Musiktheorie, Orgel, Klavierspiel und auf Gesang. Gewohnt hat Bruckner in dem Haus Pfarrgasse Nr. 11. Sein täglicher Schulweg führte ihn in die steil ansteigende Hofgasse Nr. 23. Dort unterrichtete Johann August Dürrnberger Musik. Die Wissbegierde von Anton Bruckner in Musiktheorie sticht richtig hervor, wie zum Beispiel füllte er seine Notenblätter mit endlosen Notizen. Aus dem von Dürrnberger geschriebenen „Classifications – Abschluss“ von 1841 ragte Bruckner mit seinen sehr guten und guten Erfolgen hervor.

Nicht nur die Wissensvermittlung von Dürrnberger formte ihn, sondern auch der Mensch Dürrnberger selbst prägte das Leben des jungen Anton Bruckners. Sein Lehrer und dessen Unterricht das waren die Hautquellen für seine musikalischen Inspirationen. 1841 absolvierte Bruckner die Abschlussprüfung unter dem strengen Direktor Johann Nepomuk Pauspertl v. Drachenthal. Diese bestand er mit einem ausgezeichneten Erfolg. Somit konnte Bruckner als „Gehülfe an Trival-Schulen“ verwendet werden.  ….“

Zitat aus: „Der Sängerknabe von St. Florian, Ausbildung zum Lehrer“

Quelle:   http://www2.eurogym.info/Unterricht/Projekte/BRUCKNERWEB/Thema3.htm

Johann August Dürrnberger – Lehrer Anton Bruckners

Zitat aus einem Bericht über den Vortrag von Wolfgang Mayer am 20. Oktober 2009

„…. Dann kam er zum Hauptthema dieses Vortragsabends, nämlich zu August Dürrnberger (1800-1880), einen wichtigen Lehrer Anton Bruckners, der auch selbst eine Reihe von Kompositionen hinterließ.

Johann August Dürrnberger schrieb Kirchenkompositionen, zwei Bühnenwerke sowie Unterhaltungsmusik. Bruckner besuchte im  Jahre 1840/41  in Linz einen zehnmonatigen Kurs an der Präparandie (Lehrerbildungsanstalt), der ihn nach Ablegung der erforderlichen Prüfungen dazu befähigte, an Trivialschulen als Schulgehilfe zu unterrichten. Sein Musik- und Orgellehrer Johann August Dürrnberger, der ihm die „Kunst der Fuge“ von Bach besonders an Herz gelegt hatte, stellte ihm ein hervorragendes Zeugnis als Musikpädagoge aus. Bemerkenswert in der Biographie Dürrnbergers ist, dass er nicht nur ein überaus geschätzter hoher Beamter war, sondern auch eine Reihe von ehrenamtlichen Tätigkeiten im Linzer Kulturleben ausfüllte. Die erwähnte Lehrtätigkeit übte er ebenfalls viele Jahre unbesoldet aus…..“

 

Werke:

Dürrnberger komponierte Kirchenmusik, mehrere Messen  (darunter die „Missa pastoralis“ in B-Dur), Kantaten, Lieder, Oratorien, verfasste  Gesangsbücher für Schulgottesdienste, komponierte auch Unterhaltungsmusik, auch für die Blasmusik sowie auch Walzer und zwei Opern. 1) 4))

Auszeichnungen:

  • Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone
  • Titel „Professor“

Beziehungen zwischen Dürrnberger und Anton Bruckner:

Zeitlebens blieb Dürrnberger mit Anton Bruckner freundschaftlich verbunden. Nicht nur die Wissensvermittlung von Dürrnberger formte ihn (Bruckner), sondern auch der Mensch Dürrnberger selbst prägte das Leben des jungen Anton Bruckners. Sein Lehrer und dessen Unterricht  waren die Hautquellen für seine musikalischen Inspirationen. 3)

Nach seiner Pensionierung (1865) verzog Dürrnberger mit seiner Familie nach STEYR, wo sein Sohn als Pfarrer der Vorstadtpfarre St. Michael wirkte. Auch hier besuchte ihn Bruckner, sooft er dahin kam. Zum 70. Geburtstagsfest seines Lehrers bereitete ihm Bruckner „einen solennen Fackelzug mit großer Ovation“.  4)

J.A.Dürrnberger war verheiratet mit Elisabeth, geb.Niedermayr (1805 – 1879). Im Sterbebuch der Vorstadtpfarre scheint als Sterbeort der Gattin und der Tochter Michaela (1831 – 1874) die Adresse „Steyrdorf 171“ auf.

