Ing. Josef Franz Blumrich

bl01 - 1969 - Josef F. Blumrich.

(1913 – 2002)

Konstrukteur und Schriftsteller

  • geboren am 17. 3. 1913 in Steyr, Österreich,
  • gestorben am 10. 2. 2002 in Estes Park, Colorado, USA

 

Ing. Josef F. Blumrich wurde am 17.3.1913 als Sohn von Franz und Maria Blumrich, geb. Mayr in Steyr, Oberösterreich, geboren.  Sein Vater war ab der Jahrhundertwende durch mehrere Jahrzehnte Betriebsleiter der damaligen Elektrizitätswerke in Steyr (Sitz Schweizergasse) und als solcher auch maßgeblich am Ausbau der Stromversorgung für die Stadt Steyr beteiligt.  Ein Onkel von Josef Blumrich – ebenfalls mit Namen Josef  (*13.8.1865  + 22.9.1949) war ein österreichischer Gymnasiallehrer für Naturgeschichte und auch Heimatforscher und auch Ehrenmitglied der Universität Innsbruck. 1) 

Josef F. Blumrich erwarb 1934 in Weimar, Deutschland, ein Diplom als Ingenieur für Luftfahrt und Mechanik und beschäftigte sich seit dieser Zeit zehn Jahre mit dem Bau von Flugzeugen, zuletzt als Statiker bei der „Messerschmitt 110“. Sein erstes eigenes Flugzeug konstruierte er bereits 1935. Nach dem Kriegsende 1945 arbeitete der Techniker als Bauingenieur im Stahl-Wasserbau der Vereinigten Österreichischen Eisen- und Stahlwerke (VÖEST) und war als solcher in Österreich, Griechenland, Indien und Norwegen im Einsatz. Zu seinem Aufgabengebiet zählte auch die Entwicklung von hydroelektrischen Schleusentoren für Staudämme.

Ing.Josef F. Blumrich  war nach Kriegsende zunächst auf der Steyrer Promenade (Enrica-Handel-Mazzetti-Promenade Nr.10) wohnhaft und übersiedelte dann ab 1953 nach Linz. Bereits 1935 vermählte er sich mit Hildegard A. Eigers. Aus dieser Ehe stammen drei Söhne: Michael,  Christoph und Stefan. 

1956-12-01 - Blumrich Josef F. VÖEST-Urkunde.

1959 folgte Josef F. Blumrich  einem Ruf aus den Vereinigten Staaten und übersiedelte mit der ganzen Familie nach Huntsville, Alabama, wo er für die NASA in der Abteilung „Konstruktionsforschung“ mit Vorarbeiten  zum Thema „Zellenbau“ einschließlich der werkstattreifen Konstruktionen von Einzelheiten für den Bau von großen Raketenstufen und Raumfahrzeugen begann. Bald leitete er ein Konstruktionsbüro mit über hundert Ingenieuren und Technikern und beteiligte sich auch an der Werkstoffforschung. 2)  Ing Blumrich zählte somit zu den Mitarbeitern im Techniker-Stab des Raumschiff-Pioniers Dr. Wernher von Braun.  

Die Tätigkeit Ing. Blumrichs  als Leiter für strukturelle Entwicklung in der Bauabteilung des Marshall Raumflugzentrums in Huntsville/Alabama  währte von 1959 bis 1969. Als solcher war er auch ein bedeutender Mitarbeiter am Apollo-Mondforschungsprogramm,  wobei er neben anderen Leistungen auch für die Vorplanung der Antriebsstufe der Saturn V-Mondrakete verantwortlich war.3)

Diese Arbeiten gipfelten 1969 in der erfolgreichen Mondmission des Apollo 11-Raumschiffes, angetrieben von der vorhin erwähnten Saturn V-Raktete. Dieses Unternehmen startete am 16.7.1969 und brachte die drei Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin erfolgreich in die Mondumlaufbahn, wonach Aldrin und Armstrong schließlich mit der Mondlandefähre Eagle am 20.7.1969 auf dem Erdtrabanten aufsetzten.  4)

