Leo Zimpel

(1860 – 1923)

Bedeutender Ziseleur

Abteilung für Graveure an der HTL Steyr

  • Geboren am 18.5.1860 in Wien
  • Gestorben am 5.2.1923 in Wien

Leo Zimpel wurde am 18. Mai 1860 in Wien-Fünfhaus geboren. Er war das dritte von sieben Kindern seiner Eltern Silverius (19.6.1818 – 11.9.1906; Webermeister) und Eleonora Zimpel (geborene Kristely; 5.1.1825 – 11.9.1904), welche am 10. Februar 1851 in ihrem Geburtsort Sternberg (Mähren) heirateten.

Leo Zimpel heiratete am 30. August 1884 in Wien Hermine Grosmid (9.1.1863 Wien – 10.4.1946 Wien). Am 18. Februar 1891 kam ihr erster Sohn Leo Rudolf Julius (gest. 16.11.1955 Wien) in Wien zur Welt. Am 17. Juli 1893 kam in Wien ihre erste Tochter Helene Eleonora Ottilie (gest. 3.11.1958 Wien) zur Welt.

1894 kam Leo Zimpel samt Familie nach Steyr, wo er die von Dir. Gustav Ritzinger neu gegründete Lehrstelle für Gravieren und Ziselieren an der k.k. Vereinigten Fachschule und Versuchsanstalt für Eisen- und Stahlbearbeitung in der Schwimmschulstr. 13 übernahm. Dies war der Beginn des bis heute bestehenden Kunsthandwerks in Steyr.

Vorerst wohnten sie in der Sierninger Str. 26, wo am 26. Mai 1899 ihre zweite Tochter Hilda Ottilie geboren wurde. Am 15. Oktober 1903 kam der zweite Sohn Otto Silverius in ihrer nächsten Wohnung am Stadtplatz 7 zur Welt.

Nach dem Tod seiner Mutter Eleonora 1904 in Wien übersiedelte sein Vater Silverius zu ihm nach Steyr in die neue Wohnung am Grünmarkt 1. Am 11. September 1906 starb der Vater im Krankenhaus St. Anna/Steyr und wurde am Steyrer Renaissance-Friedhof begraben. 1906 wurde mit Erlass des Ministeriums für Kultus und Unterricht eine neue Abteilung für Metallgraveure, Stempelschneider und Modelleure geschaffen, welche Prof. Leo Zimpel zugewiesen bekam.

Von 13. August bis 13. September 1908 fand in Steyr eine Kaiser-Jubiläumsausstellung statt, bei der es eine Kunstschau der Klimt-Gruppe aus Wien gab, die auch die Eingangsportale im Jugendstil gestaltete.

In dieser Zeit wohnte sein Bruder Julius mit Gattin Johanna, der Schwester des berühmten Malers Gustav Klimt, bei ihm am Grünmarkt. Belegt wird dies durch eine Ansichtskarte im Klimt-Zentrum von Kammer am Attersee, geschrieben von Helene Klimt am 27. August 1908 an Herrn und Frau Julius Zimpel in Steyr, Grünmarkt 1. Wann und wie oft, ob zur Vorbereitung oder während der Kunstschau Gustav Klimt bei seinem „Schwager“ Leo Zimpel in Steyr weilte ist leider nicht bekannt. Es existieren 2 Fotos mit Gustav Klimt in Steyr, die seit dem Tod des Besitzers, eines bekannten Heimatsammlers, verschollen sind.

Am 30. August 1909 feierten Leo Zimpel und seine Gattin Hermine in Steyr Silberhochzeit.

Tätigkeit bei Steyrer Vereinen:

Leo Zimpel war in Steyr bei vielen Vereinen integriert. So z. B. beim Gesangverein Kränzchen. Er war auch Gründungs- und Ausschussmitglied des Vereins Heimatschutz Steyr, der sich um die Schönheiten Steyrs kümmerte. Er vollbrachte in Steyr sehr viele schöne, künstlerisch wertvolle Arbeiten, wie z. B. Gedenktafeln in Kupfertreibarbeit, Silbermedaillen für Taufen und Firmungen, Medaillen und Abzeichen für Vereine und Persönlichkeiten, Zeichnungen …

Ein Teil seiner Arbeiten ist im Internet unter www.steyrerpioniere.wordpress.com zu sehen (siehe weiter unten)

Seine älteste Schwester Ottilie wohnte in der Neuschönau, Jägerberg 33, Gemeinde St. Ulrich bei Steyr, heute Stadt Steyr Neuschönauer Hauptstr. 9, wo sie am 17. April 1911 starb.

Seine Tochter Hilda Ottilie starb am 29. Mai 1917 im Allgem. Krankenhaus in Wien, knapp nach ihrem 18. Geburtstag.

1920 übersiedelte die Schule in die ehem. Jägerkaserne, heute HTL Schlüsselhofgasse.

Prof. Leo Zimpel ging in Pension und übergab die Abteilung in der neuen Schule seinem Nachfolger Prof. Hans Gerstmayr. Danach übersiedelte er mit seiner Familie nach Wien, wo er am 5. Februar 1923 verstarb.

Zusammengestellt von Ernst Schimanko mit Unterstützung von Frau Mag. Elisabeth Dutz, Kuratorin für Kunst in der Albertina und Herrn Herbert Schmidinger aus Steyr September 2017.

Zimpel.Stoeger.GoldbacherLustige Szene über den „Jäger“ Sepp Stöger mit Gedicht von Gregor Goldbacher. Datiert mit 29.10. 1915

(Original bei Heidemarie Corn, Steyr)   Zimpel.Signatursigniert von Zimpel

 

Kriegerdenkmal bei der evangelischen Kirche in Steyr von Leo Zimpel:

Quelle: Jahrbuch des Musealvereines 1971

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