Am 6.Februar 1880 verstarb Dürrnberger in Steyr. Als Sterbeort findet sich in der Matrik der Vorstadtpfarre die Adresse „Steyrdorf 75“.

Heute existiert auf dem Friedhof von Steyr im 1. Abschnitt (nunmehrige Gruft Stohl) noch die Grabinschrift für das Ehepaar Dürrnberger sowie für die Tochter Michaela.

Zusammenstellung: Heinz Kern (2016)

1) www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_D/Duerrnberger_Johann.xml ; 2) Das 3. Ohr – Das Klassikforum für die NEUE Art des MusikHÖRENS  bei:    http://zellermanfred.org/D%C3%BCrrnberger/5229-bruckner-chronik-1841-a.html ; 3) Zitat aus: „Der Sängerknabe von St. Florian, Ausbildung zum Lehrer“       Quelle:   http://www2.eurogym.info/Unterricht/Projekte/BRUCKNERWEB/Thema3.htm 4) Festschrift d. Kirchenmusikvereinigung Sancta Caecilia, Steyr bei:     www.kirchenmusik-steyr.at/kirchenmusikvereinigung_sancta_caecilia_steyr012.htm ;

 

Links zu Johann August Dürrnberger:

http://digi.landesbibliothek.at/viewer/toc/AC07034784/1/-/

http://zellermanfred.org/D%C3%BCrrnberger/5229-bruckner-chronik-1841-a.html

http://zellermanfred.org/D%C3%BCrrnberger/D%C3%BCrrnberger%20August.htm

http://www2.eurogym.info/Unterricht/Projekte/BRUCKNERWEB/Thema3.htm

http://www.ooegeschichte.at/themen/kunst-und-kultur/musikgeschichte-oberoesterreichs/anton-bruckner/biografie.html

http://www.ooegeschichte.at/pic.html?tx_theme_pi3%5Bfile%5D=%2Fmedia%2Fbilder%2Fallgemein%2Fthemen%2Fkunstundkultur%2Fmusikgeschichte%2Ferich%2Fjohann_august_duerrnberger.jpg&cHash=9e45389d48cd5b584579931d0fbd07b6

http://www.bruckner-online.at/?page_id=42

http://www.kirchenmusik-steyr.at/kirchenmusikvereinigung_sancta_caecilia_steyr012.htm

http:/www.kirchenmusik-steyr.at/zettel_2012_01_15.pdf

https://books.google.at/books?id=yLg7ftUQsT0C&pg=PA120&lpg=PA120&dq=johann+august+d%C3%BCrrnberger&source=bl&ots=_mzRRLqCQm&sig=FhQlsoNGRlGUF0RH6XAQ2grp6u0&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjq0J3dmprQAhVIWxoKHXRND9M4ChDoAQgwMAc#v=onepage&q=johann%20august%20d%C3%BCrrnberger&f=false

http://anton-bruckner.heimat.eu/linz_01.htm

 

 

 

Veröffentlicht unter Künstler, Musiker | Kommentar hinterlassen

Gunter Damisch

damisch.portraet

(1958 – 2016)

Maler, Plastiker und Lehrer an der Akademie der Bildenden Künste

  • Geboren am 20. Mai 1958 in Steyr
  • Gestorben am 30. April 2016 in Wien

Gunter Damisch wurde am 20. Mai 1958 in Steyr geboren. Er machte 1977 die Matura am Musikgymnasium in Linz. Das Studium in Wien begann er mit einigen Semestern Medizin, Germanistik und Geschichte. Nach einem Kurs an der Sommerakademie Salzburg bei Claus Pack studierte er von 1978 bis 1983 an der Akademie der Bildenden Künste Wien in der Meisterklasse der Professoren Maximilian Melcher und Arnulf Rainer. 1992 übernahm er eine Gastprofessur an der Wiener Akademie, Meisterklasse für Grafik und war dort seit 1998 Ordentlicher Professor.