Ing. Josef F. Blumrich war auch in der technischen Entwicklung von Multizellen-Tanks für große Raketenstufen verschiedener Bauarten eingebunden. Damit verbunden war auch die Design-Entwicklung  für obere Raketenstufen mit  Mehrzweck-Nutzlast für die Weltraumforschung. Er entwickelte auch frühzeitig Entwürfe für das NASA-Himmelslabor Skylab und das ´Orbital Workshop´, sowie auch die Bauart für das Mondlande-Modul (Eagle) und die damit verbundene Landevorrichtung mit doppelt wirkenden Stoßdämpfern.

In späteren Jahren kam Ing. Blumrich mit Schriften über vermutetes außerirdisches intelligentes Leben in Berührung, so mit dem Text aus dem Alten Testament über die Visionen des Propheten Ezechiel  und auch mit tradierten Berichten der Hopi-Indianer über Phänomene und Herkunft der amerikanischen Ureinwohner.  Diese Beschäftigung mündete 1974 in Ing.Blumrichs Buch „Die Raumschiffe des Ezekiel“  und später 1979 in seinem Buch „Kasskara“.  Beide Bücher wurden mittlerweile in viele Sprachen übersetzt.

Ing. Josef F. Blumrich  machte sich aber nicht nur als Techniker und Buchautor einen Namen.  Er galt auch als begnadeter Musiker und liebte die klassische Musik. Gemeinsam mit seiner Ehefrau wirkte er auch im ´Huntsville Civic Symphony-Orchester´ mit. Er schuf aber auch als Hobby-Künstler Skulpturen aus Holz und Stein. Zeitlebens galt aber sein besonderes Interesse technischen Errungenschaften aus der Welt des Flugzeugbaues, des Raumfluges, aber auch aus dem Bereich des Staudammbaues. Er war Inhaber vieler Patente aus dem Bereich der Weltraumtechnik. Das Wirken  Ing.Josef F. Blumrichs wurde mehrfach mit Auszeichnungen gewürdigt. Insbesondere erhielt er auch die „Exceptional Service Medal“ (Medaille für außerordentliche Verdienste um die NASA).

Die Ehe mit seiner Gattin Hilde, die ihm im Tod vorausging, währte 60 Jahre in Harmonie. Am Sonntag, 10. Februar 2002 verstarb Ing. Josef Franz Blumrich  schließlich hoch betagt im 89. Lebensjahr in Estes Park, Colorado, USA.

Ergänzung:

Der Sohn Stefan Blumrich, geb. 1941 in Gotha, gest. 23.2.2015 in USA, arbeitete bis zuletzt als Textil-Künstler im Fach Surface Design.  Dazu ein Link:    http://www.surfacedesign.org/newsblog/in-memoriam-stephen-blumrich-sda-founding-father/comment-page-1#comment-465177

Textzusammenstellung:   Heinz Kern

 

(Besonderer Dank  an Christoph Blumrich,

Sohn von Ing. J.F.Blumrich, für  zahlreiche

Informationen und Unterlagen.   Christoph

lebt heute  mit seiner Familie als bildender

 Künstler  (Malerei und Grafik)  und  Musik-

instrumentenbauer  auf Long Island, N.Y.).

1979 - Blumrich.Kasskara

______________________________________________________________________________________________________________

1)  Siehe Link:  http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Blumrich

2)  Quelle:  Ausschnitt aus einer ORF-Hörfunksendung  (Spektrum Austriae / „Wissenschafter und Weltall“,  18.6.1968,  Österreich 1 )

3) Siehe:  Nachruf vom Februar 2002 (Estes Park Trail Gazette)

4) Siehe Link http://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_11

5) Siehe  u.a. Link  http://atlantisforschung.de/index.php?title=Erinnerungen_der_Hopi_an_Atlantis

Advertisements

Über redtenbacher

Redtenbacher Fan
Dieser Beitrag wurde unter Künstler, Techniker veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s