„Der stilprägende Wilde Gunter Damisch ist tot. Der Steyrer war einer der wichtigsten zeitgenössischen Maler. Er war eine der prägenden Künstlerpersönlichkeiten Österreichs.“ (OÖN 2.Mai 2016, S.16).

In den 1980er Jahren spielte er in der Wiener Punkband „Molto Brutto“ auf den Instrumenten Bass und Orgel.

Gunter Damisch lebte und arbeitete in Wien und Freidegg (Mostviertel, NÖ., Gemeinde Ferschnitz)

Sein Stil machte ihn zum international bedeutendsten Vertreter österreichischer Gegenwartskunst.

Im April 2016 erlag er einer Krebserkrankung. (nach: Gunter Damisch  auf Wikipedia)

 

Seit 1981 zeigte er seine Werke in Ausstellungen.

Link zu den Ausstellungen auf der Homepage von G. Damisch:

http://www.gunter-damisch.at/

Biographie von der Homepage des Künstlers:

1958 Geboren in Steyr / Oberösterreich
1977 Matura in Linz
1977 – 1983 Akademie der Bildenden Künste, Wien Meisterklasse Prof. Max Melcher und Prof. Arnulf Rainer Diplom der Grafik
1983 Römerquelle Kunstpreis
1985 Otto Mauer Preis Max Weiler Preis
1991 Karl Rössing Preis
1992 Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste, Wien Meisterklasse für Grafik
1995 Preis der Stadt Wien
1996 Anton Faistauer-Preis für Malerei des Landes Salzburg
1998 Ordentliche Professur an der Akademie der Bildenden Künste, Wien Preis bei der 2. Internationalen Graphiktriennale, Prag Oberösterreichischer Landeskulturpreis für Graphik
2011 Würdigungspreis Land Niederösterreich

(Lebenslauf von der Homepage: www.gunterdamisch.at)

Viele Auszeichnungen erhielt Gunter Damisch für seine Werke (nach: Gunter Damisch auf Wikipedia)

1983 Römerquelle-Kunstwettbewerb

1985 Otto-Mauer-Preis, Max Weiler Preis

1991 Karl-Rössing-Preis

1995 Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst

1996 Anton-Faistauer-Preis für Malerei des Landes Salzburg

Preis bei der 2. Internationalen Graphiktriennale, Prag

1998 Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Bildende Kunst

2011 Niederösterreichischer Kulturpreis Würdigungspreis für Bildende Kunst

 

Link zur Website der Akademie der Bildenden Künste:

„Die Akademie trauert um Gunter Damisch“

https://www.akbild.ac.at/Portal/organisation/uber-uns/news/die-akademie-trauert-um-gunter-damisch-1958-1916?set_language=de&cl=de

LINKS zu Gunter Damisch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Damisch

http://noe.orf.at/news/stories/2615469/)

http://noe.orf.at/news/stories/2771718/

http://www.zeitkunstnoe.at/de/kuenstlerinnen/detailansicht/gunter-damisch

https://www.land-oberoesterreich.gv.at/174389.htm

http://www.heute.at/freizeit/kultur/Gunter-Damisch-ist-tot;art23668,1283421

http://derstandard.at/2000036059150/Maler-Gunter-Damisch-ist-tot

Videos zu Gunter Damisch:

http://www.kt1.at/kultur/video/gunter-damisch-vom-wachsen-und-werden/

Video auf dem Youtube-Kanal:

 

OÖN.Nachruf.2.5.2016

Krone.2.5.2016.Nachruf

damisch.portraet

Nach dem Bericht in „Heute“ vom 20.6.2016 soll Gunter Damisch ein Ehrengrab am Zentralfriedhof Wien erhalten. Sein Grab ist dann in unmittelbarer Nachbarschaft von Karikaturist Manfred Deix, Ex-ORF-General Gerd Bacher und Star Udo Jürgens. (Quelle: Gratiszeitung „Heute“ vom 20.6.2016, Seite 8/9)

Damisch.Ehrengrab Zentralfriedhof

Veröffentlicht unter Bildhauer, Künstler, Maler, Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Franz Lugmayer

Lugmayer

(1928 – 2016)

Oberschulrat, Direktor in Großraming

Konsulent für Volksbildung und Heimatpflege

  • Geboren am 8. September 1928
  • Gestorben am 13. April 2016 in Steyr

aus dem Nachruf für Konsulent Direktor Lugmayer in den Tips vom 4.5.2016:

„Franz Lugmayer war Konsulent für Volksbildung und Heimatpflege. Er galt als Doyen der Erwachsenenbildung und leitete 15 Jahre lang die Volkshochschule der AK. Er war Lehrer an der Hauptschule Großraming und später deren Direktor. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderen den Leopold-Kunschak-Preis.

Seine historischen Arbeiten fanden Eingang im neuen Österreich Lexikon 1995. Das Buch „Eisen- und Stahlschnitt“ wurde in die Reihe der schönsten Bücher Österreichs aufgenommen.“

 

Veröffentlicht unter Persönlichkeiten | Kommentar hinterlassen

Walter Wippersberg

portraet.wippersberg

(1945 – 2016)

Schriftsteller – Regisseur – Universitätsprofessor – Fotokünstler

  •  Geboren am 4. Juli 1945 in Steyr
  • Gestorben am 30.Jänner 2016 in Steyr

Schulbesuch und aufgewachsen in Steyr (Name damals: Walter Wippersberger).

Verschiedene Studien (Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte, Psychologie) an der Universität Wien, kein Abschluss. In dieser Zeit war er auch Bühnenbildner und Regisseur. 1967 Eheschließung mit Tonja Grüner, 2 Kinder;  wohnhaft in der Jugend in Steyr (Schlüsselhofgasse und Karl-Marx-Straße), dann auch in Wien und Losenstein.

Ab 1990 als ordentlicher Professor für Drehbuch und Dramaturgie an der Wiener Filmhochschule tätig.

Auszeichnung und Ehrung: 2015 wurde Walter Wippersberg das Ehrenzeichen der Stadt Steyr überreicht.

Walter Wippersberg zählt zu den erfolgreichsten und produktivsten Literaten, Regisseuren und Filmemachern des Landes. Geboren ist Walter Wippersberg in Steyr, die ersten fünfzehn Jahre seines Lebens hat er im Haus Schlüsselhofgasse 34 gewohnt, bis zur Matura im Jahr 1964 am Bundesrealgymnasium Steyr hat Walter Wippersberg auf der Ennsleite im Haus Karl-Marx-Straße 1 gelebt. Heute lebt er in Losenstein und Wien. Walter Wippersberg ist emeritierter Universitätsprofessor der Wiener Filmakademie, an der er von 1990 bis 2011 als Leiter der Klasse „Drehbuch und Dramaturgie“ tätig war. Die Verbindung zu Steyr hat Walter Wippersberg nie abreißen lassen, auch als er schon in Wien und Losenstein gelebt hat. So arbeitetet er bei vielen Kulturinitiativen mit: unter anderem bei atelier 65, Junges Steyr, der Galerie Schnittpunkt und der Galerie Siebenstern. Intensiv engagiert hat er sich gegen die Zuschüttung des Wehrgrabens. In diesem Zusammenhang ist ein Fotoband von Walter Wippersberg erschienen mit dem Titel „Der Wehrgraben in Steyr“.

Für die oberösterreichische Landesaustellung 1987 hat Walter Wippersberg einen Katalogband geschrieben. 1990 hat er im Landesverlag Linz das Buch „Die Stadt Steyr“ herausgegeben. Gründlich hat sich Walter Wippersberg in drei großen, oft gesendeten Rundunk-Features unter dem Titel „Steyrer Trilogie“ mit der Steyrer Zeitgeschichte beschäftigt.

Später hat Walter Wippersberg auch einmal von seiner Kindheit und Jugend in Steyr erzählt und von ein paar Monaten im Jahr 2006, die von einer lebensbedrohenden Krankheit bestimmt waren und die Walter Wippersberg ins Steyrer Krankenhaus zurückgeführt haben. Das Buch heißt: „Eine Rückkehr wider Willen, zwei Berichte über mich“. Der Film „Das Fest des Huhnes“, in dem afrikanische Forscher auf die sonderbaren Riten in Oberösterreich stoßen, ist im Jahr 1992 gedreht worden.

Für seine Werke ist Walter Wippersberg oftmals ausgezeichnet worden: unter anderem mit dem Österreichischen Staatspreis für Kinderliteratur, mit dem Kulturpreis des Landes Oberösterreich und mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich.

(Auszug aus dem Bericht zur Verleihung des Ehrenzeichens der Stadt Steyr für besondere Leistungen im kulturellen Bereich an Walter Wippersberg im September 2015 (Wochen-Zeitschrift „TIPS“   v. 15.9.2015, Robert Hofer ). Dieser Beitrag erschien gleich- lautend auch im Amtsblatt der Stadt Steyr 9/2015, S.12)

Werk-Liste (Auswahl unvollständig):

Nachstehende Liste gibt nur einen Teil des umfangreichen Schaffens Walter Wippersbergs wieder.

Siehe dazu auch den Link: http://www.walterwippersberg.at/werkverzeichnis.html#buecherautor

Bücher: Autor von Romanen, Hörspielen, Drehbüchern und Essays; Fotobänden.

Humorvolle Kinderbücher (für seine Kinder) – diese wurden auch vielfach ausgezeichnet und übersetzt,  z.B.:

  •        Der Kater Konstantin
  •          Max der Unglücksrabe
  •          Schlechte Zeiten für Gespenster
  •          Gute Zeiten für Gespenster
  •          Ein Winter mit Piraten
  •          Julias Hexe
  •          Schlafen auf dem Wind
  •          Herr Sokrates und die veilchenblaue Dame
  •          Der Kater Konstantin wird berühmt
  •          Konstantin auf Reisen
  •          Der Ritter von der traurigen Gestalt
  •          Schlafen auf dem Wind
  •          Augenzeugen
  •          Erik und Roderik

Die Stadt Steyr (Bildband)

Der Wehrgraben in Steyr

Der Krieg gegen die Raucher

Romane für Erwachsene:

  •  Gegenlicht
  • Ein Anfang von Etwas

Österreichische Trilogie:

  •        Die Irren und die Mörder
  •          Ein nützlicher Idiot
  •          Die Geschichte eines lächerlichen Mannes

Essays:

  • Einiges über den lieben Gott.Wie er erfunden wurde und wohin das  geführt hat.
  •   Eine Rückkehr wider Willen. Zwei Berichte über mich.

Drehbücher:

  •        Das Fest des Huhnes
  •          Dunkles, rätselhaftes Österreich
  •          Die Wahrheit über Österreich
  •          Das Kapital
  •          Fluchtversuch
  •          Sankt Petri im Schnee

 

Mit seiner auch in Cassettenform erschienenen „STEYRER TRILOGIE“

         Erinnerungen an einen Aufstand – Steyr im Jahr 1934

         Der Anschluss in einer Arbeiterstadt – Steyr im Jahr 1938

         Kriegsende in einer kleinen Stadt – Steyr im Jahr 1945

schuf der Schriftsteller eine bleibende Erinnerung an die Ereignisse in Steyr, die bereits mehrfach im ORF gesendet wurde und nach wie vor auch im Geschichtsunterricht verwendet wird. (Die erste Kassette davon entstand gemeinsam mit dem ebenfalls aus Steyr stammenden Schriftsteller Erich Hackl).

Weitere Aktivitäten:

Kampf für die Erhaltung des Steyrer Wehrgrabens und des Reichraminger Hintergebirges:

Als 1980 auf Grund eines Gemeinderatbeschlusses der Steyrer Wehrgraben-kanal zugeschüttet werden sollte, wandte sich Walter Wippersberg wie auch Prof. Heribert Mader u.a. lautstark gegen dieses Projekt.  Schließlich hatte sich ein derart starker Widerstand organisiert, dass dieses Vorhaben verhindert wurde.

Ähnlich verhielt es sich, als 1984 im Reichraminger Hintergebirge ein wirtschaftlich unrentables Speicherkraftwerk gebaut werden sollte. Auch hier stand Wippersberg auf Seiten der Baustellenbesetzer und half aktiv mit, diese einmalige Naturlandschaft zu erhalten.

Walter Wippersberg blieb immer ein kritischer; gesellschaftspolitischer Beobachter und brachte seine Gedanken mit spitzer Feder zu Papier – nach dem Motto:

„Aufrecht, manchmal unbequem – wenn es sein muss. Er lässt uns in den Spiegel schauen.“ (J.Hofmarcher)

Neben vielen österreichischen Auszeichnungen wurde Walter Wippersberg zuletzt von der Stadt Steyr mit dem Ehrenzeichen der Stadt Steyr für besondere Leistungen im kulturellen Bereich geehrt.

 

Heinz Kern (Zusammengestellt nach Unterlagen aus dem Archiv Jörg Hofmarcher u. Wikipedia u.a.)

2016-02-05-wippersberg

Nachruf: Walter Wippersberg 

Quelle: OÖ.Nachrichten, 1.2.2016 (Internet, www.nachrichten.at)

„Fest des Huhns“-Autor Walter Wippersberg ist tot

STEYR. Der oberösterreichische Autor und Filmemacher Walter Wippersberg, bekannt für seine legendäre ORF-Mockumentary „Das Fest des Huhns“ (1992), ist am Sonntag laut ORF im Alter von 70 Jahren in seiner Geburtsstadt Steyr gestorben.

Nicht nur im Fernsehen, auch als Schriftsteller war Wippersberg stets kritischer Beobachter und Analytiker von Gesellschaftszu- und -missständen.

Geboren wurde Wippersberg am 4. Mai 1945 in Steyr. Er studierte in Wien Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie – eine thematische Breite, die ihm sein gesamtes Leben erhalten bleiben sollte. Bereits Ende der 60er-Jahre trat er erstmals als Hörspielautor in Erscheinung, bevor er mit „Maghreb oder: Die Erinnerung an das Leben nach dem Tod“ 1970 sein erstes Buch veröffentlichte. Sein Durchbruch als Autor gelang Ende der 90er-Jahre mit der „Österreichischen Trilogie“ („Die Irren und die Mörder“, „Ein nützlicher Idiot“ und „Die Geschichte eines lächerlichen Mannes“).

Daneben entstanden aber auch Theaterstücke und Hörspiele, Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur, Fotoarbeiten und TV-Dokumentationen. Zu einem Klassiker hat sich dabei die satirische Fake-Doku „Das Fest des Huhns“ entwickelt, für die Wippersberg auch als Regisseur verantwortlich zeichnete. Er schickt darin eine afrikanische Forschergruppe in die oberösterreichische Provinz, um dort aus dem Alltagsverhalten der „Ureinwohner“ die falschen Schlüsse zu ziehen, womit er dem Westen und seiner Kolonialhaltung den Spiegel vorhielt.

Zugleich schrieb er Drehbücher für die Arbeiten anderer Regisseure, so etwa für Xaver Schwarzenbergers „Das Kapital“. Dieses Können gab Wippersberg auch an die nachfolgenden Generationen weiter, leitete er doch zwischen 1990 und 2011 die Klasse „Drehbuch und Dramaturgie“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Im Feld der Kinder- und Jugendbücher machte er sich mit „Kater Konstantin“ und „Schlechte Zeiten für Gespenster“ einen Namen. Und schließlich widmete sich Wippersberg auch in Sachbüchern kritisch den Themen der Zeit. 2006 erschien „Einiges über den lieben Gott. Wie er erfunden wurde – und wohin das geführt hat“. Vor fünf Jahren veröffentlichte er „Der Krieg gegen die Raucher. Zur Kulturgeschichte der Rauchverbote“.

Links zu Walter Wippersberg:

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen